BTC — Session- & Risiko-Delta
Themenbereich: Asset-Delta (dünn) — Session-Rhythmus + Risiko/Overshoot für BTC; speist beide Engines
Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (kein Footprint); Bestätigungs-Layer inkl. Gamma (MenthorQ — Deribit-basiert, daher 24/7-Haltekraft, session-unabhängig); Crypto-Conviction-Layer statt Equity-Internals: Cross-Asset (ES/NQ-Korrelation — stärkste Gewichtung) · Open Interest · Funding · Spot-Perp-CVD-Divergenz · Liquidations-Cluster (DXY sekundär)
Verwandte KB-Dateien: Methodik_Intraday-Management (Engine — „Session-Rhythmus” speist §2/§6/§7/§9) · Methodik_Trade-Management (Engine — „Risiko & Overshoot” speist §2/§8/§9.3/§11) · BTC_Open-Type-Playbook (Dual-Open-Frame + Anker-Konvention + Deribit-Gamma/Spot-Perp/OI/Funding-/Liquidations-Layer; verweist für Overshoot hierher) · Checkliste_BTC-Dual-Open (Runtime; Level-Set + Anker-Konvention) · 6E_Session-und-Risiko-Delta (Dual-Open-Schwester — identische Zwei-Open-Mechanik; dort DXY-Conviction, hier Crypto-Conviction) · FDAX_Session-und-Risiko-Delta (Overshoot-Gegenpol: dünn-ehrlich ohne Gamma vs. hier sweep-getrieben mit 24/7-Gamma) · ES_/NQ_Session-und-Risiko-Delta (US-Cash-Open-Schwestern — Open 2 läuft zeitgleich, ES/NQ-Korrelation ist der Haupt-Conviction-Tell) · MicroStructure_Warum-und-Wie-Maerkte-sich-bewegen (BTC-Zeile Teil F; Liquidations-Kaskade/Sweep C2; Wochenend-Vakuum/Adverse Selection C4; Absorption B3) · AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz (Day-Types C, Excess/ORR A7, Profil-Formen b/P S4) · Methodik_AMT-als-Filter (Drei-Ebenen) · Werkzeug_Delta-CVD (Spot-vs-Perp-CVD, Absorptions-/Exhaustion-Trigger §5.1/§5.2, UTC-Anker §5.7) · Werkzeug_Heatmap-Bookmap (Multibook; Liquidations-Heatmap; hält/refresht vs. pullt) · Werkzeug_VWAP (00:00-UTC-Anker, 24/7 valide) · Werkzeug_Options-Flow (Deribit-Gamma + Monats-Expiry §5.2–5.4, BTC-24/7-Fall §7) · Methodik_Journal-und-Kalibrierung (löst alle ⟨zu kalibrieren⟩-Felder)
Geltung: Nur BTC-Unterschiede. BTC ist der Sonderfall der KB: kein Close, 24/7, kein Auktions-Reset → die Session-/Anker-Hülle muss bewusst gesetzt werden. Keine Wiederholung universeller Logik (Phasen-Modell, Stop-/Sizing-Philosophie, Regime-Kipp → Engines) und keiner Open-Mechanik (4 Typen, Dual-Open-Klassifikation, Deribit-Gamma-/Spot-Perp-/OI-/Funding-Signaturen, Übergänge → BTC_Open-Type-Playbook). Der Delta ergänzt, er dupliziert nicht.
Status: FERTIG
Kernaussage (Anker)
BTC ist im Kern extrem liquiditäts-/volumengetrieben → AMT-affin: Volume Profile, HVN/LVN, Naked VPOC und VWAP übertragen sich sehr gut (MicroStructure… Teil F, BTC-Zeile). Der Bruch zur restlichen Gruppe ist nicht die Mechanik, sondern die Hülle: kein natürlicher Session-Reset (24/7, kein Close, keine erzwungene Auktions-Pause). Daraus folgt alles Delta-Spezifische — auf beiden Achsen dieses Dokuments.
Session-Achse (das BTC-Distinktive): Es gibt keinen Open aus einer Halt. Der Tag ist ein rollendes Makro-Overlap-Modell (Asien → EU-Open → US-Open → US-Nachmittag → Asien-Übergabe), auf das das Engine-Phasen-Modell (Methodik_Intraday-Management §2) zweimal abgebildet wird — um den EU-Open (09:00 FFM, sekundär) und um den US-Cash-Open (15:30 FFM / 09:30 ET, Haupt-Open). Die beiden Opens sind importierte TradFi-Inflektionen auf einem durchlaufenden Markt, kein Neustart (Frame + Klassifikation kanonisch im BTC_Open-Type-Playbook). Der Anker ist deshalb bewusst gesetzt: 00:00-UTC-Daily für VWAP und Profil — bei 24/7-Echtvolumen der sauberste Daily-Anker der KB (kein ES-Kaltstart, keine 6E-Asien-Verdünnung).
Risiko-Achse (der BTC-Overshoot): Der charakteristische Overshoot ist der Liquidations-Sweep — gehebelte Stops/Liquidationen werden geerntet, der Preis überschießt ein Level reflexiv (selbstverstärkende Kaskade, MicroStructure… C2), kehrt oft Excess-artig zurück. Conviction über den Crypto-Layer: Spot-CVD vs. Perp-CVD (Divergenz = hebelgetrieben/fragil), Funding (überfüllt = Reversal-Risiko), OI (↑ = Initiative, ↓ = Covering/Liquidation), plus ES/NQ-Korrelation (am US-Open maximal). Anders als der FDAX hat BTC einen Gamma-Layer (Deribit, 24/7-Haltekraft) — es ist kein Ersatz nötig; der Ersatz betrifft nur die Equity-Internals, die der Crypto-Conviction-Layer ablöst.
Drei Merksätze, die diesen Delta tragen:
- Die Hülle ist gesetzt, nicht gegeben. BTC hat keinen Reset → Anker (00:00 UTC), Phasen (Makro-Overlaps) und „Session-Ende” (Prop-Zeitfenster, nicht Markt-Close) sind Konventionen, die man aktiv definiert. Innerhalb dieser Hülle läuft die AMT-Mechanik so ehrlich wie bei keinem anderen Instrument.
- Der Overshoot ist der Liquidations-Sweep, nicht das dünne Buch per se. Fade nur nach Sweep + Absorption, nie in den Sweep hinein; Stop hinter das Liquidations-/Sweep-Cluster, sonst wird man genau dort ausgestoppt, wo die Kaskade endet.
