Methodik: Intraday-Management (General-Engine)

Themenbereich: Post-Open-/Intraday-Verwaltung — universelle Engine (asset-agnostisch) Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (kein Footprint); Bestätigungs-Layer: VWAP/OHLC/Gamma (Gamma nur ES/NQ/6E, nicht FDAX). Nimmt den Frame vom Open-Type entgegen. Instrumente: ES, NQ, 6E, FDAX, BTC — asset-spezifische Zeiten/Parameter kommen aus <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md Verwandte KB-Dateien: Methodik_AMT-als-Filter (Drei-Ebenen, kanonisch) · AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz (Day-Types Teil C, Value-Relationships D2, Value-Migration A6) · MicroStructure_Warum-und-Wie-Maerkte-sich-bewegen (Konsum/Vakuum, Absorption) · <ASSET>_Open-Type-Playbook.md (Handoff-Quelle: Open-Type-Frame + Übergangs-Matrix) · Methodik_Trade-Management (Ausführung/Exit/Prop, Schwester-Engine) · <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md (kanonisch: „Session-Rhythmus” = Phasen-Zeiten, „Risiko & Overshoot” = Stop/Overshoot) · Werkzeug_Volume-Profile (Developing VPOC, HVN/LVN, Value-Migration) · Werkzeug_VWAP (Slope/Bias, Bestätigung) · Werkzeug_Delta-CVD (Verlaufs-Trigger, Divergenz) · Werkzeug_Heatmap-Bookmap (Liquiditäts-Dynamik: pullen vs. halten/refreshen) · Werkzeug_DOM · Werkzeug_Time-and-Sales · Werkzeug_TPO-Chart (Day-Type-Sprache) · Werkzeug_Options-Flow (Gamma-Verschiebung, ES/NQ/6E) · Methodik_Journal-und-Kalibrierung (schließt die ⟨zu kalibrieren⟩-Punkte) Geltung: General-Engine — kanonisch für die intraday Verlaufs-Logik (Session-Phasen, IB-Extension, Day-Type-Evolution, Regime-Kipppunkte, Verlaufs-Konfluenz). Enthält bewusst keine Asset-Zeiten/-Parameter (die stehen in den Deltas), keine Open-Mechanik (die steht in den Open-Playbooks) und keine Exit-/Sizing-/Prop-Logik (die steht in Methodik_Trade-Management). Status: FERTIG


Kernaussage (Anker)

Der Open-Type klassifiziert den Tag; das Intraday-Management verwaltet diesen Frame, bis er kippt. Die Session-Frage lautet ab jetzt nicht mehr „welcher Open-Type?”, sondern durchgängig: Hält der Open-Frame — läuft der Trend / hält die Range — oder wechselt das Regime?

Die Engine ist die Fortsetzung der Übergangs-Matrix der Open-Playbooks über den Open hinaus. Werkzeuge und Ebenen bleiben identisch; nur der Kontext-Layer verändert sich: Am Open lieferten Overnight-Auflösung, Gap-Lage und Internals den Ebene-1-Bias — im Verlauf ersetzen Verlaufs-Reads diesen Layer: Developing VPOC (wandert der Value mit der These?), VWAP-Slope (trägt der Bias?), Value-Migration (higher/lower/overlapping über den Tag), und — wo verfügbar — die Gamma-Verschiebung über den Tag. Die Kern-Disziplin bleibt die des Filter-Layers: Bildschirm schlägt These. Druckt der Orderflow gegen den Frame, wird der Frame revidiert (→ Übergang), nicht verteidigt (vgl. Methodik_AMT-als-Filter).

Abgrenzung zur Schwester-Engine: Diese Datei entscheidet, welches Regime gerade gilt und wann es kippt (Ebene-1-Update im Verlauf). Was mit einer konkret offenen Position geschieht — Entry-Feinschliff, Stop, Ziel, Skalierung, Trailing, Prop-Constraints — steht in Methodik_Trade-Management. Intraday liefert den Regime-Rahmen, Trade-Management die Ausführung darin.

Einordnung in die 3 Ebenen

Verbindliche Hierarchie: Methodik_AMT-als-Filter. Diese Engine bespielt alle drei Ebenen im Verlauf:

  • Ebene 1 (Filter): Regime-Status im Verlauf — Trend vs. Balance, welche Seite führt jetzt. Update-Quellen: Value-Migration, Developing-VPOC-Richtung, VWAP-Slope, Gamma-Regime über den Tag.
  • Ebene 2 (Wo): die mitwandernden Level — Developing VPOC/VAH/VAL, IB-Grenzen, Session-VWAP (+ SD-Bänder), Gamma-Wände (wo verfügbar), OHLC-Marken (dOpen, IB-Mitte, pdH/pdL).
  • Ebene 3 (Wann): Orderflow-Trigger wie am Open — Delta/CVD, Bookmap, DOM, Tape — jetzt an den Verlaufs-Leveln gelesen.

