NQ — Session- & Risiko-Delta
Themenbereich: Asset-Delta (dünn) — Session-Rhythmus + Risiko/Overshoot für NQ; speist beide Engines Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (kein Footprint); Bestätigungs-Layer inkl. Gamma (MenthorQ verfügbar, NDX/QQQ-basiert; Haltekraft in US-RTH real, aber „weicher” als im ES) Verwandte KB-Dateien: Methodik_Intraday-Management (Engine — „Session-Rhythmus” speist §2/§3/§6/§7) · Methodik_Trade-Management (Engine — „Risiko & Overshoot” speist §2/§8/§9.3/§11) · NQ_Open-Type-Playbook (Open-Frame + Anker-Konvention + Gamma-am-Open + NQ-Prägung „luftigstes Buch/Air-Pockets”) · Checkliste_NQ-0930-Open (Runtime) · Sessions_London_ES-NQ-vs-FDAX (Session-Qualität; NQ = „stets dünner als ES, über Nacht/London nochmals luftiger”) · ES_Session-und-Risiko-Delta (Schwester-Delta — gleicher 09:30-Open, teilt die Session-Struktur; Overshoot-Gegenpol: ES eng, NQ weit) · FDAX_Session-und-Risiko-Delta (Overshoot-Verwandter — dünnes Buch wie NQ, aber ohne Gamma) · MicroStructure_Warum-und-Wie-Maerkte-sich-bewegen (Konsum/Vakuum B, Air-Pocket/Adverse-Selection C4, Sweep/Stop-Run C2, Regime-Schnelltest S5) · AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz (Day-Types C, Excess/Liquidity-Grab E5) · Methodik_AMT-als-Filter (Drei-Ebenen) · Werkzeug_Delta-CVD (§5.1 Absorptions-Divergenz, §5.6 Exhaustion/ORR-Frühwarner) · Werkzeug_Heatmap-Bookmap (pullen vs. halten/refreshen, Air-Pockets) · Werkzeug_VWAP (RTH-Anker, Bestätigung) · Werkzeug_Options-Flow (Gamma, NQ — Wall/HVL/Flip) · Methodik_Journal-und-Kalibrierung (löst alle ⟨zu kalibrieren⟩-Felder) Geltung: Nur NQ-Unterschiede — keine Wiederholung universeller Logik (Phasen-Modell, Stop-/Sizing-Philosophie, Regime-Kipp → Engines) und keiner Open-Mechanik (4 Typen, Gamma-am-Open, Internals-Signaturen → NQ_Open-Type-Playbook). Der Delta ergänzt, er dupliziert nicht. Teilt die ES-Session-Struktur (gleicher 09:30-ET-Open), weicht in Volatilität/Overshoot und Conviction-Quellen ab. Status: FERTIG
Kernaussage (Anker)
NQ = luftigstes, High-Beta-Buch des Index-Paars → höchster Overshoot der Gruppe, weiteste Stops. Der Rhythmus ist derselbe wie im ES (gleicher RTH-Bogen 09:30–16:00 ET), aber die Bewegung ist violenter: höhere Vola, weitere Ranges, Air-Pockets, überschießende Ränder und Drives. Die Hauptgefahr ist damit die spiegelverkehrte zum ES: nicht der zähe Chop/Grind in der Balance, sondern der Spike, der ein gutes Level durchsticht, bevor es hält — und der Pullback-/Fade-Entry, der zum „Fang ins fallende Messer” wird. Zusätzliche Treiber: Megacap-/Tech-Earnings (idiosynkratische Gap-Treiber am Folge-Open) und Zins-/Growth-Sensitivität (Long-Duration-Tech → schärfere Reaktion auf Yields/CPI/FOMC als ES). Conviction über NASDAQ-TICK (eigener Wertebereich, nicht die $TICK-ES-Schwellen) und den ES-Cross-Check (NQ = High-Beta-Leader, ES = schwerer Bestätiger). Gamma ist verfügbar (NDX/QQQ-basiert, RTH-Haltekraft real) — der strukturelle Vorteil ggü. dem gamma-losen FDAX —, aber Walls brechen tendenziell leichter als die identische ES-Wall.
