Methodik: Trade-Management (General-Engine)
Themenbereich: Trade-Verwaltung — universelle Engine (Entry-Feinschliff, Stop, Ziel, Skalierung, Trailing, Prop-Constraints)
Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (kein Footprint); Bestätigungs-Layer: VWAP/OHLC/Gamma (Gamma nur ES/NQ/6E, nicht FDAX). Gilt für Trades aus Open und Post-Open. Prop-Trading.
Instrumente: ES, NQ, 6E, FDAX, BTC — Overshoot/Stop/Punkt-/Tick-Wert je Asset aus <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md (Abschnitt „Risiko & Overshoot”, kanonische Quelle)
Verwandte KB-Dateien: Methodik_AMT-als-Filter (Drei-Ebenen, „Bildschirm schlägt These”, kanonisch) · Methodik_Intraday-Management (Schwester-Engine — liefert Regime/Frame: §1 Handoff, §4 Day-Type-Evolution, §5 Regime-Kipppunkte, §7 Nachmittag/Close, §8 Verlaufs-Konfluenz) · <ASSET>_Open-Type-Playbook.md (Open-Type-Frame + Übergangs-Matrix) · <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md (kanonisch: „Risiko & Overshoot” = Stop/Overshoot/Punkt-/Tick-Wert · „Session-Rhythmus” = Event-Fenster) · Werkzeug_Volume-Profile (HVN/LVN/VPOC/Naked VPOC → Stop/Ziel; Developing-VPOC-Trail §5.5) · Werkzeug_VWAP (SD-Bänder als Ziel, VWAP/±1 SD als Trail-/Pullback-Anker) · Werkzeug_Delta-CVD (Entry-/Exit-Trigger: Absorptions-/Exhaustion-Signaturen §5.1) · Werkzeug_Heatmap-Bookmap (Wall hält/refresht vs. pullt — Stop-/Trigger-Bestätigung) · Werkzeug_Options-Flow (Gamma-Wall/HVL/Flip als Ziel/Trail — ES/NQ/6E; BTC via Deribit; FDAX nicht) · Werkzeug_DOM · Werkzeug_Time-and-Sales · Methodik_Journal-und-Kalibrierung (schließt die ⟨zu kalibrieren⟩-Punkte; „R-Multiple je Open-/Day-Type”, Prop-KPIs)
Geltung: General-Engine — kanonisch für die universelle Ausführungs-/Exit-Logik (Entry-Feinschliff, Stop, Ziel, Skalierung, Trailing, Fehler-Management, Positionssizing) und den durchgängigen Prop-Constraint-Layer. Enthält bewusst keine Asset-Zeiten/-Parameter (die stehen in den Deltas → „Risiko & Overshoot”/„Session-Rhythmus”), keine Open-Mechanik (die steht in den Open-Playbooks) und keine Regime-Erkennung im Verlauf (die steht in Methodik_Intraday-Management).
Status: FERTIG
Kernaussage (Anker)
Das Setup liefert den Einstieg; erst die Exit-Logik macht den Trade vollständig. Management läuft entlang der drei Ebenen: Stop = Invalidierung (Struktur, nicht Geldbetrag), Ziel = nächstes AMT-Level, Trailing = entlang mitwandernder Referenzen. Der Prop-Constraint-Layer (Daily-Loss, Trailing-Drawdown, Consistency) formt Größe, Trade-Anzahl und Ziel-Aggressivität durchgängig mit — er ist kein Anhang, sondern Rahmenbedingung jeder Entscheidung.
Zwei Merksätze, die die ganze Engine tragen:
- Struktur setzt den Stop, Prop setzt die Größe. Der Stop-Ort folgt aus der Invalidierung (§2); der daraus entstehende Geld-Verlust wird nicht am Stop, sondern über die Kontraktzahl (§8) unter das Risiko-Budget gebracht. Wer den Stop nach dem Geldbetrag setzt, tradet gegen die Struktur und wird am Overshoot ausgestoppt (vgl. Methodik_AMT-als-Filter, FDAX-Spezifik).
- Bildschirm schlägt These — auch im offenen Trade. Druckt der Orderflow gegen den Trade, wird die These revidiert (Exit/Reduce), nicht verteidigt. Dieselbe Kern-Disziplin wie im Filter-Layer und in der Intraday-Engine, nur jetzt auf die offene Position angewandt.
Einordnung in die 3 Ebenen
Verbindliche Hierarchie: Methodik_AMT-als-Filter. Diese Engine setzt Ebene 3 in die Verwaltung fort: der Orderflow-Trigger bestätigt den Entry, danach werden Stop/Ziel/Trail an den Ebene-2-Leveln verankert, alles unter dem Ebene-1-Regime (Trend vs. Balance bestimmt den Management-Stil).
- Ebene 1 (Filter) — vorgegeben, nicht hier erzeugt. Welches Regime gerade gilt und wann es kippt, liefert am Open das
<ASSET>_Open-Type-Playbook.mdund im Verlauf Methodik_Intraday-Management (§5). Diese Engine konsumiert das Regime und leitet daraus den Management-Stil ab (§6) — sie leitet es nicht neu her. - Ebene 2 (Wo): die konkreten Level, an denen Stop/Ziel/Trail hängen — VPOC/VAH/VAL/HVN/LVN/Naked VPOC (Profil), Session-VWAP + SD-Bänder (VWAP), Gamma-Wall/HVL/Flip (Options-Flow, wo verfügbar), OHLC-Marken (dOpen, IB-Mitte, pdH/pdL, pClose).
- Ebene 3 (Wann): der Orderflow-Trigger — Delta/CVD, Bookmap, DOM, Tape — sowohl beim Entry-Feinschliff (§1) als auch an jedem Ziel/Trail-Level (§3/§5) neu gelesen.