Konvention (durchgängig): VWAP, OHLC und Gamma sind Bestätigung/Konfluenz, nie Trigger; Gamma existiert nur für ES/NQ/6E, im FDAX tragen Profil/VWAP/OHLC den Bestätigungs-Layer allein. Kein Footprint — Aggressor-Reads laufen über Delta-Bars/CVD-Verläufe (vgl. Werkzeug_Delta-CVD).


1. Handoff vom Open-Type

Der Open-Type ist die Ebene-1-Filterung des Tagesbeginns; das Intraday-Management übernimmt diesen Frame als Arbeitshypothese für den Rest des Tages. Jeder Typ impliziert einen erwarteten Tagesverlauf (Day-Type-Lean) und ein primäres Kipprisiko. Der Handoff ist damit nichts Neues, sondern die direkte Verlängerung der Übergangs-Matrix des jeweiligen <ASSET>_Open-Type-Playbook.md.

Open-TypeFrame für den Rest des TagesErwarteter Tagesverlauf (Day-Type-Lean)Primäres KipprisikoFrühster Tell des Kippens
OD (Open-Drive)Trend-Day-Management: mitlaufen, Pullbacks in Trend-Richtung nehmen, nicht fadenTrend Day / Double-Distribution-Trend-DayOD → ORR (Failed Drive) oder OD → OA (Drive erschöpft)CVD-Divergenz am Extrem / Delta-Expansion versiegt; Developing VPOC stagniert
OA (Open-Auction)Range-Management: Kanten faden (responsiv), Ziel Gegenrand/VWAP/VPOCin-range → Normal/Neutral Day · out-of-range → auf IB-Auflösung wartenOA → OD/Trend (Edge-Break mit Acceptance)Liquidität pullt einseitig + CVD trendet durch die Edge; Pace expandiert
ORR (Open-Rejection-Reverse)Gedrehter Bias: die neue (reversierte) Seite führt; Open-Preis ist der PivotTrend/Continuation in Reverse-Richtung, oft Ziel Gegenseite/Vortags-ValueFailed ORR: abgelehntes Extrem wird zurückerobert → zurück zu OD/ContinuationReclaim des Extrems; Open-Pivot hält als Grenze nicht
OTD (Open-Test-Drive)Continuation überwachen: der Post-Test-Drive ist der FrameTrend/Continuation in Drive-RichtungTest-Level-Reclaim: Drive scheitert, Rückkehr über das Test-LevelAbsorption am Drive löst sich; CVD flippt zurück; Test-Level wird reclaimed

Regel für den Handoff (E→H→B→I):

  • Erkennung/Bedingung: Open-Type am Ende der Open-Klassifikation bestätigt (Typ + Orderflow-Signatur, vgl. Open-Playbook).
  • Handlung/Erwartung: Management-Stil gemäß Frame-Zeile oben; die Werkzeug-Reads richten sich am erwarteten Tagesverlauf aus (Trend → Migration/Slope beobachten; Balance → Edges/Absorption beobachten).
  • Bestätigung: Der erwartete Day-Type verdichtet sich intraday (§4) — Value-Migration und Developing VPOC laufen in Frame-Richtung; VWAP-Slope stützt die Bias-Seite.
  • Invalidierung: Das primäre Kipprisiko der Zeile tritt ein → Frame revidieren (§5), nicht verteidigen. Der Übergang ist zuerst in Delta/CVD am ersten relevanten Extrem sichtbar, dann in der Bookmap (pullen vs. halten/refreshen), erst danach im Preis.

Merksatz: Der Open-Type ist keine Vorhersage, sondern die Startbedingung der Verlaufs-Verwaltung. Die Übergänge, die die Open-Playbooks am Open beschreiben (OD↔ORR, OA↔OD, OTD-Bruch …), laufen intraday genauso weiter — nur mit Verlaufs-Reads statt Open-Kontext als Ebene-1-Input.


2. Session-Phasen-Modell (Gerüst — Uhrzeiten im Delta)

Der Handelstag hat einen wiederkehrenden Liquiditäts- und Direktionalitäts-Rhythmus. Das Gerüst ist asset-agnostisch; die exakten Uhrzeiten je Instrument stehen kanonisch in <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md, Abschnitt „Session-Rhythmus” — hier nicht duplizieren. (BTC hat keinen Session-Reset im Futures-Sinn: die Phasen bilden sich dort an den Makro-Session-Overlaps Asien/EU/US ab, s. BTC_Session-und-Risiko-Delta.)