- Spot bestätigt = belastbar; nur Perp = fragil. Die Spot-Perp-CVD-Divergenz ist der BTC-Frühwarner, den ES (über $TICK) und der FDAX gar nicht haben — das Pendant zur 6E-DXY-Divergenz. Sie warnt vor hebelgetriebenen Moves, bevor die CVD-Divergenz allein es täte.
Session-Rhythmus (speist die Intraday-Engine)
Kanonische Quelle für die BTC-Phasen-Zeiten, die Methodik_Intraday-Management §2/§6/§7/§9 referenziert. Die Phasen-Logik selbst (was in jeder Phase zu tun/zu lassen ist, der Liquiditäts-Filter über der Regime-Frage) steht dort und wird hier nicht wiederholt — hier nur die BTC-Zeiten und der BTC-spezifische Tint. Zeitkonvention: primär Frankfurt (CET/CEST) für die beiden TradFi-Opens (mit ET zusätzlich, weil Open 2 US-Cash-getrieben ist), UTC für alle crypto-nativen Termine (Deribit-Expiry, Funding-Resets, Daily-Anker) — denn diese respektieren keinen TradFi-Kalender. UTC↔FFM verschiebt sich mit der Sommerzeit (FFM = UTC+1 Winter / UTC+2 Sommer) → UTC-Termine in DST-Wochen aktiv umrechnen (s. Anomalien).
Der Kernunterschied zum Engine-Gerüst: Das Engine-Modell (§2) beschreibt einen Tag mit Open → Phasen → Close. BTC hat keinen Close und keinen Open aus einer Halt → das Modell läuft nicht einmal über einen RTH-Bogen, sondern rollend und zweimal betont (um Open 1 und, mit Priorität, um Open 2). Die Phasen bilden sich an den Makro-Session-Overlaps ab, nicht an einer Glocke.
- Rollendes Tages-Modell (kein Reset): Asien (crypto-natives Echtvolumen, Funding-/OI-Carry — anders als die ES-Platzhalter-Nacht) → EU-Open 09:00 FFM (= 08:00 London; baut EU-Range/Value) → US-Cash-Open 15:30 FFM / 09:30 ET (Haupt-Open, Peak-TradFi + ES/NQ-Korrelation + ETF-Flow) → US-Nachmittag (FOMC-/Makro-sensitiv) → Asien-Übergabe. Die Übergabe-Zonen zwischen den Regionen (späte EU → frühe US; später US-Nachmittag → Asien) sind Liquiditäts-Löcher → Vakuum-anfälliger, Management-Vorsicht (Runner enger; vgl. Engine §6-Lull-Charakter, hier ohne feste Uhr).
- Kein „Settlement” im Futures-Sinn: Die „Close-Frage” ist bei BTC keine Markt-Frage, sondern eine Prop-/Zeit-Frage — bis wann halte ich nach meinen Prop-Constraints (Daily-Loss, Trailing-Drawdown, Consistency; kanonisch Methodik_Trade-Management §7.3)? Es gibt keinen erzwungenen Settlement-Magnet wie im FDAX (Xetra 17:30) oder ES (RTH-Close). Ausnahme-Magnet: die Deribit-Monats-Expiry (letzter Fr 08:00 UTC) wirkt wie ein temporärer Settlement-artiger Pin (Event-Fenster unten).
Phasen → BTC-Zeit (Dual-Open-Mapping auf das Engine-Gerüst §2)
Das Engine-Modell (§2) läuft im BTC zweimal ab — einmal um Open 1 (EU), einmal (mit Priorität) um Open 2 (US-Cash). Dazwischen und darum läuft die volle crypto-native Auktion weiter (Asien-Echtvolumen, Funding-Zyklen, Perp-Hebel) — der Unterbau, den die TradFi-Opens bestätigen oder brechen. Der Aktivitäts-Schwerpunkt liegt im US-Open.
| Engine-Phase (§2) | BTC-Fenster (FFM / ET / UTC) | BTC-spezifischer Tint (nur die Unterschiede) |
|---|---|---|
| 0 — Asien / crypto-nativer Unterbau | grob ~00:00–~08:00 FFM (echtes Volumen) | Kein Platzhalter (anders als ES-Overnight): echte Preisfindung, baut ONH/ONL mit Volumen. Kontext/Sekundär-Regime, keine bevorzugte Ausführung. Funding-Reset 08:00 UTC nah → Positionierungs-Shift möglich. Wochenende/späte Asien = dünnes Regime (Air-Pockets/Wicks, §Risiko). |
| 1 — IB-Auflösung (EU-Open) | 09:00–10:00 FFM (IB) | Importierte EU-TradFi-Inflektion; baut die EU-Range/-VPOC als Open-2-Referenzset. Crypto-Headlines (24/7, kalenderunabhängig) können den Typ live kippen — der eigentliche EU-Open-Vola-Treiber (EU-Makro wirkt schwächer als beim 6E). Conviction über Crypto-Layer + moderate ES/NQ-Korrelation. |
| 2 — EU-Vormittag | ~10:00–~14:00 FFM | Produktive, aber sekundäre Phase. EU-IB-Extension entscheidet sich hier (trägt vs. fällt → Engine §3). Was hier baut, ist Karte für Open 2. |
| 3 — EU→US-Übergabe / Vor-US-Lull | ~14:00–15:30 FFM ⟨Lull-Fenster zu kalibrieren⟩ | 14:30 FFM = 08:30 ET US-Daten (~1 h vor Open 2, eingepreist) → prägt die Lage in den US-Open, injiziert nicht live. Vor dem Peak dünn/übergabe-anfällig → „nicht handeln”-Default (Engine §6), nur voll-konfluente A-Setups. |
| 4a — Overlap-IB (US-Cash — HAUPT-OPEN) | 15:30–16:30 FFM / 09:30–10:30 ET (IB) | Die BTC-Kern-Phase. Peak-TradFi, maximale ES/NQ-Korrelation, ETF-Flow, volle Gamma-Haltekraft. 16:00 FFM = 10:00 ET US-10:00-Daten (ISM/JOLTS/Cons.Conf.) fallen live in die IB → können Typ kippen (Event überschreibt die Phase, Engine §2-Invalidierung). Kern-Frage: bricht der US-Open die EU-Range (Continuation) oder fadet er sie ins EU-Value (Reversal)? |
| 4b — US-Vormittag / Power-Hour-Analogon | ~16:30–~19:00 FFM / ~10:30–~13:00 ET | Höchste Beteiligung → cleanste Direktional-/IB-Extension-Moves; Regime bestätigt sich oder kippt (Engine §5/§7). Voller ES/NQ-Conviction (US-Teilnehmer da). |
| 5 — US-Nachmittag / FOMC-Fenster | ab ~19:00 FFM; FOMC 20:00 FFM / 14:00 ET | BTC ist stark FOMC-/Liquiditäts-sensitiv → an FOMC-Tagen Nachmittag oft Pre-FOMC-Kompression/Drift, dann scharfe Auflösung. Danach Liquiditätsabfall Richtung Asien-Übergabe. Positionierung nach Prop (Trade-Mgmt §7.3), nicht nach Markt-Close (den es nicht gibt). |
Der Tint ersetzt nicht das Phasen-Modell — er verortet es (zweimal, rollend) in der BTC-Uhr. Die Liquiditäts-Signatur schlägt die Uhr (Engine §2): läuft eine Wochenend-Kaskade auf eine Headline trotz „dünnem Regime”, oder bleibt der US-Open an einem US-Feiertag flach, gilt die Signatur, nicht die Zeit. Der Schwerpunkt liegt im US-Open — Asien und EU sind Kontext + frühe Position.