Konvention (durchgängig): VWAP, OHLC und Gamma sind Bestätigung/Konfluenz, nie Trigger — sie verschieben die Qualität eines Stop-/Ziel-/Trail-Levels (Konfluenz-Score), lösen aber nie einen Entry oder Exit aus. Gamma existiert nur für ES/NQ/6E (BTC via Deribit, kein MenthorQ-Sinn); im FDAX tragen Profil/VWAP/OHLC den Bestätigungs-Layer allein. Kein Footprint — Aggressor-Reads laufen über Delta-Bars/CVD-Verläufe (Werkzeug_Delta-CVD).
Abgrenzung zur Schwester-Engine (kritisch): Methodik_Intraday-Management entscheidet, welches Regime gerade gilt und wann es kippt (Ebene-1-Update im Verlauf). Diese Datei entscheidet, was mit der konkret offenen Position geschieht — Entry-Feinschliff, Stop, Ziel, Skalierung, Trailing, Prop. Intraday liefert den Regime-Rahmen, Trade-Management die Ausführung darin. Kippt das Regime (Intraday §5), ist das hier das Signal, den Management-Stil umzuschalten (§6) und Runner enger zu managen (§5-Trailing) — nicht, den Kipp selbst zu diagnostizieren.
1. Entry-Feinschliff
Das Setup (Open-Type/Level) sagt dass und wo ein Trade in Frage kommt; der Entry-Feinschliff entscheidet den exakten Auslöser und Ort. Der Trigger ist immer Ebene 3 (Orderflow) — VWAP/OHLC/Gamma bestätigen nur.
1.1 Orderflow-Trigger-Bestätigung
- Erkennung/Bedingung: Am Ebene-2-Level druckt der regime-passende Orderflow-Trigger. Für einen Fade (Balance/Kante): Absorption — Wall hält/refresht (Werkzeug_Heatmap-Bookmap) + hohes Delta ohne Preis-Follow, dann CVD-Divergenz/-Versiegen am Extrem (Werkzeug_Delta-CVD §5.1). Für einen Break/Continuation (Trend): CVD trendet durch + Liquidität pullt einseitig vor dem Preis (kein Refresh), keine Absorption, Pace expandiert, Acceptance jenseits des Levels.
- Handlung/Erwartung: Erst mit gedrucktem Trigger auslösen — nie „am Level auf gut Glück”. Fade → Positionierung zurück ins Value; Break → Positionierung in Break-Richtung zur nächsten Referenz (§3).
- Bestätigung: Der Bestätigungs-Layer stapelt sich in Trade-Richtung — VWAP-Bias/Slope auf der Trade-Seite, OHLC-Konfluenz (Level ≈ pdH/pdL/dOpen), Gamma-Konfluenz (Fade an Wall bei positivem Gamma / Break durch Flip bei negativem Gamma, ES/NQ/6E). Je mehr Layer, desto höher der Konfluenz-Score (§1.3).
- Invalidierung: Der erwartete Trigger bleibt aus oder kehrt sich um — Absorption löst sich zum Break auf (dann war der Fade falsch), oder der Break zeigt Refresh statt Pull + CVD holt nicht durch (dann war es ein Fake). Kein Trigger = kein Trade — auch wenn Level und Kontext perfekt aussehen.
1.2 Entry-Ort relativ zum Level
Drei Einstiegs-Varianten, mit dem immer gleichen Tausch besserer Preis ↔ mehr Bestätigung:
- (a) Am Level (aggressiv): Limit an der Kante, sobald der Trigger zu drucken beginnt. Bester Preis, engster Stop — aber höchstes Risiko, vom Overshoot zuerst überrannt zu werden. Nur im tiefen, glatten Buch (ES) und bei präziser Struktur vertretbar.
- (b) Auf Retest nach Break (Standard-Continuation): Nach Acceptance jenseits des Levels den ersten flachen Pullback an das gebrochene Level (jetzt als S/R) nehmen. Kostet den ersten Impuls, liefert aber die saubere Bestätigung, dass der Break trägt (Level hält als Retest).
- (c) Auf Reclaim/Acceptance-Bestätigung (konservativ): Erst einsteigen, wenn der Preis das Level zurückerobert bzw. Acceptance bestätigt ist. Für overshoot-anfällige Instrumente (FDAX/NQ/BTC) und in der Lull der Default — man lässt den Overshoot auslaufen und steigt in die Gegenbewegung/Fortsetzung ein, statt in den Spike.
Overshoot-Regel für den Entry-Ort: In overshoot-anfälligen Instrumenten ist „am Level” fast immer verfrüht — der Rand überschießt, bevor er hält. Absorption abwarten und den Entry hinter die typische Overshoot-Spanne legen; die Spanne ist ⟨zu kalibrieren⟩ und steht kanonisch in
<ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md(„Risiko & Overshoot”). Overshoot-Instrumente → §11.
1.3 A- vs. B/C-Setup über Konfluenz-Score
Der Konfluenz-Score (leicht / mittel / schwer) misst, wie viele Ebenen zusammenfallen. Die drei Ebenen (Ebene-1-Filter + Level + Orderflow-Trigger) sind die nicht verhandelbare Basis — ohne alle drei kein Trade. Der Bestätigungs-Layer (VWAP/OHLC/Gamma) und Composite-Konfluenz addieren das Gewicht:
| Score | Signatur | Setup-Klasse | Ausführungs-Konsequenz |
|---|---|---|---|
| schwer | Level (Session und Composite/HVN) + voller Bestätigungs-Stack (VWAP + OHLC + Gamma, wo verfügbar) + sauberer Orderflow-Trigger + Ebene-1-Rückendeckung | A-Setup | volle geplante Größe (§8), aggressiveres Ziel (§3), Runner erlaubt (§5) |
| mittel | die drei Ebenen + ein bis zwei Bestätigungs-Layer | B-Setup | reduzierte Größe, konservativeres Ziel, früher an der ersten Referenz raus |
| leicht | nur die drei Ebenen, dünner/kein Bestätigungs-Layer | C-Setup | Minimal-Größe oder auslassen — in der Lull (Intraday §6) grundsätzlich auslassen |
- Erkennung/Bedingung: Beim Entry die zusammenfallenden Layer zählen; der Konfluenz-Score wird als Pflichtfeld geloggt (Methodik_Journal-und-Kalibrierung, Log-Feld „Konfluenz-Score leicht/mittel/schwer”).
