NQ Open-Type Playbook — 09:30 ET US-Cash-Open
Themenbereich: Open-Type-Klassifikation & Ausführung (NQ-spezifisch) Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (Bookmap/Heatmap, Delta/CVD, DOM, Tape — kein Footprint); Bestätigungs-Layer: VWAP (Daily/Weekly/Monthly/Session), OHLC, Gamma-Level (MenthorQ — im NQ verfügbar und in der RTH mit echter Haltekraft); RTH-Booster: Markt-Internals (NYSE-$TICK + NASDAQ-TICK, Breadth, VIX/VXN) + ES-Korrelation als Cross-Check Instrument: NQ (Futures), Heimat-RTH 09:30–16:00 ET (15:30–22:00 FFM) Verwandte KB-Dateien: Methodik_AMT-als-Filter (übergeordneter Layer), AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz (Theorie/Vokabular), Sessions_London_ES-NQ-vs-FDAX (Vehikelwahl — liefert die NQ-Prägung „luftigstes Buch, Air-Pockets, überschießende Moves”), ES_Open-Type-Playbook (Schwester-Playbook, gleicher Open / anderes Instrument — NQ ist die höher-Beta-Variante), FDAX_Open-Type-Playbook (Schwester-Playbook, anderer Markt) Geltung: Nur 09:30-ET-US-Cash-Open. Der NQ-Globex-/EU-Vormittag ist Sekundär-Regime — und über Nacht noch luftiger als der ES (→ EU-Vormittag dort FDAX/6E, vgl. Sessions-Datei). Status: FERTIG
Kernaussage
Der 09:30-ET-Open ist im NQ — wie im ES — keine erste Preisfindung aus dem Nichts (das unterscheidet ihn vom FDAX-09:00-Open), sondern die Auflösung einer langen Globex-/Overnight-Platzhalter-Auktion durch die RTH-Teilnehmer. Die ganze Nacht — inklusive der kompletten London-Session — war Sekundär-Regime mit wenig belastbarem Value, im NQ noch dünner als im ES (vgl. Sessions_London_ES-NQ-vs-FDAX: NQ ist „stets dünner als ES, über Nacht/London nochmals deutlich luftiger”). Um 09:30 ET tritt die primäre Preisfindung der US-Indizes an und stellt eine einzige Frage: Akzeptiert RTH die Overnight-Positionierung — oder verwirft sie sie? Der Open-Type ist die Frühklassifikation dieser Antwort (Initiative vs. Responsive) und damit der Rahmen, der entscheidet, ob der Tag mitgegangen (Trend) oder gefadet (Balance) wird.
Vier Typen decken den Raum vollständig ab: Open-Drive (OD), Open-Test-Drive (OTD), Open-Rejection-Reverse (ORR), Open-Auction (OA). Alles andere sind Übergänge zwischen ihnen — und genau die sind im Orderflow + Internals früh lesbar.
NQ-Prägung durchgängig (das, was den NQ-Open formt — und ihn vom ES trennt):
- Luftigstes Buch der Gruppe → Overshoot ist das Thema, nicht Chop. Wo der ES das tiefste, glatteste Buch hat (geringer Overshoot, Stops eng), ist der NQ das High-Beta-Gegenstück: dünneres Buch, Air-Pockets, überschießende Moves. Ränder, Excess und Drives sind violenter und weniger sauber als im ES. Die NQ-Gefahr ist nicht der zähe Grind in der Balance (das ist die ES-Falle), sondern der Spike, der ein gutes Level kurz durchsticht, bevor es hält — und der Pullback-Einstieg, der zum „Fang ins fallende Messer” wird. Konsequenz: Stops müssen den Overshoot atmen (näher am FDAX-Verhalten als am ES), Fades brauchen mehr Bestätigung, Excess-Reads sind handelbar, aber weniger fein.
- Voller Bestätigungs-Stack inkl. Gamma — aber Walls brechen leichter als im ES. MenthorQ liefert NQ-Gamma, und dessen Haltekraft folgt der Session-Qualität — in der US-RTH also am stärksten (Dealer-Hedging-Flow präsent). Das ist der strukturelle Vorteil ggü. dem gamma-losen FDAX. Aber: Wegen des höheren Beta und des luftigeren Buchs brechen NQ-Gamma-Walls tendenziell früher als die identische ES-Wall — Gamma bleibt erstklassiger Konfluenz- und Regime-Layer, ist aber im NQ seltener eine harte Wand und öfter ein Magnet mit Bruchneigung.
- NQ ist der High-Beta-Leader, ES der schwerere Bestätiger. Im ES-Playbook ist die NQ-Korrelation der Conviction-Booster. Im NQ dreht sich das um: Der NQ führt Momentum und macht meist die extremere Bewegung; der ES ist der breitere, schwerere Cross-Check. Macht der NQ ein neues Extrem, das der ES nicht bestätigt, ist die Bewegung schmal/tech-getrieben → Exhaustion-/Divergenz-Verdacht. Internals (NYSE-$TICK als breiter Risk-Read, NASDAQ-TICK/Breadth + VXN als instrument-treuerer Read) sind genau am RTH-Open am aussagekräftigsten.
- Mega-Cap-Tech-Konzentration → idiosynkratische Gap-Treiber. Der NQ hängt überproportional an wenigen Mega-Caps (NVDA, AAPL, MSFT, AMZN, GOOGL, META) und an den Semis (SOX). Megacap-Earnings (oft after-hours/pre-market) und Semi-Nachrichten treiben NQ-Gaps härter und idiosynkratischer als ES-Gaps. Zudem ist der NQ als Long-Duration-Tech-Index zinssensitiver → er reagiert schärfer auf Yields, CPI und FOMC.