Event-Fenster (BTC-spezifisch; speist Trade-Mgmt §9.3 & Intraday §2)
BTC ist zugleich Makro-/Risk-Asset (reagiert auf US-Daten/FOMC wie ES) und crypto-nativ (eigene 24/7-Treiber). Beide Kalender überlagern sich. Alle TradFi-Zeiten FFM (ET in Klammern); alle crypto-nativen Termine UTC (native Referenz; FFM-Umrechnung DST-abhängig). Exakte Release-Zeiten ⟨gegen Wirtschafts-/Exchange-Kalender prüfen⟩.
| Fenster | Ereignisse | Wirkung auf den Open-/Tages-Typ |
|---|---|---|
| Crypto-nativ — Deribit-Monats-Expiry (letzter Fr 08:00 UTC) | Verfall der monatlichen BTC-Optionen | Der große Pin-/Auflösungs-Termin (crypto-Pendant zum 6E-NY-Cut, nur monatlich): große Strikes pinnen davor (verstärken einen OA-Pin), lösen danach oft direktional auf (OA → OD). Behandlung: Options-Flow §5.4, Open-Playbook „Gamma-Layer”. Wöchentliche/tägliche Expiries = schwächere Pins. |
| Crypto-nativ — Funding-Resets (00 / 08 / 16 UTC) | 8-h-Funding-Verrechnung (venue-typisch) | Kurze Positionierungs-Shifts/Spikes um den Reset; extremes Funding vor dem Reset = überfüllte Seite → Squeeze-/Reversal-Risiko (§Risiko, Conviction-Layer). |
| US-Makro — 14:30 FFM (08:30 ET, ~1 h vor Open 2) | NFP, CPI, PCE, PPI, Retail, Jobless | Wie ES-08:30: prägt die Lage in den US-Open (eingepreist), injiziert nicht live. BTC reagiert zunehmend als Makro-Asset. Acceptance → Continuation-Lean; Fade → ORR-Lean. Adverse-Selection-Vakuum um den Release (MicroStructure… C4) → scharfer Spike. |
| US-Makro — 16:00 FFM (10:00 ET, in Overlap-IB) | ISM, JOLTS, Consumer Confidence | Landet live in der Open-2-IB → injiziert Vola, kann Typ kippen (Engine §2 überschreibt Phase). |
| US-Makro — 20:00 FFM (14:00 ET, US-Nachmittag) | FOMC (Statement 20:00, Presser 20:30) | Fällt nach beiden Opens; BTC stark FOMC-sensitiv → Pre-FOMC-Drift, dann scharfe Auflösung + Overshoot-Verstärker. Nur mit Prop-Deckung halten (Trade-Mgmt §9.3). |
| Crypto-nativ — US-Spot-BTC-ETF-Flows (US-Hours) | Netto-Inflow/-Outflow der US-Spot-ETFs | Spot-Conviction-Input für Open 2 (echtes Kapital → belastbarer als Perp). Tendenz soweit verfügbar in den Pre-Open-2-Read. |
| Crypto-nativ — Wochenende / Montag-CME-Gap | Dünn-Regime Sa/So; CME-BTC-Futures Fr 17:00 ET → So 18:00 ET geschlossen | Wochenend-Extreme (ONH/ONL) werden am Montag-US-Open neu bewertet; CME-Weekend-Gap = externer Magnet/Ziel (füllt statistisch häufig → Naked-POC-artige Logik). Am Montag ins Level-Set. |
| Crypto-spezifisch (24/7, kalenderunabhängig) | Regulierung, Exchange-/Stablecoin-Events, Hacks, On-Chain-Schocks | Eigener, TradFi-unabhängiger Vola-Kanal → entkoppelt BTC von ES/NQ (Korrelations-Vorbehalt, §Risiko). Kann jede Phase live überschreiben. |
Alle Daten-/Event-Fenster sind Overshoot-Verstärker: ein Spike kann den strukturellen Stop als Rauschen durchschlagen. Behandlung des Spikes = Trade-Mgmt §9.3 (Acceptance jenseits abwarten, nicht in den Spike aufstocken); Overshoot-Charakter = Abschnitt „Risiko & Overshoot” unten. BTC-Besonderheit: Um Releases und in dünnen Regimes (Wochenende) pullen die Maker kollektiv (Adverse Selection,
MicroStructure…C4) → das Buch leert sich von selbst, der Spike läuft mit wenig Volumen weit. Nicht in das Vakuum jagen.
Anker-Konvention (BTC-spezifisch — kanonisch in Checkliste/Open-Playbook)
BTC löst die Anker-Frage sauberer als jedes andere KB-Instrument, gerade weil es 24/7 mit Echtvolumen läuft: kein ES-Kaltstart (Overnight = Platzhalter), keine 6E-Asien-Verdünnung. Voll begründet in BTC_Open-Type-Playbook („Anker-Konvention”, löst den offenen AMT-Punkt „BTC-Anker-Konvention: UTC-Daily vs. Börsen-Open” ein) und Checkliste_BTC-Dual-Open — hier nur der Session-relevante Kern:
- Daily-VWAP (geankert an 00:00 UTC, Crypto-Daily) = durchgängiger Ausführungs-Anker für beide Opens (OD/OTD-Pullback-Ziel, OA-Fade-Referenz, Bias-Seite). Jederzeit valide — um 09:00 FFM ebenso wie um 15:30 FFM (kein warmlaufender Anker nötig wie beim 6E). Der 00:00-UTC-Start ist Konvention, kein Auktions-Reset → als rollierender Fair-Value lesen, nicht als „neue Auktion ab 00:00”. Der CVD-Anker läuft konsistent auf dieselbe UTC-Mitternacht (Werkzeug_Delta-CVD §5.7 — falscher Anker erzeugt Schein-Divergenzen).