- Handlung/Erwartung: Größe und Ziel-Aggressivität skalieren mit dem Score, nicht mit dem Bauchgefühl. „Quality over quantity” heißt operativ: A-Setups bekommen die Größe, C-Setups werden gedrückt oder gelassen.
- Bestätigung: Der Score deckt sich mit dem Ausgang über die Stichprobe (A trägt größere R-Multiples als C — Aggregation über das Journal, R-Verteilung je Konfluenz-Score).
- Invalidierung: „schwerer” Score, aber der Trigger ist in Wahrheit dünn (ein Layer wurde doppelt gezählt, z. B. VWAP ≈ VPOC als zwei Punkte statt einem Cluster) → ehrlich abwerten; Konfluenz ist Zusammenfall unabhängiger Layer.
2. Stop-Platzierung
Der Stop markiert den Punkt, an dem die These strukturell falsch ist — nicht den maximal erträglichen Geldbetrag. Der Geldbetrag wird über die Größe geregelt (§8), nie über eine zu enge Stop-Distanz.
- Erkennung/Bedingung: Die strukturelle Invalidierung des Trades bestimmen — jenseits welcher Marke wäre der Grund für den Trade widerlegt? Kandidaten: hinter die LVN (durch die der Preis „rennt” — Werkzeug_Volume-Profile §5.3, Break/Stop-Grenze), jenseits des Excess/Swing-Extrems (das der Fade verteidigt), hinter die Struktur-Wall (die im Break gehalten hat — Werkzeug_Heatmap-Bookmap).
- Handlung/Erwartung: Stop knapp jenseits der Invalidierung plus Overshoot-Puffer platzieren — nicht exakt am Level, sonst holt ihn der normale Overshoot ab, bevor die These wirklich falsch ist. Die Overshoot-Spanne (in Ticks/Punkten je Instrument) ist kanonisch in
<ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md(„Risiko & Overshoot”), ⟨zu kalibrieren⟩ — hier nicht ausschreiben. Ergebnis ist die Stop-Distanz, die dann §8 (Sizing) speist. - Bestätigung: Das Stop-Level ist strukturell gedeckt — ein HVN/eine haltende Wall liegt zwischen Entry und Stop (Puffer trägt), das Level fällt mit LVN/Excess zusammen. Konfluenz mit VWAP-Band/OHLC/Gamma jenseits der Invalidierung wertet den Stop-Ort auf (Bestätigung, nie Auslöser).
- Invalidierung des Stops selbst (= Trade beenden): Acceptance jenseits der Invalidierung (Zeit/Volumen dahinter, nicht nur ein Poke) — dann ist die These widerlegt, Stop greift, nicht nachziehen/„hoffen”. Ein bloßer Overshoot innerhalb der kalibrierten Spanne ist keine Invalidierung; genau dafür liegt der Stop hinter der Spanne.
Poke vs. Acceptance: Der teuerste Stop-Fehler ist, den Overshoot (Poke) mit der Invalidierung (Acceptance) zu verwechseln — entweder zu eng (am Level → am Overshoot ausgestoppt) oder umgekehrt den echten Break aussitzen. Die Unterscheidung ist eine AMT-Entscheidung (in/out of value), nicht eine des Tapes allein (vgl. Methodik_AMT-als-Filter, FDAX-Spezifik). Stop-Richtwerte je Open-/Day-Type sind ⟨zu kalibrieren⟩ → Deltas/Journal.
3. Ziel-Logik
Ziele sind Ebene-2-Level, an denen die Auktion erfahrungsgemäß pausiert oder dreht. Es wird nicht auf eine Zahl gezielt, sondern auf das nächste strukturelle Hindernis in Trade-Richtung. Die Priorität der Kandidaten hängt vom Regime ab.
Ziel-Kandidaten (Ebene-2), priorisiert:
- Nächstes HVN — wo Preis „bleibt”, Momentum stirbt (Werkzeug_Volume-Profile): das robusteste Erst-Ziel in Trend-Richtung.
- Gegenüberliegende VA-Kante (VAH/VAL) — das Standard-Ziel der Balance-Rotation (Fade von Kante zu Kante).
- VWAP-Band (±1/±2/±3 SD) — ±1 SD ≈ dynamisches Value-Band (Rotations-Ziel), ±2/±3 SD = gestreckte Erschöpfungs-Referenz (Werkzeug_VWAP §5.3). Im Trend kein Auto-Fade, sondern Erschöpfungs-Marke.
- Gamma-Wall / HVL (ES/NQ/6E; BTC via Deribit) — Call-/Put-Wall als Widerstand/Support/Magnet, HVL als Pin-Zentrum (Werkzeug_Options-Flow §5.3/§5.4). Im FDAX nicht verfügbar — dort tragen Profil/VWAP/OHLC das Ziel-Set allein.
- Naked VPOC — „wohin der Preis zurückwill” (unfinished business); Zugkraft verfällt mit Alter/Distanz (Werkzeug_Volume-Profile §5.4, ⟨zu kalibrieren⟩).
- OHLC-Level — pdH/pdL, dOpen, IB-Mitte/-Grenzen, pClose/Settlement als mitlaufende Ziel-/Rotations-Marken (Bestätigung, nie Trigger).
Ziel-Priorität je Regime:
- Balance/Range: Ziel = gegenüberliegende Kante / VPOC / Session-VWAP (Mean-Reversion). Nah, hoch-getroffen, schnell realisieren (§4 Scale-out).
- Trend: Ziel = nächstes HVN → gegenüberliegende VA-Kante → Naked VPOC / Gamma-Wall. Weiter, mit Runner ausgespielt (§5 Trailing).
- Close/Settlement: Settlement-Magnete (Session-VWAP, VPOC, Naked VPOC, pClose, Gamma-Pin/HVL) ziehen den Preis — als Ziel-/Rotations-Referenz nutzen (Intraday §7.3), Positionierung aber nach Prop (§7).
Ziel-Erreichung als E→H→B→I (der Read am Ziel):
- Erkennung/Bedingung: Preis erreicht das Ziel-Level.