Heuristik: Erst klassifizieren (Open-Type), dann ausführen. Nie ausführen, bevor Typ + Orderflow-Signatur (+ Internals-Bestätigung) bestätigt sind.
Einordnung (vgl. Methodik_AMT-als-Filter): Der Open-Type ist die Ebene-1-Filterung (welche Seite, welche Level); das Gamma-Regime ist ein zweiter Ebene-1-Bias-Input (welche Typen sind heute wahrscheinlich); die Pre-Open-/Gamma-/OHLC-Level sind Ebene 2 (wo); Orderflow + Internals sind Ebene 3 (Timing/Conviction). Kein Trade ohne alle drei.
Anker-Konvention für den NQ-Open (projektweit festklopfen)
Wie der ES hat der NQ eine echte, qualitativ getrennte Doppel-Session (Globex-Overnight = Platzhalter, RTH = ehrlich) — und das Overnight-Profil ist im NQ noch minderwertiger als im ES (luftiger, dünner). Das erzwingt dieselbe bewusste Anker-Entscheidung; ein einziger VWAP trägt beide Phasen nicht sauber. Empfohlene Konvention (identisch zum ES, NQ-Nuance fett):
| Anker | Verwendung | Begründung |
|---|---|---|
| Globex-Daily-VWAP (ab 18:00 ET Globex-Open) | Pre-Open-Read der Overnight-Phase: wo sitzt die Overnight-Auktion relativ zum Vortags-RTH-Value? | Bereits entwickeltes Mittel um 09:30 — aber durch die noch dünnere NQ-Platzhalter-Auktion stärker „kontaminiert” als im ES → nur Kontext, nicht Ausführungs-Magnet. |
| RTH-Session-VWAP (Anker exakt 09:30 ET) | Ausführung: OD/OTD-Pullback-Ziel, OA-Fade-Referenz, Bias-Seite ab ~10:00 ET | Sauberes RTH-Mittel ohne Overnight-Kontamination. Kaltstart: in den ersten ~30 Min noch wenig aussagekräftig, gewinnt mit Volumen Validität (sinnvoll ab Ende der ersten 30-Min-Periode). |
| Daily/Weekly/Monthly-VWAP (Standard) | Bias-Filter (Ebene-1-Stütze) + größere Magnete/Ziele | Wie KB-Standard; Verlässlichkeit folgt Session-Qualität → in RTH belastbar. |
Unterschied zum FDAX bewusst halten: Im FDAX ist Profil und VWAP an den Eurex-Overnight-Start geankert, weil der Overnight dort Teil des laufenden Tagesprofils ist. Im NQ ist die Overnight-Phase qualitativ minderwertig (und luftiger als im ES) — deshalb hier die Trennung: Globex-VWAP nur als Pre-Open-Kontext, RTH-VWAP (Kaltstart 09:30) als Ausführungs-Anker. Profil entsprechend: RTH-Profil ist die ehrliche Preisfindung, Overnight-Profil ist Referenz, nicht Value — im NQ noch deutlicher als im ES.
(Anpassbar — wenn du in ATAS/TV bereits eine abweichende Konvention fährst, hier überschreiben. Gleiche Konvention wie im ES-Playbook, bewusst konsistent gehalten.)
Pre-Open-Kontext-Block (vor 09:30 ET lesen)
Der NQ-Open-Type ist die Auflösung einer Vorab-Erwartung, die — wie im ES — reicher ist als im FDAX (eine ganze Overnight-Session ist aufzulösen) und im NQ zusätzlich einen idiosynkratischen Tech-Layer trägt. Diese Inputs vor 09:30 festklopfen — in dieser Reihenfolge.
1) Overnight-Auflösung (das ES/NQ-Rückgrat)
| Input | Was lesen | Warum |
|---|---|---|
| Overnight-Range & ONH/ONL | Globex-Range, Overnight-Hoch/-Tief als Referenzpunkte | Die Level, die ein OTD „testet” und ein ORR „ablehnt”. Im NQ über Nacht besonders leicht durchstoßen (luftiges Buch) → am Open neu bewertet, ONH/ONL sind schwächere Referenzen als im ES |
| Overnight-VPOC / -Value-Lage | Wo hat sich die Overnight-Auktion verdichtet — und wandert dieser Value in Gap-Richtung oder bleibt er am Vortags-RTH-Value? | Bester Acceptance-/Fade-Tell: Overnight-Value wandert weg vom Vortag = Acceptance-Lean (→ OD/OTD); bleibt am / kehrt zum Vortags-Value trotz Spike = Fade-Lean (→ ORR). Im NQ vorsichtiger gewichten (dünne ON-Verdichtung) |
| Globex-VWAP-Lage | Open relativ zum Globex-VWAP | Grobe Bias-Stütze (nur Kontext, s. Anker-Konvention) |
2) Gap-Logik (relativ zum Vortags-RTH-Close 16:00 ET)
| Input | Was lesen | Warum |
|---|---|---|
| Gap-Größe & -Richtung | 09:30-Open ggü. gestrigem RTH-Settlement | Definiert die erste Frage: Acceptance (Gap-and-go → OD/OTD) oder Fade (Gap-Fill → ORR)? NQ gappt im Schnitt größer/häufiger als der ES (höheres Beta + Tech-News) |
| Gap vs. Vortags-Value | Open innerhalb / oberhalb / unterhalb Vortags-VA (POC, VAH, VAL) | Open außerhalb VA → Initiative-Setups erwartbar; Open innerhalb VA → Balance/OA wahrscheinlicher (Dalton-Gap-Regeln) |
| Gap vs. Vortags-Range | Open innerhalb vs. außerhalb der gestrigen RTH-Range | Open außerhalb Range = stärkste Initiative-/Trend-Erwartung oder Gap-Fill-Fade |
3) Gamma-Regime (MenthorQ — NQ verfügbar, am Open lesen)