Session-Gestalt (das NQ-Distinktive): Der NQ teilt mit dem ES einen einzigen sauberen RTH-Bogen 09:30–16:00 ET und die Platzhalter-Overnight (nur Pre-Open-Kontext, kein handelbares Regime — Sessions_London_ES-NQ-vs-FDAX). Der Unterschied ist nicht die Uhr, sondern die Amplitude: dieselben Phasen, aber in jeder Phase weiter, schneller, überschießender. Das Overnight-Profil ist im NQ noch minderwertiger als im ES (luftiger, dünner) → die RTH-Auflösung am 09:30-Open ist noch klarer die „ehrliche” Preisfindung. Der „Session-Rhythmus” unten beschreibt daher nur den NQ-Tint auf dem geteilten ES-Gerüst; das Gerüst selbst steht in ES_Session-und-Risiko-Delta und wird hier nicht wiederholt.
Zwei Merksätze, die diesen Delta tragen:
- Das luftige Buch ist Chance und Falle zugleich — spiegelbildlich zum ES. Es liefert die weitesten, saubersten Runner der Gruppe (ein NQ-Drive läuft durch Air-Pockets, statt grindig getragen zu werden) — aber es bestraft den zu frühen Entry härter als jedes andere Index-Instrument. Der NQ-Fehler ist selten der zu weite Stop, sondern der am Overshoot-Spike ausgestoppte enge Stop und der in den Stich gegriffene Fade. Konsequenz: Reclaim-/Scale-in-Entry ist im NQ der Default, „am Level”/All-in der Ausnahmefall (umgekehrt zum ES).
- Gamma ist auch im NQ ein struktureller Vorteil — nur ein weicherer. Der NQ hat den Layer, den der FDAX bauen muss (ein Ersatz ist nicht nötig). Er wertet Level auf und liefert das sauberste Regime-Signal, das der NQ kennt (Gamma-Flip-Bruch mit Acceptance). Aber die Wall ist im NQ öfter ein Magnet mit Bruchneigung als eine harte Wand → sie braucht Orderflow-Bestätigung und taugt selten allein als Fade-Anker. Gamma bleibt Bestätigung, nie Trigger.
Session-Rhythmus (speist die Intraday-Engine)
Kein eigenes Gerüst — der NQ erbt die ES-Uhr. Open 09:30 ET, IB 09:30–10:30 ET, RTH-Close/Settlement 16:00 ET, dieselbe Phasenfolge (IB-Auflösung → Vormittag → Mittags-Lull → Nachmittag → Power-Hour). Die kanonischen Phasen-Zeiten und der DST-/FFM-Versatz stehen in ES_Session-und-Risiko-Delta („Session-Rhythmus”) und werden hier nicht dupliziert; die Phasen-Logik selbst (Liquiditäts-Filter über der Regime-Frage) steht in Methodik_Intraday-Management §2. Dieser Abschnitt liefert ausschließlich den NQ-Tint — das, was in derselben Phase anders läuft als im ES.
Phasen → NQ-Tint (nur die Unterschiede zum ES-Gerüst)
| Engine-Phase (§2) | ES-Fenster (ET, → ES-Delta) | NQ-Tint (nur die Abweichung) |
|---|---|---|
| 1 — IB-Auflösung | 09:30–10:30 | IB breiter als im ES (höhere Vola) → die IB-Grenzen definieren eine weitere Rotationsrange; ein IB-Break überschießt eher, bevor Acceptance greift. 10:00-ET-Datenfenster kippt den Typ im zinssensitiven NQ schärfer als im ES. Internals am Open am aussagekräftigsten — hier aber NASDAQ-TICK + ES-Cross-Check statt nur $TICK. IB-Extension-Trefferquote je Instrument kanonisch → Intraday §3 (⟨zu kalibrieren⟩). |
| 2 — Vormittags-Entwicklung | ~10:30–~11:30 | Stärkste Direktionalität der Gruppe — der produktivste NQ-Runner entsteht hier, oft durch Air-Pockets beschleunigt (weiter als der ES-Move). Kehrseite: Vormittags-Impulse sind violenter → Pullback-Entries tiefer/ruckartiger, Stop weiter (s. „Risiko & Overshoot”). |