- Handlung/Erwartung: Am Level Orderflow lesen — getaggt/abgelehnt (Absorption/CVD-Divergenz) → mindestens Teilverkauf/raus; akzeptiert durchgehandelt (CVD trendet durch, Liquidität pullt) → halten/trailen auf das nächste Level (mirror zum Naked-VPOC-Ziel-Trade, Volume-Profile §5.4).
- Bestätigung: Reaktion deckt sich mit dem Regime (Balance dreht am Ziel; Trend akzeptiert durch).
- Invalidierung: Ziel wird ohne jede Reaktion überrannt (in Balance) bzw. am Ziel dreht es trotz Trend (Erschöpfung) → Regime-Read aktualisieren (Intraday §5) und Management-Stil umschalten (§6).
Prop-Kopplung: Die Ziel-Aggressivität ist keine reine Struktur-Frage. Die Consistency-Regel (§7) kann verlangen, an der ersten Referenz R zu buchen (Equity-Kurve glätten), statt auf das ferne Ziel zu spielen — besonders nahe am Trailing-Drawdown-Puffer. Die Struktur nennt die Kandidaten; Prop entscheidet mit, welchen man nimmt.
4. Skalierung
Skalierung verteilt Entry und Exit über mehrere Level/Preise, statt alles auf einen Punkt zu setzen. Sie ist zugleich Struktur-Werkzeug (unsicherer exakter Dreh) und Prop-Werkzeug (Varianz-Glättung).
4.1 Scale-in vs. All-in (Entry)
- All-in — ein einziger, präziser Trigger im tiefen Buch (ES) und bei enger Struktur. Ein sauberes Absorptions-/Exhaustion-Signal an einem scharfen Level rechtfertigt den Voll-Entry.
- Scale-in — der exakte Dreh ist unsicher (overshoot-anfällige Instrumente FDAX/NQ/BTC, breite Excess-Zone). Position über die Overshoot-Spanne staffeln (Teil-Entry am Level, Aufstockung nach Absorptions-Bestätigung tiefer in der Zone), statt den einen perfekten Preis zu erzwingen. Voraussetzung: die gestaffelte Größe bleibt in Summe unter dem Risiko-Budget (§8) — Scale-in ist kein Vorwand, das Risiko zu vergrößern.
4.2 Scale-out vs. All-out (Exit)
-
Balance/Range: überwiegend all-out an der Gegenkante — die Rotation ist das ganze Ziel, ein Runner hat wenig Erwartungswert.
-
Trend: Scale-out — Teilverkauf am ersten Ziel (erstes HVN / ±1 SD / gegenüberliegende VA-Kante), Runner auf das ferne Ziel (Naked VPOC / Gamma-Wall / gegenüberliegende Kante), gemanagt über Trailing (§5). Die größten R-Multiples tragen die Trend-/Double-Distribution-Runner (⟨zu kalibrieren: R-Multiple-Verteilung je Open-/Day-Type → Journal⟩).
-
Erkennung/Bedingung: Regime + Konfluenz-Score bestimmen das Muster (Trend + A-Setup → Scale-out mit Runner; Balance/B-C → all-out früh).
-
Handlung/Erwartung: Teilgrößen an vordefinierten Leveln, nicht ad hoc. Micro-Kontrakte (z. B. MES/MNQ/M6E/FDXS/MBT — Kontrakt-/Tick-Spezifikation → Delta) erlauben feinere Staffelung, als die Voll-Kontraktzahl zulässt (§8).
-
Bestätigung: Am Teil-Ziel bestätigt der Orderflow das Halten des Runners (Akzeptanz durch), sonst wird auch der Runner glattgestellt (§3-Read).
-
Invalidierung: Gegen das Muster gehandelt — Runner in Balance gehalten (dreht zurück, gibt R ab) oder in Trend zu früh voll ausgestiegen (lässt Erwartungswert liegen). Wann zu frühes Scale-out den Erwartungswert kostet, ist ⟨zu kalibrieren⟩ (§13/Journal).
Prop-Kopplung: Scale-out senkt Varianz und bucht R früher — das dient direkt der Consistency-Regel (kein Tag/Trade dominiert den Gewinn) und dem Trailing-Drawdown-Puffer. Nahe an Prop-Grenzen verschiebt sich das Optimum bewusst Richtung früheres Scale-out, weg vom maximalen Runner.
5. Trailing
Trailing hält einen Runner in Trade-Richtung, indem der Stop entlang mitwandernder Referenzen nachgezogen wird. Der Read ist derselbe wie in der Intraday-Konfluenz (§8 dort), nur auf die offene Position angewandt.
Trail-Referenzen (mitwandernd):
- Developing VPOC (Kern-Trail): Wandert der Session-VPOC mit der These, lebt der Trend → Runner halten, Stop hinter den nachwandernden Value ziehen. Stagniert der VPOC oder springt zurück = Warnung → Trail straffen/raus (Werkzeug_Volume-Profile §5.5; Verlässlichkeit ⟨zu kalibrieren⟩, Intraday §8).
- VWAP / ±1 SD: im getragenen Move der Pullback-Anker — Stop hinter VWAP bzw. ±1 SD; Acceptance durch den VWAP mit Slope-Dreh = Trend-Ende (Werkzeug_VWAP §5.4).
- Struktur-Swings: Stop hinter das jeweils letzte Higher-Low (Long) / Lower-High (Short).
- Gamma-Regime (ES/NQ/6E): ein Gamma-Flip-Bruch, der zurückkippt, oder das Anlaufen einer harten Wall gegen den Runner strafft den Trail (Werkzeug_Options-Flow).
Aggressivität je Day-Type:
- Erkennung/Bedingung: Day-Type/Regime vom Intraday-Read (§4/§5 dort).
- Handlung/Erwartung: Trend-Day → weit trailen, Runner laufen lassen, Pullbacks in Trend-Richtung halten (nicht am ersten Rücksetzer choken). Balance/Range → nicht trailen, sondern an der Kante ziel-basiert raus (§3). Neutral → reduziert, bis die Auflösung steht (Intraday §4.3). Double-Distribution-Trend → Runner in die zweite Verteilung laufen lassen, Stop hinter die LVN zwischen den Bulges.