| Input | Was lesen | Warum |
|---|---|---|
| GEX-Regime | Positiv (Dealer long Gamma) vs. negativ (Dealer short Gamma) | Positiv → Vol-Suppression → Mean-Reversion/Pin → OA-Bias, Walls halten. Negativ → Vol-Verstärkung → Trend/OD-Bias, Walls brechen leichter. Bias-Input für Ebene 1. NQ-Nuance: negatives Gamma wirkt im luftigen NQ-Buch stärker beschleunigend als im ES |
| Gamma-Flip-Level | Liegt der Open darüber oder darunter? | Der Pivot zwischen den Regimen; Acceptance jenseits davon = Regimewechsel = Übergangssignal |
| Call-Wall / Put-Wall / HVL | Nächste Wände ober-/unterhalb + größter Strike (Pin-Magnet) | Ebene-2-Konfluenzpunkte: OTD-Test-/ORR-Reject-Level und OA-Edges; Pin-Magnet zieht in OA. NQ-Nuance: Wall ist öfter Magnet mit Bruchneigung als harte Wand |
4) Vortags-RTH-Struktur, Tech-Kontext & US-Kalender
| Input | Was lesen | Warum |
|---|---|---|
| Vortags-RTH-Tagestyp & Poor H/L | War gestern Trend/Balance? Poor High/Low (unfinished business)? Naked POC? | Poor H/L und Naked POC sind Magnete/Ziele und häufige Overnight-Testpunkte am Open |
| Mega-Cap-/Tech-Layer (NQ-exklusiv) | Megacap-Earnings (NVDA/AAPL/MSFT/AMZN/GOOGL/META — oft after-hours am Vortag / pre-market) · Semi-News (SOX) · große Single-Stock-Moves pre-market | NQ-Gaps sind idiosynkratischer als ES-Gaps: eine einzige Megacap-Zahl kann den Open dominieren und den Typ vorprägen (Acceptance vs. Fade des Earnings-Gaps) |
| US-Kalender (NQ zinssensitiver) | 08:30 ET (NFP, CPI, PPI, Retail, Claims — vor Open → prägt Gap) vs. 10:00 ET (ISM, Confidence, JOLTS — nach Open → injiziert Vola in die IB, kann Typ kippen); FOMC 14:00 ET | Daten vor Open prägen den Gap; Daten nach Open können einen sauberen Typ in Sekunden kippen. NQ reagiert als Long-Duration-Tech schärfer auf Yields/CPI/FOMC als der ES |
| ES + Internals (Pre-Market-Lean) | Läuft ES synchron oder divergent? VIX/VXN-Niveau & -Richtung; Pre-Market-Breadth-Tendenz | Synchron ES + ruhiger/fallender VXN = höhere Conviction; ES-Divergenz (NQ macht Extrem, ES bestätigt nicht) oder VXN-Spike = Vorsicht, der schmale Tech-Move lügt evtl. |
Pre-Open-Frage in einem Satz: „Akzeptiert oder verwirft RTH die Overnight-Positionierung — liegt der Open relativ zum Vortags-RTH-Value im Initiative- oder Responsive-Territorium, sagt das Gamma-Regime eher Pin (OA) oder Expansion (OD/Trend), und treibt ein Megacap-/Tech-Gap den Open idiosynkratisch?” — Die Antwort grenzt schon vor 09:30 zwei bis drei Typen aus.
Die vier Open-Types (NQ-angepasst)
Jeder Typ in derselben Sub-Struktur: AMT-Logik · NQ-Spezifika · Orderflow-Signatur · Trade-Logik · Invalidierung/Übergang.
1) Open-Drive (OD)
AMT-Logik. Eine Seite hat ab Sekunde eins die volle Kontrolle. Der Markt eröffnet und treibt einseitig, ohne zum Open-Preis zurückzukehren. Höchste Conviction aller Typen: Initiative/OTF dominiert, die Gegenseite etabliert nie responsive Aktivität. Der Open ist faktisch das Tagesextrem der einen Seite. Mündet typischerweise in einen Trend Day oder Double-Distribution-Trend-Day (vgl. AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz, Teil C).
NQ-Spezifika. Der OD ist im NQ häufiger und violenter als im ES — das luftige, High-Beta-Buch ist genau das Umfeld, in dem ein Drive durch Air-Pockets beschleunigt, statt grindig getragen zu werden. Klassisch auf negativen Gamma-Tagen (Dealer-Hedging verstärkt die Bewegung → Walls brechen, im NQ besonders schnell) und/oder nach einer 08:30-Daten-Überraschung oder einem Megacap-Earnings-Gap, dessen Acceptance den ganzen Index zieht. Hoher Overshoot — Vorzeichen umgekehrt zum ES: Pullbacks sind tiefer und ruckartiger als im ES; der erste Rücklauf an RTH-VWAP / Gamma-Flip ist ein Einstieg, aber er kann überschießen → Stop muss den Air-Pocket atmen (nicht ES-eng). Der NQ-OD läuft oft weiter, als er „darf” — Ziele großzügiger setzen als im ES.
Orderflow-Signatur.
- Bookmap/Heatmap: Liquidität zieht sich vor dem Preis auf der Drive-Seite; gegenüberliegende Resting-Walls (inkl. Gamma-Wall) werden absorbiert und durchlaufen, keine Nachfüllung in Drive-Richtung. NQ-Eigenheit: das dünne Buch zeigt Air-Pockets (Lücken ohne Resting Liquidity) → der Preis „springt” Etappen; einzelne Großorder leichter gepullt/spoofy als im tiefen ES → das Pullen ist ehrlich, aber das Fehlen von Gegenliquidität ist hier der Haupttell.