PhaseTypische LiquiditätFehler-AnfälligkeitWas zu tun / zu lassen
1 — IB-Auflösung (erste Periode nach Open)hoch, aber noch unentschieden; IB definiert sichzu früh eine Seite committen, bevor die IB stehtIB-Grenzen als Ebene-2-Level markieren; die erste Range-Extension ist die Day-Type-Weiche (§3/§4); vor Acceptance nicht mechanisch traden
2 — Vormittags-Entwicklungam höchsten; OTF am aktivstenden frischen Trend faden bzw. eine Rotation als Trend missdeutendie produktivste Phase: Trend-Pullbacks oder saubere Edge-Fades gemäß Frame; hier trägt der Regime-Read am besten
3 — Mittags-Lulldünn; Signal-Rausch kipptFake-Breaks / LVN-Durchläufe ohne Follow als echte Breaks traden (§6)bewusst weniger / nicht handeln; nur voll konfluente A-Setups; Size runter
4 — Nachmittags-Regimekehrt zurück; Regime bestätigt sich oder kipptam alten Frame kleben, obwohl das Nachmittags-Regime drehtRegime-Check (§5): trägt der Vormittags-Trend in die Power-Hour, oder setzt ein Nachmittags-Reversal ein? (§7)
5 — Close / Settlementkonzentriert, magnetgetriebenblind in den Close halten; Settlement-Magnet ignorierenSettlement-Magnete (VWAP/VPOC/Naked VPOC/Gamma-Pin) beachten; Positionierung in den Close nach Prop-Regeln (→ Methodik_Trade-Management)

Phasen-Regel (E→H→B→I):

  • Erkennung: aktuelle Phase über die Session-Rhythmus-Zeiten des Instruments und über die Liquiditäts-Signatur (Pace, beidseitige Refresh-Dichte, Range-Breite) bestimmen.
  • Erwartung: die phasen-typische Liquidität setzt den Rahmen dafür, wie belastbar ein Trigger jetzt ist (Vormittag > Lull).
  • Bestätigung: Pace/Volumen/Range decken sich mit der erwarteten Phase (z. B. Lull = fallende Pace + dünne beidseitige Bücher).
  • Invalidierung: die Liquiditäts-Signatur widerspricht der Uhrzeit (z. B. Nachmittags-Expansion trotz „Lull-Fenster”) → dann gilt die Signatur, nicht die Uhr; ein News-/Event-Fenster (Delta: „Session-Rhythmus”) kann jede Phase überschreiben.

Das Phasen-Modell ist ein Liquiditäts-Filter über der Regime-Frage, kein eigenständiges Setup: Es sagt nicht was zu traden ist, sondern wie viel Vertrauen ein Read in dieser Phase verdient.


3. IB-Extension-Logik

Die Initial Balance (erste Handelsperiode; exaktes Fenster je Instrument → Delta „Session-Rhythmus”) definiert die frühe Rotationsrange. Ihre Auflösung ist die erste große Verlaufs-Weiche: Der IB-Break trägt (Range-Extension mit Acceptance → Trend/Normal-Variation) oder fällt zurück (Rejection/Absorption → Balance/Neutral). Range-Extension ist die Signatur von OTF/Initiative (kanonisch AMT_Grundlagen… C/Teil B).

3.1 IB-Break trägt (Acceptance)

  • Erkennung/Bedingung: Preis handelt über die IB-Grenze hinaus mit Acceptance (Zeit/Volumen jenseits, nicht nur ein Poke); auf der Break-Seite pullt Liquidität vor dem Preis (Bookmap), CVD trendet durch, keine Absorption; Pace expandiert.
  • Handlung/Erwartung: Extension trägt → auf Continuation zur nächsten Referenz (HVN/gegenüberliegende VA-Kante/Naked VPOC) spielen; Frame kippt Richtung Trend/Normal-Variation; Fade-Gedanken einstellen.
  • Bestätigung: Developing VPOC wandert mit in Break-Richtung (§8); VWAP-Slope kippt in Break-Richtung; wo verfügbar stützt ein Gamma-Flip-/Wall-Bruch mit Acceptance (ES/NQ/6E). OHLC: dOpen/IB-Mitte fallen als Rücken hinter den Preis.
  • Invalidierung: Rückkehr in die IB-Range ohne Acceptance (Fakeout); CVD holt nicht durch / divergiert am Extension-Extrem; Liquidität pullt nicht wirklich, sondern refresht (dann war es kein echter Break → §3.2).