- Optional Session-VWAPs: EU (Anker 09:00 FFM) als Open-1-Verfeinerung, US (Anker 15:30 FFM / 09:30 ET) als Open-2-Verfeinerung — isolieren den TradFi-Flow vom crypto-nativen Tag.
- Weekly-VWAP an Wochen-Open, Monthly-VWAP an Monats-Open — bei BTC durchgehend belastbar (Echtvolumen), als Bias-Filter + Makro-Magnete.
- Profil an denselben 00:00-UTC-Tagesstart. Anders als ES (nur RTH ehrlich) und 6E (Overlap am ehrlichsten) ist bei BTC jede Phase echte Preisfindung → das Profil ist durchgehend valide. Praktisch getrennt nützlich: EU-Session-Profil (ab 09:00 FFM) + US-Session-Profil (ab 15:30 FFM), um die TradFi-Inflektionen vom crypto-nativen Tag zu trennen.
- OHLC: pdH/pdL/pClose auf Basis des 00:00-UTC-Tages (Crypto-Daily-Close 23:59 UTC); ONH/ONL = Overnight-/Asien-Extreme (echtes Volumen, nicht Platzhalter); CME-pClose/-Settlement zusätzlich als externe Referenz (speist den Weekend-Gap).
Verlässlichkeit folgt hier nicht der Session-Qualität (der einzige KB-Fall): weil BTC 24/7 mit Echtvolumen läuft, sind VWAP/Profil rund um die Uhr belastbar — nicht session-abgestuft wie ES (RTH) oder 6E (Overlap). Das ist der strukturelle Vorteil der 24/7-Hülle. Der Preis dafür ist, dass es keinen Reset gibt, der die Level „frisch” macht → man setzt den Anker (00:00 UTC) bewusst und liest ihn als rollierenden Fair-Value.
Session-Anomalien (BTC-spezifisch)
- Wochenend-Dünn-Regime (Sa/So + späte Asien): wenige Maker → schnelles kollektives Pullen → Liquidity-Hunts/Wicks häufiger, Profile weniger belastbar (analog zur Overnight-Platzhalter-Auktion bei ES/NQ,
MicroStructure…Teil F). Moves vorsichtiger behandeln; Stops mehr atmen lassen. Der Montag-US-Open bewertet Wochenend-Extreme häufig neu. - CME-Weekend-Gap (Montag): durchlaufender Perp-/Spot-Handel am Wochenende ↔ geschlossene CME-Futures → Gap zum CME-Open = bekannter Magnet (füllt statistisch häufig). Ins Montag-Level-Set (Gap-Fill-Quote ⟨zu kalibrieren⟩, s. §Risiko).
- DST-De-Sync (~3 Wochen im März & Okt/Nov): EU/US stellen nicht synchron um → die FFM-Uhrzeit von Open 2 (US-Cash 09:30 ET) und der 08:30-/10:00-ET-Daten verschiebt sich um 1 h; zusätzlich verschieben sich alle UTC-Termine (Deribit-Expiry 08:00 UTC, Funding-Resets) relativ zur FFM-Uhr um 1 h. Für BTC doppelt relevant, weil der Tag FFM-, ET- und UTC-Marken trägt → in diesen Wochen Open-2- und UTC-Termin-Timing aktiv prüfen.
- US-Feiertage: US-Cash-Open fällt faktisch flach/dünn (kein ETF-/Cash-Flow, ES/NQ geschlossen oder verkürzt) → nur der crypto-native Tag + EU-Phase tragen; ES/NQ-Korrelation als Conviction-Tell fällt aus. Dünnes Regime wie am Wochenende behandeln.
- Deribit-Monats-Expiry (letzter Fr 08:00 UTC): kein Kalender-Zufall, sondern wiederkehrender struktureller Termin — Pin davor, Auflösung danach (s. Event-Fenster). Der einzige quasi-„Settlement”-artige Magnet des ansonsten close-losen Marktes.
Risiko & Overshoot — kanonische Quelle für BTC (Open-Playbook & Trade-Management verweisen hierher)
Dieser Abschnitt ist selbsttragend: er definiert den BTC-Overshoot-Charakter (Liquidations-Sweep), die daraus folgende Stop-Logik relativ zum Buch, die Punkt-/Tick-Werte (Perp vs. CME) als Sizing-Grundlage, die risiko-/exit-relevante Rolle des (vorhandenen) Gamma-Layers und — als BTC-Kernpunkt — den Spot-Perp-/OI-/Funding-Conviction-Layer als Overshoot-/Exhaustion-Frühwarner. Die universelle Stop-/Sizing-/Exit-Logik bleibt Methodik_Trade-Management (§2 Stop, §8 Sizing, §9 Fehler-Management) — hier nur die BTC-Parameter und der BTC-Tint, im Schema Erkennung/Bedingung → Handlung/Erwartung → Bestätigung → Invalidierung. Er löst den offenen Punkt „Liquidations-Overshoot-Kalibrierung” des BTC_Open-Type-Playbook und der Checkliste ein (beide verweisen hierher).
1. Overshoot-Charakter — Liquidations-Sweep, nicht dünnes Buch per se
Der BTC-Overshoot hat eine andere Mechanik als der FDAX-Overshoot. Der FDAX überschießt, weil sein Buch strukturell dünn ist (Vakuum/Pull als Dauerzustand, MicroStructure… FDAX-Zeile). BTC überschießt primär durch gehebelte Liquidations-Kaskaden: getriggerte Liquidationen werden zu Zwangs-Market-Orders, die den Move selbst verstärken (reflexiver Sweep, MicroStructure… C2) → Excess-artige Flushes über Level hinaus, oft ohne fundamentale Ursache. Zwei Overshoot-Modi:
- (a) Liquidations-Kaskaden-Sweep (der Kern-Modus, hebelgetrieben). An Stop- und Liq-Clustern — bevorzugt an runden Zahlen (ganze Tausender, $5k/$10k-Schritte, 100k) und Deribit-Strikes (clustern an runden Zahlen) — sammeln sich gehebelte Stops und Liquidations-Trigger. Ein Anlauf erntet sie: die getriggerten Liquidationen werden selbst zu Market-Orders und treiben den Sweep über das Cluster, bevor die responsive Seite dreht. Die Liquidations-Heatmap (Cluster ober-/unterhalb) zeigt wohin der Preis gezogen wird — ein Liquidity-Magnet wie ein klassischer Stop-Run (Ebene-2-Set). Das ist der Treibstoff des Liquidations-Sweep-OTD/-ORR (Signaturen im Open-Playbook).