- Delta/CVD: Starkes, persistentes gleichgerichtetes Delta ab Open; CVD trendet hart mit dem Preis, keine Divergenz. Delta-Expansion auf jedem Push.
- DOM: Drive-Seite pullt/thinnt; Gegenseite stackt/refresht; Pace sehr schnell (schneller als ES).
- Tape: Aggressives kontinuierliches Lifting der Offers (bzw. Hitting der Bids), große Prints in Trendrichtung, kaum Gegenprints; Bursts heftiger als im ES.
- Internals (NQ-Booster): NASDAQ-TICK + NYSE-$TICK anhaltend einseitig, Breadth einseitig, ES synchron (Cross-Check), VXN fällt im Up-Drive (bzw. steigt im Down-Drive). Anhaltend einseitiger TICK ist einer der besten OD-Tells am RTH-Open.
Trade-Logik. Mitgehen, nicht faden. Edge = „join the initiative”. Einstieg auf den ersten Pullback (RTH-Session-VWAP, Opening-Range-Rücklauf, Micro-Flag, Gamma-Flip als Pullback-Support) — aber mit dem Bewusstsein, dass der NQ-Pullback tiefer/ruckartiger ausfällt als im ES (Limit lieber etwas konservativer, Stop weiter). Wer den Open verpasst, jagt der Air-Pocket-Bewegung nicht hinterher, sondern wartet die erste Konsolidierung ab.
Invalidierung / Übergang. Stallt der Drive und CVD divergiert (Preis Higher High, Delta Lower High) oder TICK divergiert (kein neues TICK-Extrem) oder ES bestätigt das NQ-Extrem nicht → Transition-Risiko (schmaler Tech-Move). Snappt der Preis zurück durch den Open → OD gescheitert, kippt häufig in einen ORR der Gegenseite (stärkstes Reversal — Initiative-Seite gefangen, im NQ besonders heftig wegen der getrappten Air-Pocket-Jäger). In positivem Gamma ist ein sauberer OD unwahrscheinlicher.
2) Open-Test-Drive (OTD)
AMT-Logik. Der Markt eröffnet, testet eine bekannte Referenz (ONH/ONL, Vortags-VAH/VAL, Vorabschluss/Gap-Edge, Gamma-Wall), prüft auf Aktivität, findet keine Folgeaktivität (Ablehnung am Test) und treibt dann in die Gegenrichtung mit Conviction. Unterschied zum OD: der initiale Test in die „falsche” Richtung geht voraus. Der Test ist eine Probe, kein Commitment.
NQ-Spezifika. Der Test geht auch im NQ oft auf ONH/ONL, eine Gap-Edge oder eine Gamma-Wall — aber Vorsicht beim Overshoot: wo der ES einen kontrollierten Poke macht, überschießt der NQ-Test häufig (Air-Pocket), bevor die Absorption greift. Das heißt: Die Absorption ist real, aber sie zeigt sich erst nach einem tieferen Stich als im ES → den Test nicht vorzeitig als „gehalten” abhaken, sondern auf klare Absorption + Flip warten. ONH/ONL sind im NQ schwächere Test-Level (über Nacht luftig); eine Gamma-Wall in RTH ist der hochwertigere Test-Punkt — wenngleich sie im NQ leichter bricht als im ES. Getrappte Breakout-Trader liefern den Treibstoff für den Gegen-Drive, und im violenten NQ trägt dieser Gegen-Drive oft weit.
Orderflow-Signatur.
- Bookmap/Heatmap: Am Test-Level hält große Resting-Liquidity (Absorption; oft auf der Gamma-Wall); Preis kommt nach dem (NQ-typisch tieferen) Stich nicht durch; Test-Seiten-Liquidität wird verteidigt/refresht. Nach der Wende pullt Liquidität auf der neuen Drive-Seite.
- Delta/CVD: Am Test drückt Delta ins Level, aber Preis folgt nicht (Absorption-Divergenz: hohes Delta, kein Preisfortschritt). Nach der Ablehnung flippt CVD und trendet mit der neuen Drive-Richtung.
- DOM: Am Test-Level stackt/refresht die Gegenseite (hält); Aggression wird absorbiert. Post-Turn: Pace verlagert sich schnell in Drive-Richtung.
- Tape: Aggressive Prints ins Level, die „sterben” (kein Preis-Follow), dann ein Flip — Aggression wechselt die Seite, Prints beschleunigen in Drive-Richtung.
- Internals (NQ-Booster): Am Test oft TICK-Extrem ohne Preis-Follow (Aggression läuft leer); nach der Wende TICK-Flip mit der Drive-Richtung; ES bestätigt die Wende (Cross-Check).
Trade-Logik. Test + Rejection abwarten, Einstieg auf der Wende in Drive-Richtung. Trigger = Absorption am Test-Level (Bookmap, ideal auf Gamma-Wall) + CVD-Flip (+ TICK-Flip als Bestätigung). Edge = getrappte Breakout-Trader. Stop hinter das Test-Extrem — im NQ weiter als im ES (Overshoot atmen; nicht knapp ans Extrem, sondern hinter den realistischen Spike-Punkt / das LVN dahinter).
Invalidierung / Übergang. Bricht das Test-Level sauber (keine Absorption, Liquidität pullt, CVD + TICK trenden durch) → es ist kein OTD, sondern ein OD/Continuation in Test-Richtung. Das „kein Follow-through” ist die ganze Prämisse — Follow-through killt den Typ. NQ-Warnung: ein erster Air-Pocket-Stich sieht aus wie ein Bruch — erst der fehlende Follow-through (Absorption + Flip) macht den OTD; ein echter sauberer Bruch im negativen Gamma → Continuation erwarten.