| 3 — Mittags-Lull | ~11:30/12:00–~13:00/13:30 ⟨zu kalibrieren⟩ | Dieselbe doppelte Ausdünnung (US-Lunch + EU-Cash-Close). NQ-Verschärfung: Fake-Breaks sind heftiger — das dünne Buch produziert in der Lull überschießende LVN-Durchläufe ohne Follow (MicroStructure… C4). „Nicht handeln” ist noch klarer die Position als im ES; ein Lull-Stich sieht wie ein Break aus und ist meist keiner (Engine §6). Lull-Fenster NQ exakt → ⟨zu kalibrieren⟩. |
| 4 — Nachmittags-Regime | ~13:30–15:00 | Wie ES (Liquidität kehrt zurück, Regime bestätigt/kippt → Engine §5/§7). FOMC-Tage überschreiben die Phase — im NQ mit größerer Post-Statement-Amplitude (zinssensitiver). |
| 5 — Power-Hour / Close | 15:00–16:00, Settlement 16:00 | Volatiler als im ES: Continuation oder Reversal laufen weiter/heftiger (Engine §7.1/§7.2). Settlement-Magnete wie ES, aber der Gamma-Pin ist weniger klebrig (höheres Beta zieht stärker aus dem Pin — s. „Risiko & Overshoot” §4). Positionierung in den Close nach Prop (Trade-Mgmt §7.3). |
Der Tint ersetzt nicht das Phasen-Modell und nicht die ES-Zeiten — er verortet nur die NQ-Amplitude in derselben Uhr. Die Signatur schlägt die Uhr: expandiert der Nachmittag trotz „Lull-Fenster”, gilt die Liquiditäts-Signatur, nicht die Zeit (Engine §2).
Event-Fenster (NQ-spezifisch; speist Trade-Mgmt §9.3 & Intraday §2)
Die US-Makro-Fenster sind identisch zum ES (08:30 Pre-Open-Gap · 10:00 Typ-Kipp in der IB · FOMC 14:00/14:30) und stehen kanonisch in ES_Session-und-Risiko-Delta — hier nur die NQ-Zusätze und -Verschärfungen:
| Fenster (ET) | Ereignis | NQ-spezifische Wirkung |
|---|---|---|
| After-Close (~16:00–20:00) / Pre-Market | Megacap-Earnings (NVDA/AAPL/MSFT/AMZN/GOOGL/META) · Semi-News (SOX) | NQ-exklusiver Gap-Treiber. Eine einzelne Megacap-Zahl kann den Folge-Open dominieren und den Open-Type vorprägen (Acceptance vs. Fade des Earnings-Gaps, SOX-Mitzieh-Effekt). NQ-Gaps sind dadurch größer, häufiger und idiosynkratischer als ES-Gaps. Mechanik des Earnings-Opens → NQ_Open-Type-Playbook (Pre-Open-Block, Mega-Cap-Layer). |
| 08:30 (vor Open) | CPI, NFP, PCE, PPI, Retail, Claims | Wie ES ein Pre-Open-Gap-Treiber — im NQ schärfer, weil Long-Duration-Tech stärker auf Yields/CPI reagiert. |
| 10:00 (nach Open) | ISM, JOLTS, Confidence | Injiziert Vola in die IB → kippt den Typ; im luftigen NQ-Buch heftiger (Air-Pocket auf den Datenspike). |
| 14:00 / 14:30 | FOMC Statement/Presser | Zinssensitiver → größere Post-Statement-Expansion als ES. Vor dem binären Event nach Prop reduzieren/glattstellen (Trade-Mgmt §9.3). |
Alle Event-Fenster sind Overshoot-Verstärker und wirken im dünnen NQ-Buch stärker (kollektives Maker-Pulling → größere Air-Pockets,
MicroStructure…C4). Behandlung des Spikes = Trade-Mgmt §9.3 (Acceptance jenseits abwarten, nicht in den Spike aufstocken); Overshoot-Charakter = Abschnitt „Risiko & Overshoot” unten.
Anker-Konvention (NQ — kanonisch im Open-Playbook)
Identisch zum ES (bewusst konsistent), NQ-Nuance: Globex-Daily-VWAP = nur Pre-Open-Kontext (durch die noch dünnere NQ-Overnight stärker „kontaminiert”); RTH-Session-VWAP (Kaltstart exakt 09:30 ET) = Ausführungs-Anker; RTH-Profil = ehrliche Preisfindung, Overnight-Profil = Referenz, nicht Value — im NQ noch deutlicher als im ES. Volle Tabelle + Begründung: NQ_Open-Type-Playbook („Anker-Konvention”). Bewusster Unterschied zum FDAX (dort Profil + VWAP durchgehend Overnight-geankert, weil der Eurex-Overnight Teil des laufenden Tagesprofils ist).