3.2 IB-Break fällt zurück (Rejection/Absorption)

  • Erkennung/Bedingung: Test der IB-Grenze, aber Absorption — Resting-Wall hält/refresht (Bookmap), hohes Delta ohne Preis-Follow, dann CVD-Divergenz am Extrem; Pace bricht nicht aus.
  • Handlung/Erwartung: Rückkehr in die Range → Balance/Neutral-Management; Fade zurück Richtung IB-Mitte/VPOC/Session-VWAP, Ziel oft die gegenüberliegende IB-Grenze.
  • Bestätigung: Developing VPOC bleibt zentral (wandert nicht); VWAP-Slope bleibt flach; beidseitige Bücher refreshen (kein einseitiges Thinning). Gegenüberliegende IB-Grenze als Rotationsziel bestätigt.
  • Invalidierung: ein zweiter Break mit Acceptance (Liquidität pullt jetzt, CVD trendet durch) → es trägt doch → Umschalten auf §3.1. Neutral-Kippen möglich, wenn danach auch die andere IB-Grenze gebrochen wird (§4).

Empirie: Wie oft der IB-Break je Instrument trägt vs. zurückfällt, ist ⟨zu kalibrieren: IB-Extension-Trefferquote je Instrument (trägt vs. fällt zurück) → Methodik_Journal-und-Kalibrierung⟩. Dieser Punkt deckt den offenen Punkt „RTH-IB-Extension” der Open-Playbooks ab (ES/NQ/FDAX) — die Open-Playbooks verweisen hierher.


4. Day-Type-Evolution

Der Open-Type klassifiziert die ersten Minuten; der Day-Type ist die Tages-Auflösung derselben Frage und verdichtet oder wandelt sich intraday. Die Day-Type-Definitionen (Normal-Variation / Trend / Double-Distribution-Trend / Neutral / Non-Trend) sind kanonisch in AMT_Grundlagen… Teil C — hier nur die Evolutions-Dynamik. Leitplanke über allem ist die Value-Migration (higher/lower/overlapping/unchanged, D2): Trend in Zeitlupe.

Value-Migration als Leitplanke (durchgängiger Read): Developing Value higher = bullische Fortsetzung, lower = bärische Fortsetzung, overlapping/unchanged = Balance hält. Migriert der Value gegen den Frame, ist das die erste, langsame Warnung — noch bevor Ebene 3 kippt.

4.1 Normal-Variation → Trend

  • Erkennung: aus mittlerer/kleiner IB eine einseitige Range-Extension, die weiterläuft statt zu stallen; Developing VPOC beginnt einseitig zu wandern; Value baut higher/lower.
  • Erwartung: Der Tag zieht in Trend-Charakter; Pullbacks werden flach und in Trend-Richtung genommen, nicht gefadet.
  • Bestätigung: CVD trendet ohne Divergenz; VWAP-Slope steigt/fällt (nicht flach); Liquidität pullt wiederholt auf der Trend-Seite; Value-Relationship higher/lower (D2).
  • Invalidierung: Extension stallt + CVD-Divergenz; Developing VPOC hört auf zu wandern → zurück Richtung Balance (§5, Trend→Balance).

4.2 Double Distribution entsteht

  • Erkennung: ruhige erste Verteilung (enge Balance/erste HVN) → Breakout durch eine LVN in einen neuen Bereich, in dem sich eine zweite Verteilung aufbaut; dazwischen Single-Prints/LVN.
  • Erwartung: Double-Distribution-Trend-Day; die LVN/Single-Prints zwischen den beiden Bulges werden der Schlüssel-Pivot (darüber bullisch, darunter bärisch).
  • Bestätigung: LVN-Durchlauf mit CVD-Trend + Liquiditäts-Pull (kein Reject in der Lücke); zweite Verteilung baut sichtbar Value; Retest der LVN hält als S/R.
  • Invalidierung: Preis dreht in der LVN / kehrt in die erste Verteilung zurück (Break ohne Acceptance) → keine zweite Distribution, eher Balance/Neutral.

4.3 Neutral-Kippen

  • Erkennung: Range-Extension beidseitig — beide IB-Extreme werden im Verlauf genommen (OTF auf beiden Seiten, Konflikt).
  • Erwartung: Neutral Day — Unentschiedenheit; Neutral-Center (Schluss in der Mitte = keine Seite gewinnt) vs. Neutral-Extreme (späte Auflösung, eine Seite gewinnt am Rand). Reduziertes Commitment, bis sich die Auflösung zeigt.
  • Bestätigung: oszillierendes CVD/Delta, Divergenzen an beiden Edges; flacher VWAP-Slope; Value overlapping/unchanged.
  • Invalidierung: späte einseitige Acceptance jenseits eines Extrems (Neutral-Extreme löst auf) → dann Trend-Continuation in Auflösungs-Richtung (§5).