3) Open-Rejection-Reverse (ORR)
AMT-Logik. Der Markt eröffnet, macht einen echten Direktionalversuch (Initiative), wird von responsiver Aktivität abgelehnt, reversed und handelt zurück durch den Open-Preis und darüber hinaus. Unterschied zum OTD: der initiale Move ist ein ernsthafter Versuch (nicht nur eine Probe), und das Reversal trägt durch den Open. Zweiseitiger und kräftiger als OTD.
NQ-Spezifika. Häufig wenn der Gap gefadet wird (Gap-Fill) — und NQ-Gaps sind größer/häufiger → der ORR ist im NQ ein Brot-und-Butter-Muster. Die Gamma-Wall als Reject-Level ist hochwertig (in positivem Gamma drückt der Dealer-Hedging-Flow den initialen Push zurück), bricht im NQ aber leichter als im ES → die Wall braucht Orderflow-Bestätigung, sie trägt nicht allein. Overshoot — Vorzeichen umgekehrt zum ES: der initiale Push überschießt deutlich (Air-Pocket), bevor das Reversal greift → der Fade ist nicht früher und billiger als im ES, sondern teurer (man steht länger/tiefer im Trap, bevor das Reversal trägt). Konsequenz: ORR im NQ nicht zu früh greifen — auf den abgeschlossenen Stich + Absorption + Flush warten, sonst fängt man das fallende Messer. Wenn das Reversal dann trägt, läuft es im violenten NQ aber oft sauber bis Gap-Fill / Vortags-Value / Naked POC durch.
Orderflow-Signatur.
- Bookmap/Heatmap: Am Extrem des initialen Moves wird Liquidität absorbiert (große Resting-Wall / Gamma-Wall hält nach dem Overshoot-Stich), dann aggressive Liquidität auf der Reverse-Seite; das initiale Hoch/Tief wird zur Heatmap-„Shelf”, die der Preis danach respektiert.
- Delta/CVD: Klassische Divergenz am Extrem — Preis macht das Hoch/Tief, Delta bestätigt nicht (oder Absorption: riesiges Delta, kein neues Preishoch). Dann reversed CVD und führt den Preis zurück durch den Open. Delta-Exhaustion an der Wende.
- DOM: Am Extrem hält/refresht die Gegen-Wall gegen Aggression (Absorption), Aggression trocknet aus, dann Flip. Pace zieht auf dem Reverse stark an.
- Tape: Klimaktische aggressive Prints am Extrem (im NQ oft heftiger Schluss-Spike), die den Preis nicht mehr bewegen (absorbiert), dann ein Flush in die Gegenrichtung.
- Internals (NQ-Booster): TICK-Extrem + Divergenz am initialen Hoch/Tief (z. B. Preis neues Hoch, TICK niedriger als beim vorigen Push) ist ein erstklassiger ORR-Frühwarner; ES bestätigt das NQ-Extrem nicht = starker Zusatz-Tell (schmaler Tech-Push läuft leer). Nach der Wende kippt TICK durch Null mit dem Reverse; VXN-Tick nach oben am Hoch stützt einen Short-Reverse.
Trade-Logik. Das Reversal durch den Open ist der Trade. Einstieg auf Bestätigung der Wende (CVD-Flip + Bookmap-Absorption am Extrem + Tape-Flush, ideal an einer Gamma-Wall, + TICK-Divergenz/Flip + ES-Cross-Check). Ziele: Gegenseite des Open, Vortags-Value, Gap-Fill, Naked POC. Der Open-Preis ist der Pivot: Acceptance jenseits des Open = ORR bestätigt. NQ-Disziplin: lieber die Wende-Bestätigung abwarten als den Overshoot greifen — der Trap ist im NQ tiefer.
Invalidierung / Übergang. Reclaimed der Preis das abgelehnte Extrem nach dem Reverse → Reversal gescheitert (zurück zu OD/Continuation). Hält der Open als Pivot nicht → eher OTD-Charakter oder simple Range. Acceptance zurück über den Open = Bestätigung; Ablehnung des Reverse = Failed ORR.
4) Open-Auction (OA)
AMT-Logik. Zweiseitig, rotierend, balanciert. Keine Seite hat Kontrolle. Der Markt rotiert um den Open / innerhalb einer Range. Zwei Unterformen:
- OA in-range (Open innerhalb Vortags-VA): Rotation um den Vortags-Value, responsive Trade an beiden Rändern, Mean-Reversion an den Edges. Niedrigere Conviction, mündet meist in Normal/Neutral Day.
- OA out-of-range (Open außerhalb Vortags-VA, aber ohne Drive): Der Markt „entscheidet”. Auflösung in Acceptance (neuer Value, später Drive) oder Rejection (zurück zum Vortags-Value). Höhere Unsicherheit — auf Auflösung (oft die IB-Auflösung) warten.
NQ-Spezifika. Im NQ seltener und tückischer als im ES. Wo der ES auf positiven Gamma-Tagen sauber pinnt und die Ränder verlässlich halten (häufigster ES-Typ), ist die OA im NQ durch das luftige Buch „falschausbruchs-anfällig”: ein Rand wird durchstochen (Air-Pocket), bevor er hält → der naive Edge-Fade läuft in einen Spike. Ein Gamma-Pin (Preis klebt an HVL / größtem Strike) ist auch im NQ ein OA-Signal, aber der Pin ist weniger klebrig als im ES (höheres Beta zieht stärker aus dem Pin heraus). Die NQ-Falle ist nicht der Chop/Grind (das ist die ES-Falle), sondern der Fake-Break am Rand: Edge-Fades nur mit klarer Absorption nach dem Stich und Internals-Bestätigung nehmen, nie blind am Level. Die RTH-IB (09:30–10:30 ET) definiert die Rotationsrange, ist im NQ aber breiter (höhere Vola) als im ES.
Orderflow-Signatur.