Session-Anomalien (NQ-spezifisch, kalender-abhängig prüfen)
- Verkürzte Handelstage / Sommerzeit-De-Sync: identisch zur ES-Logik (Cash-Close 13:00 ET an Halbtagen; ~3 De-Sync-Wochen im März & Okt/Nov) → ES_Session-und-Risiko-Delta /
Sessions…, ⟨gegen US-Börsenkalender prüfen⟩. - Triple/Quad-Witching & Index-Rebalances: überdurchschnittliches Close-Volumen und Pinning wie im ES — im NQ aber mit der Einschränkung, dass der Gamma-Pin weniger klebrig ist (höheres Beta, weichere Walls); das Pinning ist real, trägt aber seltener „hart” bis zum Settlement.
- Earnings-Saison-Cluster: In den Berichtssaisons häufen sich Megacap-Zahlen → serielle idiosynkratische Gap-Opens; die Gap-Statistik ist dann getrennt nach Index-Gap vs. Megacap-Earnings-Gap zu lesen (⟨zu kalibrieren⟩, s. u.).
Risiko & Overshoot — kanonische Quelle für NQ (Open-Playbook & Trade-Management verweisen hierher)
Dieser Abschnitt ist selbsttragend: er definiert den NQ-Overshoot-Charakter, die daraus folgende (weite) Stop-Logik, die Punkt-/Tick-Werte als Sizing-Grundlage und die Rolle des (verfügbaren, aber weichen) Gamma-Layers. Die universelle Stop-/Sizing-/Exit-Logik bleibt Methodik_Trade-Management (§2 Stop, §8 Sizing, §9 Fehler-Management, §11 Instrument-Charakter) — hier nur die NQ-Parameter und der NQ-Tint, im Schema Erkennung/Bedingung → Handlung/Erwartung → Bestätigung → Invalidierung.
1. Overshoot-Charakter — der höchste des Index-Paars
Der NQ hat das luftigste, High-Beta-Buch der Gruppe: dünnere Resting Liquidity als der ES, mehr Vakuum nahe am Preis, schreckhaftere Maker (MicroStructure… B/C4). Mechanische Folge: Ränder, Excess und Drives sind violenter und weniger sauber als im ES. Ein Overshoot ist im NQ kein kontrollierter Poke (das ist die ES-Signatur), sondern ein echter Spike/Air-Pocket — der Preis „springt” Etappen, weil Liquidität kollektiv pullt, bevor Aggression sie konsumiert. Der NQ steht damit im Overshoot-Verhalten näher am FDAX als am ES — mit dem entscheidenden Unterschied, dass er den Gamma-Layer behält (den der FDAX nicht hat).
Konsequenzen (der NQ-Gegenpol zum ES):
- Fades am Level sind teurer, nicht billiger. Der initiale Push/Test überschießt deutlich, bevor Absorption greift → man steht länger und tiefer im Trap. Der Fade braucht den abgeschlossenen Stich + klare Absorption + Flush, nicht das erste Antippen (Werkzeug_Delta-CVD §5.1/§5.6). „Am Level” ohne abgewarteten Overshoot ist im NQ fast immer verfrüht.
- Drives laufen weiter, als sie „dürfen”. Was im ES als Erschöpfung gälte, trägt im NQ durch den nächsten Air-Pocket → Ziele großzügiger fassen, Runner länger halten (Trade-Mgmt §5/§12, Trend-Zeile). Der frühste Erschöpfungs-Tell bleibt CVD-Divergenz/Exhaustion am Extrem + fehlende ES-Bestätigung (schmaler Tech-Move läuft leer).
- Entry-Ort: Reclaim/Acceptance-Bestätigung (Trade-Mgmt §1.2c) ist der NQ-Default, Scale-in über die Overshoot-Spanne (§4.1/§1.2b) der Regelfall; „am Level”/All-in (§1.2a/§4.1) ist die Ausnahme (nur bei ruhigem Buch, ohne Event-Nähe, an scharfer Struktur mit sofortiger Absorption) — genau umgekehrt zum ES.