- (b) Dünn-Regime-Vakuum (event-/zeit-getrieben, terminiert). Am Wochenende / in der späten Asien und um Makro-Releases pullen die Maker kollektiv (Adverse Selection,
MicroStructure…C4) → das Buch leert sich, der Spike läuft mit wenig Volumen weit (Air-Pocket/Wick). Das ist ein Vakuum-Overshoot wie im FDAX, aber regime-/event-terminiert, kein struktureller Dauerzustand — im TradFi-getragenen US-Open ist das Buch deutlich tiefer.
Konsequenzen für die Ausführung:
- Am Rand nie blind faden (KB-Regel
AMT_Grundlagen…S2 #9: „FDAX/NQ/BTC überschießen”). Der overshoot-anfällige Default gilt: Reclaim-/Acceptance-Entry (Trade-Mgmt §1.2c) — den Liquidations-Sweep auslaufen lassen und in die Gegenbewegung/Fortsetzung einsteigen, statt in den Spike. - Scale-in über die Sweep-Spanne (Trade-Mgmt §4.1): Teil-Entry nach erstem Sweep + Absorption, Aufstockung nach Bestätigung tiefer/höher in der Zone — gestaffelte Summe unter dem Risiko-Budget (§8). Micro-Kontrakt (MBT) als Fein-Werkzeug (§3).
- Multibook-Heatmap ist valide, aber die Spot-Perp-CVD-Divergenz ist der ehrlichere Tell (Checkliste_BTC-Dual-Open, BTC-Caveat): die aggregierte Heatmap bündelt Perp + Spot über Leitbörsen; Liquidität kann venue-getrieben „springen” → Delta/CVD (Spot + Perp getrennt) + Tape höher gewichten, Heatmap als Bestätigung.
Regel — Liquidations-Sweep nicht blind faden/breaken (der BTC-Kernfehler; E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Preis läuft in ein Liq-Cluster / eine runde Zahl / einen Deribit-Strike (ggf. konfluent mit Gamma-Wall); Fade- oder Breakout-Verlockung; Perp-CVD-/Liquidations-Spike sichtbar.
- Handlung/Erwartung: nicht am Level einsteigen; den Sweep auslaufen lassen und auf Absorptions-Bestätigung (Fade) bzw. Acceptance jenseits (Break) warten (Werkzeug_Delta-CVD §5.1, Werkzeug_Heatmap-Bookmap).
- Bestätigung: Fade: Wall/Strike hält/refresht + Liquidations-Spike wird absorbiert (Perp-CVD-Spike ohne Preis-Follow, dann CVD-Flip) + Spot bestätigt das Extrem nicht + ggf. ES/NQ-Divergenz am Extrem; Reclaim des Levels. Break: Liquidität pullt, beide CVD (Spot + Perp) trenden durch, OI↑ (neue Positionierung, keine Liquidation), ES/NQ synchron, Acceptance jenseits.
- Invalidierung: getrappter Sweep — Poke über das Cluster ohne Follow, sofortiger Snap zurück (das war Liquidations-Ernte, kein Break → faden); bzw. der gefadete Rand löst eine Kaskade aus / bricht mit Acceptance + OI↑ (das war kein Halt, ist ein Break → mitgehen, nicht in die Kaskade faden). Poke ≠ Acceptance bleibt die AMT-Entscheidung (Trade-Mgmt §2).
2. Stop-Logik relativ zum Buch — hinter das Liquidations-/Sweep-Cluster
Die universelle Stop-Philosophie (Struktur statt Geldbetrag; jenseits der Invalidierung + Overshoot-Puffer; Poke ≠ Acceptance) steht in Methodik_Trade-Management §2. BTC-Tint:
- Der Puffer liegt hinter das Liquidations-/Sweep-Cluster, nicht an das Level. Ein Stop direkt an der runden Zahl / am Liq-Cluster wird von der Kaskade als Rauschen abgeholt, bevor die These falsch ist — genau dort endet der reflexive Sweep. Der Stop sitzt hinter die typische Sweep-Tiefe (Vola-abhängig). ⟨Sweep-Tiefe je Vola-Regime in Punkten/%, §5⟩
- Platzierung an Struktur/Excess + Cluster-Bewusstsein. Kandidaten: Swing-Extrem/Excess, LVN (durch die der Preis „rennt”), EU-H/L, ONH/ONL, runde Zahl, Deribit-Strike/Gamma-Wall, Liq-Cluster — plus der Puffer hinter das nächste Cluster in Reichweite.
- Vola-Regime-Aufschlag statt Zeit-Aufschlag. Anders als bei Session-Instrumenten (eng im Prime, weit in Randstunden) folgt der BTC-Stop-Abstand primär dem Vola-Regime: ruhiges, spot-getragenes Regime → engere Stops möglich; hoch-gehebeltes / Funding-extremes / Wochenend-dünnes Regime → Stop deutlich weiter atmen (Kaskaden-Gefahr). Das Vola-Regime ist der bessere Prädiktor als die Uhrzeit.
- Perp vs. CME/Future bewusst wählen (Instrument-Frage, nicht nur Stop-Frage): Auf welchem Kontrakt liegt der Trade (Perp der Leitbörse vs. CME-Future)? Quelle für Profil/CVD/Level konsistent zum gehandelten Kontrakt halten — sonst driften Anker und Excess-Zonen auseinander. Prop-Krypto-Constraints beachten (welche Kontrakte/Hebel überhaupt zulässig, §3).
- Poke vs. Acceptance: ein Poke/Sweep innerhalb der kalibrierten Spanne ist keine Invalidierung; genau dafür liegt der Stop dahinter. Erst Acceptance jenseits (Zeit/Volumen, + Spot-Bestätigung + OI↑) widerlegt die These.