- Bookmap/Heatmap: Liquidität auf beiden Seiten präsent und refreshend; Resting-Walls an den Range-Rändern (oft Call-Wall oben / Put-Wall unten) halten — aber im NQ erst nach einem Overshoot-Stich; kein anhaltendes Pullen. Absorption an den Edges (nach dem Stich) = Rotationssignal. Air-Pocket-Wicks an den Rändern sind im NQ normal — entscheidend ist, ob die Liquidität danach refresht.
- Delta/CVD: Oszillierendes Delta, kein anhaltender Trend; CVD ranged/choppt, Divergenzen an beiden Edges (Delta-Exhaustion an Hoch und Tief).
- DOM: Beide Seiten stacken/refreshen; Pace moderat; kein persistentes einseitiges Thinning.
- Tape: Zweiseitige Prints, Aggression alterniert, keine anhaltende Einweg-Pressure; Edge-Prints werden (nach dem Stich) absorbiert.
- Internals (NQ-Booster): TICK oszilliert um Null (kein anhaltendes Extrem), Breadth gemischt, VXN ruhig/seitwärts, ES und NQ beide ranged (kein Lead). Das ist die Internals-Signatur eines Balance-Tages und bestätigt OA gegen einen verdeckten Drive.
Trade-Logik. Ränder faden (responsive), Ziel Gegenrand / RTH-VWAP / POC / Pin-Strike. Edge = verteidigte Grenzen + Gamma-Pin. In out-of-range: nicht sofort faden — auf Acceptance-vs-Rejection des neuen Areas warten; oft ist die IB-Auflösung der eigentliche Trade. NQ-Disziplin (anders als ES): Fade erst nach dem Overshoot-Stich + sichtbarer Absorption — der Rand „darf” im NQ durchstochen werden, bevor er hält. Ein Edge-Break ohne nachfolgende Absorption ist ein Drive im Keim (im NQ häufiger als im ES).
Invalidierung / Übergang. Sauberer Break + Acceptance jenseits eines Edges (Liquidität pullt, CVD trendet, TICK greift einseitig durch, Pace expandiert, ES bestätigt) = Transition aus dem OA in einen Drive/Trend — im luftigen NQ der häufigste produktive Übergang (OA out-of-range → OD). Ein Bruch des Gamma-Flip-Levels mit Acceptance signalisiert Regimewechsel (Pin-Annahme fällt).
Gamma-Layer am NQ-Open (verfügbar — aber „weicher” als im ES)
Der NQ hat — wie der ES, anders als der FDAX — den Gamma-Layer, und am RTH-Open ist er am stärksten. Einordnung zuerst: Gamma bleibt Bestätigung/Konfluenz (Ebene 2) + Regime-Bias (Ebene-1-Stütze), nie Trigger (vgl. AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz, B5).
Regime als Typ-Bias (Ebene-1-Input):
- Positives GEX (Dealer long Gamma): Dealer hedgen gegen die Bewegung → Vol gedämpft → Mean-Reversion/Pin → OA-Bias, Walls halten, OD unwahrscheinlicher. NQ-Nuance: der Pin ist weniger klebrig als im ES — das höhere Beta zieht öfter aus dem Pin.
- Negatives GEX (Dealer short Gamma): Dealer hedgen mit der Bewegung → Vol verstärkt → Trend/Expansion → OD-/Trend-Bias, Walls brechen leichter. NQ-Nuance: im luftigen NQ-Buch wirkt negatives Gamma besonders beschleunigend — die violentesten NQ-Drives entstehen hier.
Level als Konfluenz (Ebene-2-Punkte):
- Call-Wall = oberer Widerstand/Magnet → OTD-Test-/ORR-Reject-Level oben, OA-Oberkante.
- Put-Wall = unterer Support/Magnet → Test-/Reject-Level unten, OA-Unterkante.
- HVL / größter Strike = Pin-Magnet → OA-Rotationszentrum, Tagesziel.
- Gamma-Flip-Level = der Pivot zwischen den Regimen. Open darüber/darunter setzt den Regime-Bias; Acceptance jenseits davon = Regimewechsel = primäres Übergangssignal (Pin→Trend oder umgekehrt).
Haltekraft-Regel (NQ-Version): NQ-Gamma-Walls halten am Open am stärksten (RTH = volle Session-Qualität, Dealer-Hedging-Flow präsent) — das ist der strukturelle Vorteil ggü. dem gamma-losen FDAX. Aber gegenüber dem ES gilt: dieselbe Wall ist im NQ „weicher”. Das höhere Beta und das luftige Buch lassen NQ-Walls früher brechen und nach einem Overshoot-Stich halten (statt am Level sauber). Praxis: Gamma-Wall im NQ als erstklassiges Konfluenz-Level behandeln, das Orderflow-Bestätigung braucht — nicht als harte Mauer, an der man blind fadet.
Internals & ES am NQ-Open (RTH-Booster, Ebene-3-Stütze)
Diese Quellen sind am RTH-Open am aussagekräftigsten (existieren über Nacht praktisch nicht). Einordnung: Conviction-Booster auf dem Orderflow-Trigger (Ebene 3) — sie ersetzen den Trigger am Level nicht, aber sie stacken darauf. NQ-Besonderheit: Der NQ ist der High-Beta-Leader, der ES der schwerere Cross-Check — das genaue Gegenstück zur NQ-als-Booster-Rolle im ES-Playbook.