- Bestätigung: Konfluenz hält in Trend-Richtung — Developing VPOC wandert mit, VWAP-Slope trägt, Value migriert (D2). Zeigen alle gemeinsam, ist der Runner gedeckt (Intraday §8-Konfluenzregel).
- Invalidierung: Trend→Balance kippt (Intraday §5.2: Delta-Expansion versiegt, CVD-Divergenz, Refresh beidseitig, VPOC stagniert) → Runner enger managen/glattstellen. Das ist die direkte Handoff-Stelle: Intraday erkennt den Kipp, hier wird der Runner darauf gestrafft.
Merksatz: Trailing ist regime-gekoppelt. Ein weit gezogener Trail auf einem Balance-Tag verschenkt die Rotation; ein zu enger Trail auf einem Trend-Tag köpft den Runner. Der Day-Type (Intraday) entscheidet die Aggressivität, nicht der Kontostand.
6. Management je Regime
Diese Sektion übersetzt das vorgegebene Regime in Ausführung. Das Regime selbst kommt aus dem Open-Type-Handoff (Intraday §1) und seiner Evolution (Intraday §4/§5) — hier wird es nicht neu hergeleitet, sondern bespielt.
| Regime (Quelle: Open-Playbook / Intraday) | Entry-Ort (§1.2) | Stop (§2) | Ziel (§3) | Skalierung (§4) | Trail (§5) |
|---|---|---|---|---|---|
| Trend-Day (OD-Lean) | Retest nach Break (b) / Pullback | hinter Struktur-Swing + Overshoot | fern: HVN → VA-Kante → Naked VPOC/Gamma-Wall | Scale-out, Runner halten | weit (Dev-VPOC/VWAP/Swing) |
| Balance/Range (OA-in-range) | am Level (a) / Reclaim (c) mit Absorption | eng, hinter Excess/Kante + Overshoot | gegenüberliegende Kante / VPOC / VWAP | überwiegend all-out an Kante | nicht trailen, ziel-basiert raus |
| ORR (gedrehte Seite) | Reclaim des Extrems (c); Open-Preis = Pivot | knapp jenseits des zurückeroberten Extrems/Pivots | Gegenseite / Vortags-Value | Scale-out in Reverse-Richtung | mittel, bis Continuation steht |
| OTD (Post-Test-Drive) | Retest des Drive-Ursprungs (b) | hinter das Test-Level | in Drive-Richtung: nächstes HVN/VA-Kante | Scale-out, Runner bei Continuation | entlang Drive-Struktur |
| Neutral | reduziert, erst nach Auflösung | hinter das aufgelöste Extrem | Auflösungs-Richtung | Minimal, bis eine Seite gewinnt | erst ab Auflösung |
Regime-Umschalt-Regel (E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Intraday meldet einen Regime-Kipp (§5.1 Balance→Trend oder §5.2 Trend→Balance) bzw. einen Open-Type-Übergang (OD→ORR/OA, OTD-Bruch …, Intraday §1).
- Handlung/Erwartung: Management-Stil sofort auf die neue Zeile umstellen — von „faden” auf „mitgehen” (Balance→Trend: Fade-Orders streichen, ersten flachen Pullback als Trend-Entry) bzw. von „mitgehen” auf „faden” (Trend→Balance: Runner enger, Rotationsrange um den stehenden VPOC erwarten).
- Bestätigung: Die Verlaufs-Konfluenz stützt das neue Regime (Dev-VPOC/VWAP-Slope/Value-Migration gemeinsam; Gamma-Flip-Bruch wo verfügbar).
- Invalidierung: Der Kipp trägt nicht (Fake-Break, kein Follow — Intraday §5.1-Invalidierung) → zurück zum alten Regime, kein Stil-Ping-Pong bei jedem Poke.
Fehlklassifikation ist teurer als Fehl-Timing: Einen OD als OA zu behandeln (Kante faden, die in Wahrheit bricht) oder eine Rotation als Trend (mitgehen, was gleich zurückkommt) kostet mehr als ein verpasster Entry. Im Zweifel den Bildschirm entscheiden lassen (Delta→Bookmap→Preis), nicht die Vorab-Erwartung (Fehler-Management §9).
7. Prop-Constraints (durchgängige Rahmenbedingung)
Der Prop-Layer ist kein Anhang, sondern formt jede vorherige Sektion mit. Die konkreten Schwellen sind firmen-/kontospezifisch — hier steht die Wirkmechanik, nicht erfundene Prozentwerte. Konkrete Werte/Quoten sind ⟨zu kalibrieren⟩ bzw. aus den Firmenregeln zu übernehmen und über die Prop-KPIs zu tracken (Methodik_Journal-und-Kalibrierung §6).
| Constraint | Wirkung auf … | Mechanik |
|---|---|---|
| Daily-Loss-Limit | Sizing (§8), Trade-Anzahl, „Stop for the day” | Deckelt den maximalen Tagesverlust → begrenzt Risk-per-Trade (Daily-Loss ÷ zulässige Verlierer) und die Trade-Zahl. Bei Erreichen einer Schwelle (⟨zu kalibrieren: „Stop for the day”-Schwelle, z. B. Anteil des Daily-Loss⟩) Handelstag beenden — nicht „zurückholen”. |
| Trailing-Drawdown | Ziel-Aggressivität (§3), Skalierung (§4), Sizing (§8) | Der mitlaufende Max-Drawdown vom Kontohoch. Nahe am Puffer: Größe runter, früher R buchen (Scale-out), konservativere Ziele — den Puffer nicht durch einen einzelnen Runner-Rückgang aufzehren. |
| Consistency-Regel | Ziel-Aggressivität (§3), Scale-out (§4) | Kein Tag/Trade darf einen zu großen Anteil des Gesamtgewinns stellen → Gewinn über Tage/Trades verteilen; begünstigt Scale-out und Varianz-Glättung statt Jackpot-Runner. |
| Min-Trading-Days | Trade-Anzahl, Setup-Selektion | Mindestzahl aktiver Tage → keine erzwungenen Trades an Non-Setup-Tagen, nur um den Tag zu „ticken”. Quality-over-Quantity ist hier auch Prop-konform: lieber A-Setup abwarten (§1.3). |
Prop-Regel (E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Vor jedem Entry die verbleibenden Budgets prüfen — Rest-Daily-Loss, Abstand zum Trailing-Drawdown, Consistency-Stand des Tages.