Regel — Overshoot auslaufen lassen statt in den Stich greifen (der teuerste NQ-Fehler; E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Preis läuft an ein Struktur-/Gamma-Level und überschießt (Air-Pocket-Wick, Liquidität pullt vor dem Preis) — im dünnen Buch der Normalfall, nicht die Ausnahme.
- Handlung/Erwartung: nicht in den laufenden Spike faden/kaufen; den Overshoot auslaufen lassen und den Entry hinter die realistische Overshoot-Spanne legen (Reclaim/Scale-in). Bester Read: „ist das Konsum (trägt weiter) oder Vakuum (kippt zurück)?” (
MicroStructure…S5-Schnelltest). - Bestätigung: nach dem Stich kehrt Liquidität zurück/refresht und CVD flippt/versiegt (Absorption, Werkzeug_Delta-CVD §5.1); NASDAQ-TICK dreht, ES bestätigt die Wende (Cross-Check).
- Invalidierung: kein Refresh, Liquidität pullt weiter, CVD trendet durch, Acceptance jenseits → es war kein Overshoot, sondern ein echter Break/Drive (Vakuum-Move mit Konsum dahinter) → mitgehen statt faden (Intraday §5.1).
2. Stop-Logik relativ zum Buch — weit, jenseits Excess/LVN plus großem Overshoot-Puffer
Die universelle Stop-Philosophie (Struktur, nicht Geldbetrag; jenseits der Invalidierung + Overshoot-Puffer; Poke ≠ Acceptance) steht in Methodik_Trade-Management §2. NQ-Tint:
- Der Stop muss den Air-Pocket atmen. Der Overshoot-Puffer über die strukturelle Invalidierung (LVN/Excess/Swing-Extrem/Struktur- bzw. Gamma-Wall) hinaus ist groß — der weiteste des Index-Paars und damit das Gegenstück zur engen ES-Platzierung. Ein knapp gesetzter Stop wird im NQ vom normalen Overshoot als Rauschen abgeholt, bevor die These falsch ist.
- Platzierung an LVN/Excess-Struktur hinter dem realistischen Spike-Punkt, nicht knapp ans Extrem. Runde Zahlen (Big Figures) sind — anders als im 6E — kein eigenständiger NQ-Overshoot-Treiber; der Anker bleibt die saubere Excess-/LVN-Kante plus die kalibrierte Overshoot-Spanne dahinter. (Große psychologische Index-Level können einen Air-Pocket auslösen, sind aber Konfluenz, nicht der Stop-Anker.)
- Poke vs. Acceptance mit weiterer Poke-Spanne: Ein Overshoot innerhalb der (weiten) NQ-Spanne ist keine Invalidierung — genau dafür liegt der Stop weit dahinter. Erst Acceptance jenseits (Zeit/Volumen dahinter, nicht nur ein Stich) widerlegt die These. Der teuerste Fehler ist, den NQ-typisch tiefen Poke mit Acceptance zu verwechseln (Trade-Mgmt §2, „Poke vs. Acceptance”).
Qualitative Stop-Ordnung je Open-Type (konkrete Tick-Werte ⟨zu kalibrieren⟩, s. §5) — durchgängig weiter als die ES-Entsprechung:
| Open-Type | Stop-Ort (NQ-weit) | Warum weit nötig |
|---|---|---|
| OD | hinter Opening-Range-Rücklauf / RTH-VWAP- bzw. Gamma-Flip-Pullback + Air-Pocket-Puffer | Pullbacks sind tiefer/ruckartiger als im ES → knapper Stop fängt den normalen Rücklauf |
| OTD | hinter das Test-Extrem + realistische Overshoot-Tiefe (Gamma-Wall/ONH/ONL/PDH/PDL) | Der Test überschießt (Air-Pocket), bevor Absorption greift → Stop hinter den Stich, nicht ans Extrem |
| ORR | jenseits des abgeschlossenen Overshoot-Extrems des initialen Push (oft Gamma-Wall) | initialer Push überschießt deutlich → Fade teurer/tiefer als im ES → Stop hinter den vollen Stich |
| OA | hinter die Edge-Excess + Fake-Break-Puffer (oft Call-/Put-Wall) | Ränder werden im NQ erst nach einem Stich verteidigt → Stop hinter den Air-Pocket-Wick |
| Neutral | hinter das aufgelöste Extrem (erst ab Auflösung) | reduziertes Commitment bis eine Seite gewinnt (Intraday §4.3) |
Overshoot-/Stop-Richtwerte je Open-/Day-Type in Ticks sind ⟨zu kalibrieren⟩ (unten §5) und speisen direkt die Stop-Distanz von Trade-Mgmt §2 → §8. Der NQ ist hier das Spiegelbild zur engen ES-Kalibrierung und liegt näher am FDAX-Overshoot-Pol (dort ebenfalls weit, aber ohne Gamma).