| Quelle | OD/Trend-Lesart | OA/Balance-Lesart | Reversal-/Warn-Lesart |
|---|---|---|---|
| NASDAQ-TICK (instrument-treu) | anhaltend einseitig, wiederholte Extreme in Trendrichtung | oszilliert um Null | Divergenz: neues Preisextrem ohne neues TICK-Extrem = Exhaustion (ORR-Frühwarner) |
| NYSE-$TICK (breiter Risk-Read) | bestätigt die NASDAQ-Richtung = breites Risk-On/Off | oszilliert um Null | NYSE-$TICK bestätigt NASDAQ-TICK nicht = schmaler Tech-Move, Vorsicht |
| Breadth ($ADD/$VOLD, NASDAQ) | einseitig, expandiert mit dem Move | gemischt/flach | dreht gegen den Preis = nachlassende Beteiligung |
| VXN (Nasdaq-100-Vol, instrument-treu) | fällt im Up-Move / steigt im Down-Move | ruhig/seitwärts | Spike = Vorsicht, Reversal-/Vol-Umfeld |
| VIX (breiter Markt) | bestätigt VXN-Richtung | ruhig | divergiert von VXN = Tech-spezifischer Stress |
| ES-Korrelation (Cross-Check) | synchron = höhere Conviction | beide ranged | ES bestätigt NQ-Extrem nicht = schmaler Tech-Push, einer lügt (klassischer NQ-ORR-Frühwarner) |
Lese-Reihenfolge am Level: Orderflow-Trigger zuerst (Delta/CVD → Bookmap → DOM/Tape), dann Internals als Conviction-Check (NASDAQ-TICK + ES-Cross-Check zuerst). Internals allein triggern keinen Trade.
Hinweis zur Verfügbarkeit: Falls dein Setup NASDAQ-TICK/$TICKQ oder NASDAQ-Breadth nicht sauber liefert, trägt der NYSE-$TICK als breiter Risk-Proxy plus der ES-Cross-Check den Internals-Layer — beides ist am US-Open robust verfügbar. VXN ist der direktere Vol-Read für den NQ; VIX als breiter Proxy genügt notfalls.
Übergänge zwischen den Typen (eigene Lese-Ebene)
Die Typen kippen ineinander; Orderflow + Internals zeigen den Kipp-Punkt früher als der Preis. Im luftigen NQ kippen Typen schneller und heftiger als im ES.
| Übergang | Auslöser im Orderflow / in den Internals | Konsequenz |
|---|---|---|
| OD → ORR (Failed Drive) | Drive stallt, CVD-Divergenz + TICK-Divergenz am Extrem, ES bestätigt nicht, Snap zurück durch Open | Stärkstes Reversal-Setup; Initiative-Seite gefangen (im NQ besonders heftig — getrappte Air-Pocket-Jäger) |
| OTD → OD (Test bricht) | Test-Level/Gamma-Wall bricht sauber (kein Overshoot-Halten), Absorption fehlt, CVD + TICK trenden durch | Kein Fade — Continuation in Test-Richtung handeln |
| ORR ↔ OTD (Abgrenzung) | OTD = Probe ohne Open-Durchbruch; ORR = echter Versuch durch Open | Pivot-Frage: Trägt das Reversal durch den Open-Preis? |
| OA out-of-range → OD | Edge bricht mit Acceptance (nach Stich kein Refresh), Liquidität pullt, TICK greift einseitig durch, Pace expandiert | Balance-Annahme fällt; auf Drive umschalten — im NQ der häufigste produktive Übergang |
| OD → OA (Drive erschöpft) | Drive verliert Delta-Expansion, TICK oszilliert wieder, Liquidität refresht beidseitig | Von „mitgehen” auf „Ränder faden” umstellen |
| Pin → Trend (Regimewechsel) | Gamma-Flip-Level bricht mit Acceptance (häufig OA → OD) | Positiv-Gamma-Pin-Annahme fällt; Vol-Expansion erwarten — im NQ schnell |
Merksatz: Der Übergang ist zuerst im Delta/CVD + TICK am ersten Extrem sichtbar (Divergenz vs. Bestätigung) und im ES-Cross-Check (bestätigt er das NQ-Extrem?), dann in der Bookmap am Liquiditätsverhalten (pullen vs. nach-Stich-refreshen) — und erst danach im Preis. Ein Gamma-Flip-Bruch ist das sauberste Regime-Übergangssignal, das der NQ (wie der ES, anders als der FDAX) liefert.
Orderflow-Signatur-Matrix (Typ × Tool) — Schnellreferenz
| Bookmap/Heatmap | Delta/CVD | DOM | Tape | Internals (NQ) | |
|---|---|---|---|---|---|
| OD | Liquidität pullt vor Preis; Air-Pockets (Lücken); keine Nachfüllung; einseitig | Persistentes gleichgerichtetes Delta; CVD trendet, keine Divergenz | Drive-Seite thinnt, Gegenseite stackt; Pace sehr schnell | Kontinuierliches Lifting/Hitting; heftige Prints in Trendrichtung | NASDAQ-TICK anhaltend einseitig; Breadth einseitig; ES synchron; VXN bestätigt |
| OTD | Resting-/Gamma-Wall hält nach Stich (Absorption); danach Pull auf Drive-Seite | Delta ins Level, Preis folgt nicht → Flip nach Rejection | Gegenseite refresht am Test; danach Pace-Shift | Prints sterben am Level; dann Flip + Beschleunigung | TICK-Extrem ohne Follow am Test → TICK-Flip; ES bestätigt Wende |
| ORR | Absorption am Extrem nach Overshoot (oft Gamma-Wall); Reverse-Liquidität; Extrem wird Shelf | Divergenz am Extrem; CVD reversed durch Open | Gegen-Wall hält, Aggression trocknet aus, Flip | Klimaktische Prints (oft Schluss-Spike) absorbiert; dann Flush | TICK-Divergenz am Extrem; ES bestätigt NQ-Extrem nicht; VXN-Tick |
| OA | Beidseitig präsent/refreshend; Edges halten nach Stich; kein Pullen | Oszillierend; Divergenz an beiden Edges; mean-revert | Beide Seiten stacken; Pace moderat | Zweiseitig, Aggression alterniert; Edges (nach Stich) absorbiert | TICK oszilliert um Null; Breadth gemischt; VXN ruhig; ES+NQ ranged |
Lese-Reihenfolge im Live-Trade: Delta/CVD (Divergenz vs. Bestätigung am ersten Extrem) → Bookmap (pullen vs. nach-Stich-halten/refreshen, Verhalten an der Gamma-Wall) → DOM/Tape (Pace + Aggression) → Internals als Conviction-Check (NASDAQ-TICK + ES-Cross-Check zuerst).