Merksatz: Open-Type → Day-Type ist eine Ebene-1-Frage auf zwei Zeit-Auflösungen (OD-Lean → Trend/DD; OA-in-range-Lean → Normal/Neutral; kanonisch AMT_Grundlagen… C). Die Evolution ist real, wenn Value-Migration + Developing VPOC + VWAP-Slope gemeinsam in eine Richtung zeigen; zeigt nur einer, ist es Rauschen.


5. Regime-Kipppunkte intraday

Dies ist der Kern der Engine: die ganztägige Fassung der Open-Übergangs-Matrix. Zwei Kipprichtungen — Balance→Trend und Trend→Balance — mit dem immer gleichen Prinzip: der frühste Tell steht in Delta/CVD am ersten relevanten Extrem (Divergenz vs. Bestätigung), dann in der Bookmap (pullen vs. halten/refreshen), erst danach im Preis. Wo verfügbar ist ein Gamma-Flip-Bruch mit Acceptance das sauberste Regime-Signal (ES/NQ/6E; FDAX ohne — dort tragen Profil/VWAP/OHLC).

5.1 Balance → Trend (Range → Expansion)

  • Erkennung/Bedingung: eine Edge/IB-Grenze bricht mit Acceptance; Liquidität pullt einseitig (kein Refresh mehr auf der Break-Seite); CVD trendet durch; Pace expandiert; Developing VPOC beginnt zu wandern.
  • Handlung/Erwartung: Balance-Annahme fällt → von „Ränder faden” auf „mitgehen” umschalten; Fade-Orders streichen; erster flacher Pullback wird Einstieg in Trend-Richtung.
  • Bestätigung: VWAP-Slope kippt von flach zu steigend/fallend; Value migriert (D2 higher/lower); Gamma-Flip-Level bricht mit Acceptance (ES/NQ/6E) = Regimewechsel bestätigt.
  • Invalidierung: kein Follow-through — Rückkehr in die Range (Fake-Break), CVD holt nicht durch, Liquidität war nur ausgedünnt und refresht wieder → weiter Balance (zurück zu §3.2/§4.3).

5.2 Trend → Balance (Expansion → Range)

  • Erkennung/Bedingung: der Drive verliert Delta-Expansion; CVD flacht ab oder divergiert am neuen Extrem; Liquidität refresht wieder beidseitig; Pace fällt; Developing VPOC stagniert.
  • Handlung/Erwartung: Trend-Annahme erschöpft → von „mitgehen” auf „Ränder faden” umschalten; Runner enger managen (→ Methodik_Trade-Management); neue Rotationsrange um den stehenden VPOC erwarten.
  • Bestätigung: VWAP-Slope flacht; Value wird overlapping/unchanged; Rotationen um VPOC/VWAP; Divergenzen an beiden neuen Edges.
  • Invalidierung: eine neue Range-Extension in Trendrichtung (Delta expandiert wieder, VPOC wandert weiter) → der Trend lebt, es war nur eine Pause/Konsolidierung (häufig vor der Double-Distribution-Fortsetzung, §4.2).

Merksatz: Ein Regime-Kipp ist Delta/CVD zuerst, Bookmap zweitens, Preis zuletzt. Wer auf den Preis wartet, kippt zu spät. Der Gamma-Flip-Bruch (wo verfügbar) ist das einzige Signal, das den Regimewechsel strukturell statt nur momentum-seitig bestätigt.


6. Midday/Lull-Handling

Die Mittags-Lull (Phase 3; Fenster je Instrument → Delta „Session-Rhythmus”, exakte Eingrenzung ⟨zu kalibrieren⟩) ist die gefährlichste Phase für den erfahrenen Trader, weil die Werkzeuge weiter „Signale” produzieren, die aber nicht mehr tragen. Dünne Liquidität erzeugt Fake-Breaks und LVN-Durchläufe ohne Follow.

  • Erkennung/Bedingung: Pace fällt; Range-Breite schrumpft; Bücher dünnen beidseitig aus, ohne dass eine Seite echt pullt; Volumen unter Vormittags-Niveau.
  • Handlung/Erwartung: bewusst defensiv — Size runter, Trade-Frequenz runter, im Zweifel nicht handeln. Nur A-Setups mit voller Konfluenz (Level + Ebene-1-Rückendeckung + sauberer Orderflow-Trigger + Bestätigungs-Layer) nehmen.
  • Bestätigung eines echten Lull-Breaks (falls doch gehandelt): ein Break trägt nur, wenn er sich wie ein echter Break verhält — Liquidität pullt wirklich, CVD trendet durch, Acceptance jenseits. Fehlt das, ist es ein Fake.
  • Invalidierung/Fake-Signatur: LVN-Break ohne CVD-Follow; Liquidität refresht statt zu pullen; sofortiger Snap zurück ins Range. Das ist das Lull-Standardmuster — nicht traden.