3. Punkt-/Tick-Wert & Sizing-Bezug
Grundlage für das Positionssizing (Methodik_Trade-Management §8; Formel dort, nicht hier dupliziert): Kontrakte = Risk-per-Trade ÷ (Stop-Distanz in Ticks × Tick-Wert).
| Kontrakt | Tick-Größe | Punktwert | Tick-Wert |
|---|---|---|---|
| NQ (E-mini Nasdaq-100) | 0,25 Punkte | 20 $ / Punkt | 5,00 $ / Tick |
| MNQ (Micro E-mini) | 0,25 Punkte | 2 $ / Punkt | 0,50 $ / Tick |
⟨Gegen Prop-Kontraktspezifikation prüfen⟩ (Tick-Größe/-Wert, Kontraktgröße; kann je Firma/Feed abweichen).
NQ-Sizing-Konsequenz (der Spiegel zum ES):
- Die NQ-Stop-Distanzen sind wegen des hohen Overshoots die weitesten des Index-Paars und der Punktwert ist höher (20 $ vs. 50 $/Pt beim ES — aber der NQ bewegt deutlich mehr Punkte). Beides zusammen — weiter Stop × Punktwert — heißt: für ein gegebenes Risk-per-Trade erlaubt der NQ die kleinste Kontraktzahl / gröbste Voll-Kontrakt-Auflösung des Index-Paars. MNQ ist deshalb der zentrale Feinsizing-Hebel auf dem dünnen Buch (Trade-Mgmt §4.2/§8) und macht die Scale-in-Staffelung über die Overshoot-Spanne (§1.2b/§4.1) überhaupt erst risikokonform.
- ES/NQ-Ratio als Sizing-Hilfe: Weil NQ und ES stark korrelieren, ist das Verhältnis ihrer typischen Bewegungs-/Stop-Distanzen ein praktischer Umrechner, um eine ES-Stop-Intuition in NQ-Punkte zu übersetzen (und die passende Kontrakt-/Micro-Zahl zu wählen). Das konkrete Verhältnis driftet mit dem Preisniveau und dem Vola-Regime → ⟨zu kalibrieren: ES/NQ-Bewegungs-/Stop-Ratio → Methodik_Journal-und-Kalibrierung⟩; kein fester Wert hier.
- Prop-Deckelung bindet weiterhin: die aus der Formel folgende Größe wird durch Max-Kontrakt-Limit, Rest-Daily-Loss und Trailing-Drawdown-Puffer gekappt — bindend ist die kleinste Grenze (Trade-Mgmt §7/§8). Der weite NQ-Stop frisst pro Kontrakt mehr Budget → näher an der Prop-Grenze ist der Wechsel auf MNQ oft der einzige Weg, ein Setup überhaupt regelkonform zu nehmen. Der genaue Daily-Loss ÷ Stop-Distanz → Kontraktzahl ist ⟨zu kalibrieren: Prop-Sizing-Tabelle je Instrument (NQ/MNQ) → Methodik_Journal-und-Kalibrierung⟩.