Qualitative Stop-Ordnung je Open-Type (konkrete Werte ⟨zu kalibrieren⟩, s. §5; gilt für beide Opens):
| Open-Type | Stop-Ort (BTC) | Warum / BTC-Besonderheit |
|---|---|---|
| OD | hinter den ersten flachen Pullback (Daily-VWAP / Opening-Range-Rücklauf / Gamma-Flip) + Puffer | saubere OD nur mit Spot-Bestätigung + OI↑; runde Zahlen werden durchlaufen (nicht Reject) → Stop hinter die durchbrochene Zahl. Perp-only-„OD” = Squeeze → engere Verwaltung, Liquidations-Erschöpfung als Exit. |
| OTD | hinter das Test-/Sweep-Extrem (ONH/ONL · EU-H/L · runde Zahl · Deribit-Strike · Liq-Cluster) + Sweep-Puffer | Liquidations-Sweep-OTD: der Test ist oft ein Poke über das Cluster → weit genug hinter das Cluster atmen. |
| ORR | jenseits des abgelehnten Extrems / Daily-Open-Pivots + Puffer | Reject-Level oft Gamma-Wall/runde Zahl (volle 24/7-Haltekraft) → Fade sauber, aber der initiale Push überschießt oft (Liq-Kaskade) → Fade nach Absorption/Sweep, Stop hinter den Sweep. |
| OA | hinter die Edge-Excess (Pin-/Deribit-Strike/runde Zahl) + Puffer (nie an der Kante) | Ränder halten im getragenen Regime; Deribit-Pin als Sonder-Edge (vor Expiry faden, nach Expiry auf Auflösung). Achtung: ein OA-Edge kann jederzeit in eine Kaskade kippen → nur qualifizierte Edges. |
| Neutral | hinter das aufgelöste Extrem (erst ab Auflösung) | reduziertes Commitment bis eine Seite gewinnt (Intraday §4.3). |
Overshoot-/Stop-Richtwerte je Open-/Day-Type (Sweep-Tiefe in Punkten/%) sind ⟨zu kalibrieren⟩ (unten §5) und speisen direkt die Stop-Distanz von Trade-Mgmt §2 → §8. BTC ist wie der FDAX overshoot-anfällig, aber mit anderer Quelle (Liquidations-Sweep statt Dauer-Dünnbuch) → Stop hinter das Cluster, Abstand nach Vola-Regime, nicht nach Uhrzeit.
3. Punkt-/Tick-Wert & Sizing-Bezug — Notional-getrieben, Perp vs. CME
Grundlage für das Positionssizing (Methodik_Trade-Management §8; Formel dort, nicht hier dupliziert): Kontrakte = Risk-per-Trade ÷ (Stop-Distanz × Wert je Punkt). Bei BTC ist der Wert je Punkt kontrakt-/venue-abhängig und der eigentliche Sizing-Treiber das Notional (bzw. der Hebel), nicht ein feiner Futures-Tick.
| Kontrakt | Kontraktgröße | Wert je $1 BTC-Move | Rolle im Sizing |
|---|---|---|---|
| CME BTC (Standard-Future) | 5 BTC / Kontrakt | ≈ 5 $ pro 1 $ BTC-Bewegung | Voll-Kontrakt; großer Punktwert (bei fünfstelligem BTC-Preis sehr großes Notional) → Größe ist der Engpass, Stop-Distanz in $ ist erheblich. |
| CME MBT (Micro Bitcoin) | 0,1 BTC / Kontrakt | ≈ 0,10 $ pro 1 $ BTC-Bewegung | Fein-Sizing / Staffelung (1/50 des CME-BTC) — das Werkzeug für Scale-in über die Sweep-Spanne. |
| Perpetual (Leitbörse) | kein fixer Multiplikator — Kontraktwert = Notional in USD (bzw. coin-margined) | venue-/margin-abhängig | Größe über Notional/Hebel definiert, nicht über Tick-Zahl; Fein-Granularität hoch, aber Hebel = Risiko-Multiplikator → Notional-Deckelung ist die Sizing-Grenze. |
⟨Gegen CME- und Prop-/Venue-Kontraktspezifikation prüfen⟩: CME-BTC = 5 BTC/Kontrakt, MBT = 0,1 BTC/Kontrakt (Notional-Multiplikatoren; daraus Wert je $-Move). Tick-Größen und exakte Tick-Werte (Index-Punkte je Tick) hier bewusst nicht behauptet — vor dem Sizing gegen die aktuelle CME-Spezifikation verifizieren. Perp: kein Standard-Multiplikator; Kontraktwert, min. Order-Größe, Funding-Kosten und zulässiger Hebel sind venue- und Prop-abhängig → vor dem Sizing gegen die konkrete Prop-Krypto-Regelung prüfen (viele Prop-Firmen erlauben nur bestimmte Kontrakte/Hebel oder nur die CME-Futures).
BTC-Sizing-Konsequenz:
- Der große CME-BTC-Punktwert × die overshoot-bedingt weite Stop-Distanz macht den Voll-Kontrakt schnell zu groß fürs Risiko-Budget → MBT (Micro) ist im BTC das Standard-Werkzeug für tragfähiges Sizing und für Scale-in über die Sweep-Spanne (Trade-Mgmt §4.1/§8), besonders an runden Zahlen/Liq-Clustern, wo der exakte Dreh unsicher ist.
- Bei Perp ist der Hebel die eigentliche Falle: die Positionsgröße folgt aus Risk-per-Trade ÷ Stop-Distanz (in $), nicht aus „welchen Hebel erlaubt die Börse”. Ein hoher Hebel ändert nicht das Risiko pro Trade (das setzt der Stop), sondern nur, wie schnell man liquidiert wird — die Liquidations-Distanz muss klar hinter dem strukturellen Stop liegen, sonst liquidiert der Sweep die Position, bevor der Stop greift.
- Prop-Deckelung bindet weiterhin: die aus der Formel folgende Größe wird durch Max-Kontrakt-/Notional-Limit, Rest-Daily-Loss und Trailing-Drawdown-Puffer gekappt — bindend ist die kleinste Grenze (Trade-Mgmt §7/§8). Der genaue Daily-Loss ÷ Stop-Distanz → Kontraktzahl/Notional ist ⟨zu kalibrieren: Prop-Sizing-Tabelle BTC → Methodik_Journal-und-Kalibrierung⟩.
Nie den Stop verengen, um die Größe zu rechtfertigen (Trade-Mgmt-Kernkopplung): Struktur setzt den Stop-Ort (§2, hinter das Sweep-Cluster), Prop/Punktwert setzen die Größe (§8). Im BTC ist die Versuchung der große Punktwert (CME) bzw. der verfügbare Hebel (Perp) — beide dürfen nie den strukturellen Stop enger ziehen, als es die Sweep-Tiefe erlaubt.
4. Gamma-Layer (verfügbar — Deribit, 24/7) + Spot-Perp/OI/Funding-Conviction als Risiko-Read
Der „Ersatz für einen fehlenden Gamma-Layer” ist der FDAX-Fall — im BTC ist Gamma vorhanden (MenthorQ, Deribit-basiert; Werkzeug_Options-Flow §7). Damit hat BTC, wie ES/NQ/6E, einen Layer mehr, nicht weniger — plus einen Crypto-Conviction-Layer, der die Equity-Internals ($TICK/Breadth/VIX) ersetzt. Volle Regime-→Open-Type-Logik: BTC_Open-Type-Playbook („Gamma-Layer” + „Conviction-Layer”). Hier nur die risiko-/exit-relevante Nutzung.