Entscheidungsbaum / Quick-Reference
PRE-OPEN (vor 09:30 ET):
Overnight akzeptiert oder verworfen? (ON-Value wandert vs. bleibt am Vortags-Value)
+ Gap innerhalb/außerhalb Vortags-VA? (NQ gappt größer/häufiger)
+ Gamma-Regime: positiv (Pin/OA) oder negativ (Trend/OD)? + Open vs. Gamma-Flip?
+ Megacap-/Tech-Gap idiosynkratisch? (NVDA/AAPL/MSFT/... · Semis)
+ ES/Internals/VXN-Lean?
→ grenzt 2–3 Typen aus, bevor der Open läuft.
AM OPEN (09:30 ET):
Treibt es einseitig ohne Rückkehr zum Open?
JA → Bookmap pullt + Air-Pockets + CVD trendet ohne Divergenz + NASDAQ-TICK einseitig + ES synchron?
JA → OPEN-DRIVE → mitgehen, ersten Pullback nehmen (tiefer/ruckartiger als ES → Stop weiter)
NEIN (CVD/TICK divergiert / ES bestätigt nicht / Liquidität refresht) → Übergang beobachten (→ ORR/OA)
NEIN → Testet es zuerst eine Referenz (ONH/ONL, PDH/PDL, Gap-Edge, Gamma-Wall)?
Test überschießt (NQ!), hält dann (Absorption, kein Follow-through) → Drive Gegenrichtung?
JA → OPEN-TEST-DRIVE → Wende handeln (Absorption + CVD-/TICK-Flip; Stop weiter als ES)
(Test bricht sauber, kein Overshoot-Halten → kein OTD, Continuation = OD in Testrichtung)
Echter Direktionalversuch, überschießt, dann Rejection + Reverse DURCH Open?
JA → OPEN-REJECTION-REVERSE → Reversal handeln, Open = Pivot
(Reject-Level oft Gamma-Wall; NICHT zu früh greifen — Overshoot/Trap tiefer als ES;
TICK-Divergenz + ES-Cross-Check als Frühwarner)
Zweiseitig, rotierend, Edges halten (nach Stich), TICK oszilliert?
JA → OPEN-AUCTION
in-range → Edges/Pin faden NUR nach Stich + Absorption (Fake-Break-Gefahr)
out-of-range → auf IB-Auflösung warten (Acceptance vs. Rejection)
Offene Punkte / später vertiefen
- NQ-Overshoot-/Stop-Kalibrierung: typische NQ-Overshoot-Distanzen je Typ als konkrete (weitere) Stop-Richtwerte — das Spiegelbild zur engen ES-Stop-Kalibrierung und zur FDAX-Overshoot-Kalibrierung. Punktwert-bewusst (NQ-Punktwert ≠ ES; Micro/MNQ als Sizing-Hebel auf dem dünnen Buch). (→ kanonisch: NQ_Session-und-Risiko-Delta §5 „Risiko & Overshoot“; Journal §10.A)
- NQ-Gap-Statistik: Gap-Fill-Quote nach Gap-Größe/-Richtung und Lage zur Vortags-VA — getrennt nach „Index-Gap” vs. „Megacap-Earnings-Gap” (idiosynkratische Gaps verhalten sich anders). (→ kanonisch: NQ_Session-und-Risiko-Delta §5; Journal §10.E)
- NQ-Gamma-Bruch-Quote: wie viel leichter NQ-Walls brechen als ES-Walls (empirisch); ab welcher Pin-Distanz zum HVL OA-Rotation statt Drive zu erwarten ist. (→ kanonisch: Werkzeug_Options-Flow §11; Journal §10.D)
- NASDAQ-TICK-Schwellen: instrument-treue TICK-Niveaus, ab denen „anhaltend einseitig” (OD) sauber von „oszillierend” (OA) trennt; Divergenz-Definition für den ORR-Frühwarner; Verhältnis NASDAQ-TICK ↔ NYSE-$TICK kalibrieren. (→ kanonisch: Werkzeug_Delta-CVD §5.6 + NQ_Session-und-Risiko-Delta [Internals]; Journal §10.C)
- ES-NQ-Lead-Lag empirisch: wann der NQ wirklich führt vs. wann der ES-Cross-Check das ehrlichere Signal ist (Trend- vs. Reversal-Phasen). (→ kanonisch: NQ_Session-und-Risiko-Delta [Internals]; Journal §10.C)
- Megacap-Earnings-Opens: Sonderfall-Mechanik, wenn ein einzelner Mega-Cap den Open dominiert (Acceptance vs. Fade des Earnings-Gaps; SOX-Mitzieh-Effekt).
- Daten-/FOMC-getriebene Opens: wie 10:00-ET-Daten und FOMC den Typ kippen — im zinssensitiven NQ schärfer als im ES.
- RTH-IB-Extension (NQ): wann der IB-Break (09:30–10:30 ET) trägt vs. zurückfällt — IB im NQ breiter als im ES. (→ kanonisch: Methodik_Intraday-Management §3/§12; Journal §10.L)
- Operative Checkliste: ✓ umgesetzt in Checkliste_NQ-0930-Open (Phasen 0–4, Disziplin-Gate, Handelsrichtung je Typ).