Die Lull ist der Ort, an dem „nicht handeln” die Position ist. Der Vormittags- und Nachmittags-Read ist belastbar; der Mittags-Read ist es meist nicht (Signal-Rausch kippt — ⟨zu kalibrieren: Lull-Fenster je Instrument⟩). BTC hat keine feste Lull, aber dünne Übergänge zwischen den Makro-Sessions wirken analog (→ BTC_Session-und-Risiko-Delta).


7. Nachmittag & Close

Der Nachmittag entscheidet, ob der Vormittags-Frame durchträgt (Power-Hour-Trend-Runde) oder dreht (Nachmittags-Reversal). Zeiten (Power-Hour-Fenster, Settlement) je Instrument → Delta „Session-Rhythmus”.

7.1 Power-Hour-Trend-Continuation

  • Erkennung/Bedingung: an einem Trend-Tag späte Beschleunigung in Richtung des Tagesextrems; Developing VPOC wandert weiter; CVD trendet weiter ohne Divergenz.
  • Handlung/Erwartung: Trend laufen lassen; Pullbacks flach; Trailing entlang VWAP/Struktur (Ausführung → Methodik_Trade-Management).
  • Bestätigung: Value am Extrem; VWAP-Slope hält Richtung; Liquidität pullt weiter einseitig.
  • Invalidierung: CVD-Divergenz am späten Extrem + Reversal-Signatur → in Nachmittags-Reversal kippen (§7.2).

7.2 Nachmittags-Reversal

  • Erkennung/Bedingung: an einem Balance-/Neutral-Tag (oder nach Trend-Erschöpfung, §5.2) späte Wende von einem Extrem zurück Richtung Value/VPOC; Absorption am Extrem + CVD-Flip.
  • Handlung/Erwartung: responsiver Fade zurück ins Value; Ziel VPOC/Session-VWAP/Naked VPOC.
  • Bestätigung: Absorption (Wall hält/refresht) + CVD-Divergenz/-Flip am Extrem; Value overlapping.
  • Invalidierung: Extrem wird mit Acceptance überrannt → kein Reversal, Trend-Continuation (§7.1).

7.3 Settlement & Positionierung in den Close

  • Settlement-Magnete: Session-VWAP, VPOC, Naked VPOC, Vortags-Settlement/pClose, Gamma-Pin/HVL (ES/NQ/6E) ziehen den Preis in den Close. Diese sind Ziel-/Rotations-Referenzen, kein eigenständiger Trigger.
  • Positionierung: Reduzieren/Glattstellen in den Close folgt den Prop-Constraints (Daily-Loss, Trailing-Drawdown, Consistency) und der Exit-Logik — kanonisch Methodik_Trade-Management, hier nicht ausschreiben. Nicht blind über das Settlement halten, wenn das Prop-Regime das nicht deckt.

8. Konfluenz im Verlauf (Ebene-1-Update)

Am Open lieferten Overnight/Gap/Internals den Ebene-1-Bias. Intraday übernehmen vier Verlaufs-Reads diese Rolle — sie aktualisieren fortlaufend die Frage „hält der Frame?“. Alle sind Bestätigung, nie Trigger; der Trigger bleibt der Orderflow am Level (Ebene 3).

  • Developing VPOC (Kern-Read). Wandert der Session-VPOC mit der These = Frame intakt / Trend real; stagniert oder springt zurück = Warnung. Der belastbarste Frame-Halt-Indikator (Verlässlichkeit ⟨zu kalibrieren⟩). How-To: Werkzeug_Volume-Profile (Developing-VPOC-Trend-Continuation).
  • VWAP-Slope. Steigend/fallend verstärkt die Bias-Seite; flach = zweiseitig/Balance. Slope-Kippe ist ein Ebene-1-Frühindikator für §5. How-To: Werkzeug_VWAP (Bias-Filter + Slope). Bestätigung, nie Trigger.
  • Value-Migration (D2). Higher/Lower = Trend-Bias, overlapping/unchanged = Balance. Der langsamste, aber robusteste Regime-Read (kanonisch AMT_Grundlagen… D2/A6).
  • Gamma-Regime-Verschiebung über den Tag. GEX-/Flip-Verschiebung intraday: ein Gamma-Flip-Bruch mit Acceptance = Regimewechsel (Pin↔Trend). Nur ES/NQ/6E — im FDAX nicht verfügbar, dort tragen Profil/VWAP/OHLC den Layer allein. How-To: Werkzeug_Options-Flow. Bestätigung/Regime-Bias, nie Trigger.

Zusätzliche OHLC-Verlaufsmarken (Ebene-2-Stütze, Bestätigung): dOpen, IB-Mitte/IB-Grenzen, pdH/pdL, pClose als mitlaufende Referenz- und Ziel-Level — sie werten Level auf (Konfluenz), triggern nie.