(a) Gamma — vorhanden mit 24/7-Haltekraft (der strukturelle BTC-Vorteil):
- Haltekraft session-unabhängig: weil Deribit-Optionen rund um die Uhr handeln, ist der Dealer-Hedging-Flow nicht an US-Hours gebunden → Gamma-Walls halten gleichmäßig über alle Sessions (Asien, EU, Wochenende ebenso wie US-Open). Das ist der Gegenpol zu ES (Peak im RTH) und 6E (Peak im Overlap) — und erst recht zum gamma-losen FDAX. Gamma ist im BTC eine durchgehend belastbare Stop-/Ziel-Referenz.
- Gamma-Wall (Call/Put) = hochwertiger Stop-/Ziel-Anker: als Ziel Widerstand/Support/Magnet, als Stop-Referenz Invalidierung jenseits der Wall + Sweep-Puffer. Eine Gamma-Wall auf einer runden Zahl/einem Liq-Cluster ist ein schweres Level (Trade-Mgmt §10) → größer sizen/Ziel weiter.
- GEX-Regime als Risiko-Kontext: positives GEX → Vol-Suppression/Pin → Ränder halten, Fades tragfähiger, OD unwahrscheinlicher; negatives GEX → Vol-Verstärkung → Walls brechen leichter, Breakouts tragen (verstärkt durch Liquidations-Kaskaden) → weitere Stops, mehr Sweep-Puffer einplanen (Options-Flow §5.1).
- Deribit-Monats-Expiry (letzter Fr 08:00 UTC) = temporärer Settlement-artiger Pin-Magnet vor dem Termin, häufige direktionale Auflösung danach (Options-Flow §5.4). Als Ziel-/Rotations- und Regime-Referenz behandeln, nicht als Trigger.
- Gamma-Flip-Level = Regime-Pivot: Acceptance jenseits = Regimewechsel (Pin↔Trend) → Trail straffen / Stil umschalten (Intraday §5). Das sauberste options-abgeleitete Regime-Signal, das BTC liefert (der FDAX hat es nicht).
(b) Spot-Perp-CVD / OI / Funding / ES-NQ — der Crypto-Conviction-Layer als Overshoot-/Exhaustion-Frühwarner (BTC-exklusiv):
- Ersetzt die Equity-Internals ($TICK/Breadth/VIX sind Aktien-Binnenmarkt-Tools, im BTC bedeutungslos). Das BTC-Äquivalent ist crypto-nativ + Cross-Asset — Einordnung als Conviction-Booster auf dem Orderflow-Trigger (Ebene 3), nie selbst Trigger.
- Spot-Perp-CVD-Divergenz = der Kern-Frühwarner (Pendant zur 6E-DXY-Divergenz): treibt der Perp-CVD aggressiv, während der Spot-CVD nicht bestätigt → der Move ist funding-/hebelgetrieben → fragil, squeeze-/liquidationsanfällig → reift für den Reverse. Spot bestätigt = belastbar; nur Perp = Vorsicht. Diese Divergenz ist oft vor der reinen CVD-Divergenz sichtbar, weil sie zwei Bücher gegeneinander liest.
- Funding-Extrem = überfüllte Hebel-Seite → Mean-Reversion-/Reversal-Risiko gegen die Crowd (verstärkt um die Funding-Resets 00/08/16 UTC).
- OI = Positionierungs-Read: OI↑ mit dem Preis = neue Initiative (gesunder Drive,
AMT_Grundlagen…S4 P-Form/Initiative); OI↓ bei weiterlaufendem Preis = Short-Covering/Long-Liquidation → Auslauf, nicht neue Initiative = Erschöpfung. - ES/NQ-Korrelation (am US-Open maximal): Divergenz am Extrem (BTC neues Extrem ohne ES/NQ-Bestätigung) = Exhaustion-/ORR-Frühwarner. Regime-Vorbehalt: nur nutzen, wenn beide in dieser Session demonstrabel gleichläufig sind — in crypto-nativen Phasen (Regulierung/Exchange-Events) entkoppelt BTC (nie mechanischer Gegen-Read).
- Liquidations-Heatmap = wohin der Preis gezogen wird (Magnet) + absorbierter Liquidations-Spike am Extrem = Exhaustion-/Wende-Tell.
- Konvention: Spot-Perp/OI/Funding/ES-NQ sind — wie VWAP/OHLC/Gamma — Conviction/Bestätigung, nie Trigger. Sie werten einen Fade-/Stop-/Ziel-Ort auf oder warnen früh, lösen aber nie selbst einen Entry/Exit aus.
Regel — Spot-Perp-Divergenz als Exhaustion-Frühwarner (E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: BTC läuft in ein Extrem (oft an runder Zahl/Gamma-Wall/Liq-Cluster); Perp-CVD spiked, Spot-CVD bestätigt nicht; ggf. Funding-Spike + OI-Divergenz + ES/NQ bestätigt das Extrem nicht.
- Handlung/Erwartung: Exhaustion-Verdacht (hebelgetriebener Push ohne echtes Kapital) → kein Nachkaufen in Richtung des Extrems; Fade-/ORR-Read vorbereiten, aber erst mit Orderflow-Trigger (absorbierter Liquidations-Spike + CVD-Flip inkl. Spot am Extrem) auslösen.
- Bestätigung: Absorption am Extrem (Wall/Strike hält/refresht) + CVD-Flip inkl. Spot; nach der Wende OI↓/Funding-Entspannung und ES/NQ kippt mit dem Reverse (durch den Daily-Open = ORR bestätigt).
- Invalidierung: Spot dreht doch mit (bestätigt das Extrem nachträglich) + OI↑ + Acceptance jenseits → der Push war echt, keine Exhaustion, sondern Continuation/OD → nicht faden, ggf. mitgehen. Divergenz-Schwelle (ab wann real vs. Rauschen) ⟨zu kalibrieren, §5⟩.
Konvention (durchgängig): VWAP, OHLC, Gamma und der Crypto-Conviction-Layer (Spot-Perp/OI/Funding/ES-NQ) sind Bestätigung/Conviction, nie Trigger. Sie werten Stop-/Ziel-/Trail-Level auf (Konfluenz-Score) bzw. warnen früh; der Trigger bleibt der Orderflow am Level (Ebene 3). Kein Footprint — Aggressor-Reads über Delta-Bars/CVD-Verläufe (Spot + Perp getrennt).
5. Offene Punkte / empirisch zu kalibrieren
Auflösung durchgängig über Methodik_Journal-und-Kalibrierung (Log-Feld → Aggregation → Rückschreiben hierher). Kein erfundener Wert.