- Handlung/Erwartung: Die bindende Grenze (die kleinste) deckelt Größe und Ziel; ist der Rest-Daily-Loss kleiner als ein voller geplanter Stop, wird die Größe reduziert oder der Trade gelassen.
- Bestätigung: Die Sizing-Rechnung (§8) bleibt innerhalb aller drei Budgets gleichzeitig; die Prop-KPIs (Regeltreue-Quote, Trades/Tag vs. Limit, Verhalten nahe Daily-Loss) bestätigen die Disziplin (Journal §6).
- Invalidierung/„Stop for the day”: Schwelle erreicht (Daily-Loss-Anteil, Trailing-Drawdown-Puffer, Regelverstoß-Risiko) → Tag beenden. Das Beenden ist eine Position, kein Scheitern.
Kernkopplung: Struktur setzt den Stop-Ort (§2), Prop setzt die Größe (§8) und die Ziel-Aggressivität (§3). Diese Trennung ist der ganze Sinn des Prop-Layers: nie den Stop verengen, um Prop-Grenzen einzuhalten — immer die Kontraktzahl.
8. Positionssizing & Risk-per-Trade
Sizing übersetzt die Stop-Distanz (aus §2) und das Risiko-Budget (aus §7) in eine Kontraktzahl. Alles wird in R ausgedrückt (1R = Risk-per-Trade).
Grundformel (asset-agnostisch):
Kontrakte = Risk-per-Trade (Geld) ÷ (Stop-Distanz in Ticks × Tick-Wert)
- Risk-per-Trade ist ein Bruchteil des Daily-Loss (z. B. Daily-Loss ÷ zulässige Zahl aufeinanderfolgender Verlierer). Die konkrete Aufteilung ist Prop-/Präferenz-abhängig.
- Tick-/Punkt-Wert je Instrument steht kanonisch in
<ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md(„Risiko & Overshoot”) — hier nicht duplizieren (z. B. ES 50 $/Punkt & MES 5 $ stehen dort). Diese Engine kennt die Formel, die Deltas die Werte. - Deckelung durch Prop-Limits: Die aus der Formel folgende Größe wird zusätzlich begrenzt durch (a) Max-Kontrakt-Limit des Kontos, (b) verbleibenden Daily-Loss, (c) Trailing-Drawdown-Puffer. Bindend ist die kleinste dieser Grenzen (§7).
- Micros für Feinsizing: Ergibt die Formel eine gebrochene Voll-Kontraktzahl (z. B. 1,6 ES), abrunden und mit Micros (MES etc.) auf das Risiko-Ziel auffüllen; Micros erlauben auch die feinere Staffelung in §4.
Sizing-Regel (E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Stop-Distanz steht (§2), Risk-per-Trade und Rest-Budgets stehen (§7), Tick-Wert aus dem Delta.
- Handlung/Erwartung: Kontraktzahl rechnen, an der bindenden Prop-Grenze kappen, mit Micros feinjustieren. Konfluenz-Score moduliert innerhalb des Budgets (A-Setup → oberes Ende, C-Setup → unteres Ende/aus).
- Bestätigung: geplanter Geld-Verlust bei Stop = Risk-per-Trade (nicht mehr), über alle drei Prop-Budgets gleichzeitig tragbar.
- Invalidierung: Die strukturell nötige Stop-Distanz × Minimal-Größe übersteigt das Risk-per-Trade → Trade nicht nehmen oder ausschließlich Micros. Niemals den Stop enger ziehen, um die Größe zu rechtfertigen.
Empirie: Die konkrete Sizing-Tabelle (Daily-Loss ÷ Stop-Distanz je Instrument → Kontraktzahlen) und die R-Multiple-Verteilung je Open-/Day-Type sind ⟨zu kalibrieren⟩ und laufen über Methodik_Journal-und-Kalibrierung (Zeile „R-Multiple je Open-/Day-Type” existiert bereits; Sizing-Tabelle nachzutragen).
9. Fehler-Management
Der Umgang mit dem Trade, wenn etwas nicht nach Plan läuft — bevor der Stop greift.
9.1 Open-Type-Fehlklassifikation
- Erkennung/Bedingung: Der Trade beruhte auf einem Open-Type, der sich als falsch erweist (z. B. OA-Kante gefadet, die in Wahrheit ein OD ist). Der Kipp zeigt sich Delta → Bookmap → Preis (Intraday §5), bevor der Stop fällt.
- Handlung/Erwartung: Auf das Invalidierungssignal reduzieren/raus, These nicht verteidigen (Bildschirm schlägt These). Wiedereinstieg nur auf der korrekten Seite und mit frischem Trigger (§1), nicht als Rache-Flip.
- Bestätigung/Invalidierung: Der neue Read verdichtet sich (Verlaufs-Konfluenz kippt) → Fehlklassifikation bestätigt; hält der ursprüngliche Frame doch (Fake-Kipp) → ruhig bleiben, kein Über-Handeln.
9.2 Teil-Invalidierung
- Erkennung/Bedingung: Ein Teil der These bricht, aber der Stop ist nicht erreicht (Momentum stallt, erstes Ziel wird nicht erreicht, Struktur aber intakt).
- Handlung/Erwartung: Auf Kernposition reduzieren, Stop Richtung Break-even/hinter die nächste Struktur nachziehen, nicht aufstocken. Aus einem B/C-Trade eher ganz raus.
- Bestätigung/Invalidierung: Verdichtet sich der Read wieder in Trade-Richtung → Kern halten; verschlechtert er sich weiter → glattstellen vor dem Stop.