Konfluenz-Regel: Ein Frame gilt als bestätigt gehalten, wenn Developing VPOC, VWAP-Slope und Value-Migration gemeinsam in Frame-Richtung zeigen (+ Gamma, wo verfügbar). Divergieren sie, ist der Frame fragil → Regime-Kipp-Wache (§5) erhöhen. Kein einzelner dieser Reads ist ein Entry-Signal.


9. Instrument-Spezifika (Verweis)

Die Engine ist asset-agnostisch. Session-Phasen-Zeiten (IB-Fenster, Vormittag, Lull-Fenster, Power-Hour, Settlement) stehen kanonisch in <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md„Session-Rhythmus”; Stop-/Overshoot-Werte stehen in demselben Delta → „Risiko & Overshoot” (relevant für die Ausführung, → Methodik_Trade-Management). Hier nur der Regime-Charakter je Instrument als Orientierung — keine Werte.

InstrumentRegime-Charakter (kurz, keine Werte)Kanonische Quelle (Zeiten/Werte)
EStiefstes/glattestes Buch → Hauptgefahr ist Chop/Grind in Balance und Absorbiert-Werden eines zu frühen Drives, nicht Overshoot; voller Bestätigungs-Stack inkl. GammaES_Session-und-Risiko-Delta
NQ„luftiger” als ES → schnellere, weitere Extensions; Gamma verfügbarNQ_Session-und-Risiko-Delta
FDAXovershoot-anfällig (dünn-aber-ehrlich, hoher Punktwert) → Ränder überschießen, bevor sie halten; kein Gamma → Profil/VWAP/OHLC tragen den Layer alleinFDAX_Session-und-Risiko-Delta
6EPrime im London–NY-Overlap (echte zweiseitige Auktion); Gamma im Prime-Fenster verfügbar; Korrelation zum FDAX instabil (nicht mechanisch gegenlesen)6E_Session-und-Risiko-Delta
BTC24/7, kein Session-Reset → Phasen an Makro-Overlaps; Anker trickreich; Gamma nicht im MenthorQ-SinnBTC_Session-und-Risiko-Delta

Alle Zeit- und Risiko-Werte, die diese Engine referenziert, werden dort gepflegt. Diese Datei bleibt frei von Asset-Parametern, damit die Verlaufs-Logik an einer Stelle konsistent bleibt.


10. Fehlerquellen & Disziplin

  • Frame verteidigen statt revidieren (Narrativ-Drift). Der teuerste Verlaufs-Fehler: am Open-Frame festhalten, während der Bildschirm dagegen druckt. Bildschirm schlägt These — Value migriert gegen den Frame + CVD trendet durch = revidieren, nicht verteidigen (Methodik_AMT-als-Filter).
  • Übergang verpasst. Auf den Preis warten, obwohl Delta/CVD + Bookmap den Kipp längst zeigen (§5). Der Regime-Kipp ist Delta zuerst, Preis zuletzt.
  • Lull-Signale wie RTH-Signale traden. Fake-Breaks und LVN-Durchläufe der dünnen Mittagsphase als echte Breaks nehmen (§6). In der Lull ist „nicht handeln” die Position.
  • IB-Break mechanisch behandeln. Blind mitgehen ohne Acceptance oder blind faden ohne Absorption — beide ignorieren die Signatur (§3).
  • Overshoot am Rand blind faden (v. a. FDAX/NQ/BTC). Ränder überschießen, bevor sie halten → Absorption abwarten; Overshoot-Spannen kanonisch in den Deltas.
  • Developing-VPOC-Migration überschätzen. Ein einmaliges Weiterwandern ist noch kein Trend; erst im Verbund mit VWAP-Slope + Value-Migration belastbar (⟨zu kalibrieren⟩).
  • Bestätigungs-Layer als Trigger missbrauchen. „Long am VWAP / an der Gamma-Wall / am pdL” ohne Orderflow-Trigger = Linie im Chart. VWAP/OHLC/Gamma bleiben Bestätigung.
  • Gamma im FDAX suchen. Nicht verfügbar — im FDAX tragen Profil/VWAP/OHLC den Layer allein.
  • In den Close blind halten. Positionierung folgt Prop-Regeln (→ Methodik_Trade-Management), nicht dem Wunsch, den Trend „noch mitzunehmen”.