4. Gamma-Layer als Stop-/Ziel-/Regime-Referenz (verfügbar — kein Ersatz nötig, aber „weicher”)
Der „Ersatz für fehlenden Gamma-Layer” ist der FDAX-Fall; im NQ ist Gamma vorhanden (MenthorQ, NDX/QQQ-basiert) und in der US-RTH mit realer Haltekraft (Dealer-Hedging-Flow präsent) — der NQ hat also, wie der ES, einen Layer mehr als der FDAX, nicht weniger. Volle Regime-→Open-Type-Logik: NQ_Open-Type-Playbook („Gamma-Regime”) + Werkzeug_Options-Flow (§5.1–5.4). Hier nur die risiko-/exit-relevante Nutzung und die NQ-Weichheit:
- NQ-Weichheit (der eine echte Unterschied zum ES): Wegen des höheren Beta und des luftigeren Buchs brechen NQ-Gamma-Walls tendenziell früher als die identische ES-Wall — die Wall ist öfter ein Magnet mit Bruchneigung als eine harte Wand. Folge: Gamma bleibt erstklassiger Konfluenz- und Regime-Layer, taugt aber seltener als alleiniger Fade-Anker; sie braucht die Orderflow-Bestätigung (hält/refresht → Fade trägt; pullt → Break trägt). In negativem Gamma wirkt der Wall-Bruch im dünnen NQ-Buch stärker beschleunigend als im ES.
- Gamma-Wall (Call/Put) = hochwertiger Stop-/Ziel-Anker, aber bestätigungspflichtig: als Ziel Widerstand/Support/Magnet; als Stop-Referenz liegt die Invalidierung jenseits der Wall + NQ-Overshoot-Puffer (nicht knapp dahinter wie im ES). Eine Gamma-Wall auf einem Profil-Level ist auch im NQ-RTH ein starker Qualitätsverstärker — bricht sie aber, beschleunigt der Move.
- HVL / größter Strike = Pin-Magnet / Settlement-Ziel, aber weniger klebrig als im ES (höheres Beta zieht stärker aus dem Pin). Pin-Distanz zum HVL, ab der OA-Rotation statt Drive zu erwarten ist → ⟨zu kalibrieren⟩.
- Gamma-Flip-Level = Regime-Pivot und das sauberste Regime-Signal, das der NQ liefert (wie der ES, anders als der FDAX): Acceptance jenseits = Regimewechsel (Pin↔Trend) → Trail straffen / Management-Stil umschalten (Intraday §5, Trade-Mgmt §5/§6). Im luftigen NQ folgt die Vol-Expansion nach dem Flip-Bruch schnell.
Regel — NQ-Gamma-Wall als bestätigungspflichtige Stop-/Ziel-Referenz (E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: MenthorQ-Wall/HVL/Flip auf oder nahe einem AMT-Level; Preis läuft es an.
- Handlung/Erwartung: Level als schwer werten, aber nicht allein darauf faden — Ziel an die nächste Wall/HVL; Stop jenseits der Wall + NQ-Overshoot-Puffer; im positiven Gamma Fade an der Wall nur nach Absorptions-Bestätigung, im negativen Break durch den Flip erwarten.
- Bestätigung: Orderflow am Level regime-konform — Wall hält/refresht nach dem Stich (Absorption → Fade trägt) bzw. pullt (Break trägt); NASDAQ-TICK + ES-Cross-Check stützen die Richtung.
- Invalidierung: Wall wird absorbiert und durchlaufen ohne Nachfüllung (im NQ häufiger als im ES) → Level abwerten, Flip-Bruch als Regimewechsel behandeln, Vol-Expansion erwarten. Gamma bleibt Bestätigung, nie Trigger.
5. Offene Punkte / empirisch zu kalibrieren
Auflösung durchgängig über Methodik_Journal-und-Kalibrierung (Log-Feld → Aggregation → Rückschreiben hierher). Kein erfundener Wert. Die zugehörigen Journal-Zeilen existieren bereits (reziprok ✓).
- ⟨zu kalibrieren: NQ-Overshoot in Ticks je Open-/Day-Type⟩ — die weiten Stop-Richtwerte; Gegenstück zur engen ES-Overshoot-Kalibrierung und Nachbar des FDAX-Overshoot-Pols. Speist Trade-Mgmt §2 (Stop-Distanz). (Journal-Zeile „Overshoot-/Stop-Spanne je Typ (alle Deltas)”.)
- ⟨zu kalibrieren: NASDAQ-TICK-Schwellen⟩ — instrument-treue Niveaus, ab denen „anhaltend einseitig” (OD) sauber von „oszillierend” (OA) trennt; Divergenz-Definition für den ORR-Frühwarner (§5.6 Delta-CVD); Verhältnis NASDAQ-TICK ↔ NYSE-$TICK. (Journal-Zeile „$TICK / NASDAQ-TICK-Schwellen (ES/NQ)”.)