9.3 News-/Event-Spike im offenen Trade
- Erkennung/Bedingung: Ein Event-Fenster (kanonisch
<ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md, „Session-Rhythmus”) trifft, während die Position offen ist. Event-Spikes erzeugen Overshoots, die den strukturellen Stop als Rauschen durchschlagen können (Intraday §2: Event-Fenster überschreibt die Phase). - Handlung/Erwartung: Vor einem geplanten binären Event (z. B. FOMC, CPI) nach Prop-Regeln reduzieren/glattstellen — nicht volle Größe blind hineinhalten, wenn der Plan das nicht ausdrücklich deckt. Ungeplanter Spike: den Overshoot als potenziellen Fakeout behandeln, nicht in den Spike aufstocken; Acceptance abwarten, dann in die Auflösung.
- Bestätigung/Invalidierung: Acceptance jenseits nach dem Spike → echter Move (mitgehen/Fortsetzung); Snap zurück → es war Overshoot/Fake (Fade der Gegenrichtung, §1).
9.4 Break-even-Regeln
- Erkennung/Bedingung: Frage, wann der Stop auf Break-even (BE) geht.
- Handlung/Erwartung: BE erst nach einem strukturellen Meilenstein — erstes Ziel getroffen (Teilverkauf), neuer Struktur-Swing in Trade-Richtung, Developing VPOC wandert über den Entry — nicht nach fixer Tick-Zahl. In overshoot-anfälligen Instrumenten BE nur jenseits der Overshoot-Spanne (Deltas), sonst holt der normale Overshoot den BE-Stop ab.
- Bestätigung: Nach BE trägt der Trade weiter (Konfluenz hält) → Runner-Logik (§5).
- Invalidierung: Zu frühes BE kostet Erwartungswert (ausgestoppt vor dem Move), zu spätes gibt offenen Gewinn zurück — die regime-abhängige BE-/Teilverkauf-Schwelle ist ⟨zu kalibrieren⟩ (§13/Journal).
10. Konfluenz — wie die Werkzeug-Layer Stop/Ziel/Trail bestimmen
Diese Sektion bündelt, welcher Layer welche Exit-Entscheidung speist. Der Bestätigungs-Layer (VWAP/OHLC/Gamma) wertet ein Stop-/Ziel-/Trail-Level auf (Konfluenz-Score, §1.3), triggert aber nie — der Trigger bleibt Orderflow (Ebene 3).
| Entscheidung | Primär-Layer (Ebene 2) | Bestätigt durch | Trigger/Read (Ebene 3) |
|---|---|---|---|
| Stop (§2) | LVN, Excess/Swing, Struktur-Wall | HVN dahinter (Puffer), VWAP-Band/OHLC/Gamma jenseits der Invalidierung | Acceptance jenseits = Stop greift (nicht Poke) |
| Ziel (§3) | nächstes HVN, gegenüberliegende VA-Kante, Naked VPOC | ±1/±2/±3 SD (VWAP), Gamma-Wall/HVL (ES/NQ/6E), OHLC | am Ziel: getaggt→raus / akzeptiert→halten |
| Trail (§5) | Developing VPOC, Struktur-Swings | VWAP/±1 SD, Gamma-Regime | VPOC stagniert / CVD-Div / Slope-Dreh → straffen |
Konfluenz-Regel (E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Für Stop/Ziel/Trail zählen, wie viele unabhängige Layer auf demselben Preis zusammenfallen (Session- + Composite-Level + VWAP + OHLC + Gamma).
- Handlung/Erwartung: Ein schweres Konfluenz-Level trägt Stop/Ziel/Trail robuster → dort größer sizen (§8), Ziel weiter ansetzen (§3), Runner länger halten (§5). Ein leichtes Level entsprechend defensiver.
- Bestätigung: Der Orderflow reagiert am Konfluenz-Level wie erwartet (Absorption am schweren Fade-Level, Pull am schweren Break-Level).
- Invalidierung: Scheinkonfluenz (derselbe Layer doppelt gezählt) oder Orderflow druckt gegen das schwere Level → Bildschirm gilt, Level abwerten/revidieren.
Ebenen-Merksatz (durchgängig): Profil sagt welche Level · VWAP/Gamma/OHLC werten auf · Orderflow sagt wann es hält. Kein Stop, kein Ziel, kein Trail ohne Orderflow-Read am Level.
11. Instrument-Spezifika (Verweis)
Die Engine ist asset-agnostisch. Overshoot-Spannen, Stop-Richtwerte, Punkt-/Tick-Werte stehen kanonisch in <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md („Risiko & Overshoot”); Event-Fenster in demselben Delta („Session-Rhythmus”). Hier nur der ausführungsrelevante Charakter je Instrument — keine Werte.
| Instrument | Ausführungs-Charakter (kurz, keine Werte) | Konsequenz für Stop/Entry/Ziel | Kanonische Quelle |
|---|---|---|---|
| ES | tiefstes/glattestes Buch → geringster Overshoot, engste Stops; Hauptgefahr Chop/Grind + Absorbiert-Werden, nicht Overshoot; voller Bestätigungs-Stack inkl. Gamma | „am Level” (§1.2a) & All-in eher vertretbar; enge Stops jenseits Excess/LVN | ES_Session-und-Risiko-Delta |
| NQ | „luftiger” → schnellere, weitere Extensions, größerer Overshoot; Gamma verfügbar | weitere Stops, Scale-in eher; Ziele weiter fassen | NQ_Session-und-Risiko-Delta |
| FDAX | overshoot-anfällig (dünn-aber-ehrlich, hoher Punktwert) → Ränder überschießen; kein Gamma | Reclaim-Entry (§1.2c) & Scale-in über die Spanne; Ziel-Set aus Profil/VWAP/OHLC; Stop klar hinter die Overshoot-Zone | FDAX_Session-und-Risiko-Delta |
| 6E | Prime im London–NY-Overlap; Big-Figure-Overshoot um runde Zahlen; Gamma im Prime-Fenster | Overshoot um Big Figures einplanen; Ausführung im Prime-Fenster priorisieren | 6E_Session-und-Risiko-Delta |
| BTC | 24/7, Sweep-getrieben; Spot-vs-Perp-CVD; Gamma via Deribit (kein MenthorQ-Sinn) | Stop hinter das Sweep-Cluster (Sweep-Tiefe je Vola-Regime → Delta); Quelle für Profil/CVD konsistent halten | BTC_Session-und-Risiko-Delta |
Alle Zeit- und Risiko-Werte, die diese Engine referenziert, werden dort gepflegt. Diese Datei bleibt frei von Asset-Parametern, damit die Ausführungs-Logik an einer Stelle konsistent bleibt.