11. Schnellreferenz

Phasen × „was zählt”:

PhaseLiquiditätPrimärer Read / was zähltTun / lassenZeit-Quelle
IB-Auflösunghoch, unentschiedenIB-Grenzen; erste Range-Extension = Day-Type-Weiche (§3)vor Acceptance nicht committenDelta „Session-Rhythmus”
Vormittagam höchstenFrame ausspielen (Trend-Pullback / Edge-Fade); Regime-Read (§5)produktivste Phase — hier tradenDelta „Session-Rhythmus”
LulldünnFake-Breaks/LVN-Durchläufe erkennen (§6)Size/Frequenz runter; im Zweifel aussetzenDelta „Session-Rhythmus” (⟨zu kalibrieren⟩)
Nachmittagkehrt zurückPower-Hour-Continuation vs. Reversal (§7)Regime-Check; Frame neu prüfenDelta „Session-Rhythmus”
Close/SettlementkonzentriertSettlement-Magnete (VWAP/VPOC/Naked/Gamma-Pin)Positionierung nach Prop-Regeln (→ Trade-Mgmt)Delta „Session-Rhythmus”

Kern-Signaturen (E→H→B→I, kompakt):

SignaturErkennungErwartungBestätigungInvalidierung
IB-Break trägt (§3.1)Acceptance jenseits IB, Liq. pullt, CVD trendetContinuation → Trend/Normal-Var.Dev-VPOC wandert mit · VWAP-Slope kippt · Gamma-Bruch (ES/NQ/6E)Rückkehr in Range ohne Acceptance
IB-Break fällt (§3.2)Absorption an IB-Grenze, CVD-Div.Rückkehr in Range → Balance/NeutralDev-VPOC zentral · Slope flach · beidseitiger Refresh2. Break mit Acceptance
Balance→Trend (§5.1)Edge bricht m. Acceptance, Liq. pullt einseitig, Pace expandiertvon faden auf mitgehenSlope kippt · Value migriert · Gamma-Flip-BruchFake-Break, kein Follow
Trend→Balance (§5.2)Delta-Expansion versiegt, CVD-Div., Refresh beidseitigvon mitgehen auf fadenSlope flacht · Value overlapping · Rotation um VPOCneue Extension in Trendrichtung

Merksätze: Open-Type = Startbedingung, nicht Vorhersage · Frame halten/kippen ist die einzige Verlaufs-Frage · Regime-Kipp = Delta → Bookmap → Preis · Verlaufs-Konfluenz (Dev-VPOC + Slope + Value-Migration + Gamma wo verfügbar) updatet Ebene 1 · alle vier sind Bestätigung, nie Trigger · in der Lull ist „nicht handeln” die Position · Zeiten/Overshoot → Deltas, Exit/Prop → Trade-Management.


12. Offene Punkte / empirisch zu kalibrieren

Auflösung durchgängig über Methodik_Journal-und-Kalibrierung (Log-Feld → Aggregation → Rückschreiben in die kanonische Quelle). Kein erfundener Wert.

  • ⟨zu kalibrieren: IB-Extension-Trefferquote je Instrument⟩ (trägt vs. fällt zurück) — deckt den offenen Punkt „RTH-IB-Extension” der Open-Playbooks ab. Log: Instrument, IB-Break-Richtung, Acceptance ja/nein, Ausgang. (Journal-Zeile „IB-Extension trägt vs. fällt (Intraday-Engine)” existiert bereits.)
  • ⟨zu kalibrieren: Lull-Fenster je Instrument⟩ — die Uhrzeit-Spanne, in der das Signal-Rausch-Verhältnis kippt (verzahnt mit „Session-Rhythmus” der Deltas).
  • ⟨zu kalibrieren: Verlässlichkeit der Developing-VPOC-Migration als Frame-Halt-Indikator⟩ — wie zuverlässig „VPOC wandert mit = Trend hält” gilt; Fehlsignal-Rate.
  • ⟨zu kalibrieren: Regime-Kipp-Frühwarn-Schwelle⟩ — ab welcher CVD-/VWAP-Slope-Änderung ein Balance→Trend- bzw. Trend→Balance-Kipp „real” statt Rauschen ist (verzahnt mit den Divergenz-/Slope-Schwellen von Werkzeug_Delta-CVD und Werkzeug_VWAP).
  • ⟨zu kalibrieren: Nachmittags-Reversal- vs. Power-Hour-Continuation-Quote je Day-Type⟩ — wann der Nachmittag den Frame dreht vs. durchträgt (verzahnt mit R-Multiple je Day-Type, Methodik_Trade-Management).

Querverweise

Alle verwandten KB-Dateien sind FERTIG und verdrahtet (Schluss-Runde abgeschlossen 2026-07-05). Kanonische Quellen und Nachbar-Werkzeuge stehen im Kopf unter Verwandte KB-Dateien. Die Kalibrier-Punkte dieses Dokuments laufen über seine Offene-Punkte-Sektion und Methodik_Journal-und-Kalibrierung (§10-Zuordnung; geteilte Punkte §5.2).