- ⟨zu kalibrieren: NQ-Wall-Bruch-Quote vs. ES⟩ — wie viel leichter NQ-Gamma-Walls brechen (für Gamma-Ziel-/Stop-Nutzung und Pin-Erwartung); Pin-Distanz zum HVL, ab der OA-Rotation statt Drive zu erwarten ist. (Journal-Zeile „Wall-Bruch-Quote ES vs. NQ (Options-Flow)”.)
- ⟨zu kalibrieren: NQ-Gap-Fill-Quote⟩ nach Gap-Größe/-Richtung und Lage zur Vortags-VA, getrennt nach Index-Gap vs. Megacap-Earnings-Gap (idiosynkratische Gaps verhalten sich anders). (Journal-Zeile „Gap-Fill-Quote (ES/NQ/BTC)”.)
- ⟨zu kalibrieren: Prop-Sizing-Tabelle NQ/MNQ⟩ (Daily-Loss ÷ Stop-Distanz → Kontraktzahlen) und ES/NQ-Bewegungs-/Stop-Ratio. Verzahnt mit Punkt-/Tick-Wert oben und Trade-Mgmt §8/§13.
- ⟨zu kalibrieren: ES-NQ-Lead-Lag⟩ — wann der NQ wirklich führt vs. wann der ES-Cross-Check das ehrlichere Signal ist (Trend- vs. Reversal-Phasen). Verzahnt mit NQ_Open-Type-Playbook (Internals) und dem NASDAQ-TICK-Punkt.
Schnellreferenz (NQ-Delta)
Session (ET): Gerüst = ES-Uhr (Open 09:30 · IB 09:30–10:30 · Vormittag ~10:30–11:30 · Lull ~11:30/12:00–~13:00/13:30 ⟨zu kalibrieren⟩ · Nachmittag ~13:30–15:00 · Power-Hour 15:00–16:00 · Settlement 16:00) → Zeiten im ES-Delta. NQ-Tint: breitere IB · violenterer Vormittag · heftigere Lull-Fake-Breaks · volatilere Power-Hour. Events: 08:30/10:00/FOMC wie ES (schärfer, zinssensitiv) + Megacap-Earnings (After-Close/Pre-Market → Folge-Open-Gap).
Anker: wie ES — Globex-VWAP = nur Pre-Open-Kontext (im NQ stärker kontaminiert) · RTH-Session-VWAP (Kaltstart 09:30) = Ausführung · RTH-Profil = ehrliche Preisfindung (im NQ noch deutlicher). Kanonisch im Open-Playbook.
Risiko: höchster Overshoot des Index-Paars → weite Stops hinter Excess/LVN + Air-Pocket-Puffer · Reclaim/Scale-in ist Default, „am Level”/All-in Ausnahme (umgekehrt zum ES) · Hauptgefahr Spike/Fake-Break am Rand + Fang ins fallende Messer, nicht der Chop · NQ 20 $/Pt (5,00 $/Tick), MNQ 2 $/Pt (0,50 $/Tick) ⟨Prop prüfen⟩ → kleinste Kontraktzahl des Paars, MNQ = Feinsizing-Hebel, Prop-Deckel bindet · Gamma verfügbar (NDX/QQQ, Wall/HVL/Flip als Stop-/Ziel-/Regime-Referenz) — kein Ersatz nötig, aber „weicher” (Walls brechen leichter → Orderflow-Bestätigung nötig; Flip-Bruch = sauberstes Regime-Signal).
Merksätze: Luftiges Buch = weite Runner und teurer Frühentry · Overshoot ist Spike, nicht Poke → auslaufen lassen · Gamma ist NQ-Vorteil (nur weicher), nicht FDAX-Mangel · NQ führt (High-Beta-Leader), ES bestätigt (schwerer Cross-Check) · Zeiten → ES-Delta, Overshoot-Ticks/TICK-Schwellen/Wall-Bruch/Gap-Quote → Journal, Stop-/Sizing-Logik → Trade-Mgmt, Regime-Kipp → Intraday, Open-Mechanik/Internals → Open-Playbook.