12. Schnellreferenz — Management-Matrix je Day-Type
| Day-Type | Entry-Ort | Stop | Ziel | Skalierung | Trail | Größe/Prop |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Trend / DD-Trend | Retest/Pullback (b) | hinter Swing + Overshoot | fern: HVN→VA-Kante→Naked VPOC/Gamma-Wall | Scale-out + Runner | weit (Dev-VPOC/VWAP/Swing) | A-Setup volle Größe; Consistency ggf. Teil früh buchen |
| Balance/Normal | am Level (a)/Reclaim (c) + Absorption | eng hinter Kante + Overshoot | Gegenkante / VPOC / VWAP | all-out an Kante | nicht trailen | B/C reduziert; früh raus |
| ORR | Reclaim des Extrems (c) | jenseits Pivot/Extrem | Gegenseite / Vortags-Value | Scale-out reverse | mittel | volle nur bei sauberem Reclaim-Trigger |
| OTD | Retest Drive-Ursprung (b) | hinter Test-Level | Drive-Richtung: HVN/VA-Kante | Scale-out + Runner | Drive-Struktur | wie Trend, bis Test-Reclaim |
| Neutral | erst nach Auflösung | hinter aufgelöstes Extrem | Auflösungs-Richtung | minimal | erst ab Auflösung | reduziert bis Auflösung |
Kern-Signaturen (E→H→B→I, kompakt):
| Signatur | Erkennung | Handlung | Bestätigung | Invalidierung |
|---|---|---|---|---|
| Fade-Entry (§1.1) | Absorption an Kante: Wall hält/refresht + CVD-Div/Versiegen | Positionierung ins Value; Stop hinter Excess+Overshoot | VWAP-Band/OHLC/Gamma-Konfluenz | Absorption löst sich zum Break |
| Break-Entry (§1.1) | CVD trendet durch + Liq. pullt, Acceptance jenseits | Retest-Entry (§1.2b); Ziel nächste Referenz | Dev-VPOC wandert · Slope kippt · Gamma-Bruch | Refresh statt Pull, kein Follow (Fake) |
| Ziel-Read (§3) | Preis am Ziel-Level | getaggt→raus / akzeptiert→trailen | Reaktion regime-konform | Ziel ohne Reaktion überrannt / Trend dreht |
| Trail-Straffung (§5) | Trend→Balance (Intraday §5.2) | Runner enger/glattstellen | Slope flacht · Value overlapping · VPOC stagniert | neue Extension in Trend-Richtung |
| Prop-Stop (§7) | Daily-Loss-/Drawdown-Schwelle erreicht | Tag beenden | Prop-KPIs bestätigen Disziplin | — (kein „Zurückholen”) |
Merksätze: Setup liefert Entry, Exit macht den Trade · Struktur setzt den Stop, Prop die Größe · Ziel = nächstes AMT-Level, nicht eine Zahl · Trail-Aggressivität = Day-Type, nicht Kontostand · Bildschirm schlägt These auch im offenen Trade · Konfluenz-Score steuert Größe & Ziel-Aggressivität · VWAP/OHLC/Gamma = Bestätigung, nie Trigger · kein Gamma im FDAX · Overshoot/Werte → Deltas, Regime → Intraday, Empirie → Journal.
13. Offene Punkte / empirisch zu kalibrieren
Auflösung durchgängig über Methodik_Journal-und-Kalibrierung (Log-Feld → Aggregation → Rückschreiben in die kanonische Quelle). Kein erfundener Wert.
- ⟨zu kalibrieren: R-Multiple-Verteilung je Open-/Day-Type⟩ — welche Typen die größten Runner tragen. Log: Open-Type, Day-Type, Konfluenz-Score, Ergebnis-R. (Journal-Zeile „R-Multiple je Open-/Day-Type” existiert bereits — reziprok ✓.)
- ⟨zu kalibrieren: Prop-spezifische Sizing-Tabelle⟩ (Daily-Loss ÷ Stop-Distanz je Instrument → konkrete Kontraktzahlen). Log: Instrument, Stop-Distanz, Risk-per-Trade, Kontrakte, Ergebnis-R. Verzahnt mit den Punkt-/Tick-Werten der Deltas.
- ⟨zu kalibrieren: Break-even-/Teilverkauf-Regeln je Regime⟩ — ab wann zu frühes BE/Scale-out Erwartungswert kostet vs. zu spätes offenen Gewinn zurückgibt. Log: Regime, BE-/Teilverkauf-Auslöser, Ergebnis-R mit/ohne.
- ⟨zu kalibrieren: „Stop for the day”-Schwelle⟩ — Anteil des Daily-Loss / Trailing-Drawdown-Puffers, ab dem der Handelstag endet. Verzahnt mit den Prop-KPIs (Journal §6).
- ⟨zu kalibrieren: Overshoot-/Stop-Richtwerte je Open-/Day-Type⟩ — Gegenstück zu den Overshoot-Kalibrierungen der Deltas; die Stop-Distanz dieser Engine zieht direkt daraus.
Querverweise
Alle verwandten KB-Dateien sind FERTIG und verdrahtet (Schluss-Runde abgeschlossen 2026-07-05). Kanonische Quellen und Nachbar-Werkzeuge stehen im Kopf unter Verwandte KB-Dateien. Die Kalibrier-Punkte dieses Dokuments laufen über seine Offene-Punkte-Sektion und Methodik_Journal-und-Kalibrierung (§10-Zuordnung; geteilte Punkte §5.2).