- ⟨zu kalibrieren: Sweep-Tiefe je Vola-Regime⟩ (Stop-Abstand hinter das Liquidations-/Sweep-Cluster, in Punkten/%). Die BTC-Kern-Kalibrierung (Gegenstück zur FDAX-Overshoot- und 6E-Big-Figure-Spanne); speist Stop-Platzierung §2 und Trade-Mgmt §2 → §8. (Journal-Zeile „Sweep-Tiefe BTC je Vola-Regime” — reziprok ✓.)
- ⟨zu kalibrieren: Spot-vs-Perp-CVD-Divergenz-Schwelle⟩ — ab welcher Divergenz ein Move sauber „hebelgetrieben/fragil” (vs. spot-getragen) heißt; Funding-Niveaus, ab denen „überfüllt”; der ORR-/Squeeze-Frühwarner (§4b). (Journal-Zeile „Spot-vs-Perp-CVD-Divergenz-Schwelle (BTC/Micro)” — reziprok ✓.)
- ⟨zu kalibrieren: OI-/Funding-Schwellen⟩ — instrumentspezifische Werte, ab denen OI↑ „echte Initiative” und OI↓ „Liquidation/Covering” sauber trennt; Funding-Extrem-Definition für den ORR-Frühwarner. (Journal-Zeile „BTC OI-/Funding-Schwellen”, §10.G — reziprok ✓; Log: OI-Richtung + Funding-Stand am Extrem, folgte Reversal?; Aggregation: Schwelle „Initiative vs. Auslauf”.)
- ⟨zu kalibrieren: Overshoot-/Stop-Richtwerte je Open-/Day-Type⟩ (Sweep-getrieben, Vola-abhängig) — die qualitative Stop-Ordnung (§2-Tabelle) in konkrete Werte überführt. (Journal-Zeile „Overshoot-/Stop-Spanne je Typ (alle Deltas)” — reziprok ✓; verzahnt Trade-Mgmt §13.)
- ⟨zu kalibrieren: CME-Weekend-Gap-Fill-Quote⟩ nach Größe/Richtung und Lage zum Value; Montag-Open-Verhalten als eigenes Setup. Löst den restlichen offenen AMT-Punkt „Weekend-Gap-Fill (CME)” ein. (Journal-Zeile „Gap-Fill-Quote (ES/NQ/BTC)” — reziprok ✓.)
- ⟨zu kalibrieren: Deribit-Expiry-Pin-Trefferquote⟩ (Pin vor letztem Fr 08:00 UTC → direktionale Auflösung danach) + typische Strike-Distanz, ab der gepinnt wird; wöchentliche vs. monatliche Expiry-Stärke. Kanonische How-To bei Werkzeug_Options-Flow §5.4. (Journal-Zeile „BTC Deribit-Expiry-Pin-Trefferquote”, §10.D — reziprok ✓; analog zur 6E-„NY-Cut-Pin-Trefferquote”.)
- ⟨zu kalibrieren: Runde-Zahl-/Liq-Cluster-Verhalten⟩ — Reject- vs. Durchlauf-Quote je Gamma-Regime; große runde Zahlen (100k / ganze Zehntausender) vs. kleinere Schritte. Verzahnt mit der Sweep-Tiefe (oben).
- ⟨zu kalibrieren: ES/NQ-Korrelations-Regime⟩ — wann BTC mit ES/NQ gekoppelt vs. entkoppelt läuft (Risk- vs. crypto-native Phasen) und ab welcher Divergenz „Exhaustion” (ORR) sauber vom Rauschen trennt. Verzahnt mit dem Open-Playbook-Punkt; das BTC-Pendant zum 6E-DXY-Divergenz-Punkt.
- ⟨zu kalibrieren: Lull-/Übergabe-Fenster BTC⟩ (EU→US-Übergabe ~14:00–15:30 FFM; später US-Nachmittag → Asien) — wann das Signal-Rausch-Verhältnis kippt. Verzahnt mit Intraday §6/§12 („Lull-Fenster je Instrument”); bei BTC regime- statt uhr-getrieben.
- ⟨zu kalibrieren: IB-Extension-Trefferquote BTC je Open⟩ (EU-IB 09:00–10:00 vs. Overlap-IB 15:30–16:30 — trägt vs. fällt zurück). Kanonisch kalibriert in Intraday §3/§12.
- ⟨zu kalibrieren: Prop-Sizing-Tabelle BTC⟩ (Daily-Loss ÷ Stop-Distanz → Kontraktzahl/Notional; CME-BTC/MBT und ggf. Perp-Notional). Verzahnt mit §3 und Trade-Mgmt §8/§13. (Journal-Zeile „Prop-Sizing BTC”, §10.B — reziprok ✓.)
Schnellreferenz (BTC-Delta)
Session (FFM / ET / UTC): Kein Close, 24/7, kein Reset → rollendes Makro-Overlap-Modell, Engine-Phasen laufen zweimal (EU + US). Asien = Kontext (Echtvolumen, dünn am Wochenende) · Open 1 (EU) 09:00 FFM (= 08:00 London), EU-IB 09:00–10:00, baut EU-Range/Value · EU→US-Übergabe ~14:00–15:30 ⟨zu kalibrieren⟩ · Open 2 (US-Cash, HAUPT) 15:30 FFM / 09:30 ET, Overlap-IB 15:30–16:30 (= 09:30–10:30 ET) · US-Vormittag ~16:30–19:00 FFM · US-Nachmittag/FOMC. Events: Deribit-Monats-Expiry letzter Fr 08:00 UTC (Pin→Auflösung) · Funding-Resets 00/08/16 UTC · US-08:30 ET = 14:30 FFM (Gap-Former Open 2) · US-10:00 ET = 16:00 FFM (live in Overlap-IB) · FOMC 20:00 FFM (BTC stark sensitiv) · ETF-Flows (US-Hours, Spot-Conviction) · Montag-CME-Gap (Wochenend-Magnet). DST verschiebt ET- und UTC-Marken relativ zur FFM-Uhr → prüfen.
Anker: Profil und Daily-VWAP an 00:00 UTC — bei 24/7-Echtvolumen jederzeit valide (sauberster Daily-Anker der KB, kein Kaltstart/keine Verdünnung); CVD-Anker konsistent auf dieselbe UTC-Mitternacht (Delta-CVD §5.7). Weekly an Wochen-Open, Monthly an Monats-Open. Optional Session-VWAPs (09:00 FFM EU / 15:30 FFM US). OHLC auf UTC-Daily; ONH/ONL = echtes Volumen; CME-pClose extern. Verlässlichkeit folgt hier nicht der Session-Qualität (24/7-Vorteil) — Preis: kein Reset, Anker bewusst gesetzt.
Risiko: Overshoot-Quelle = Liquidations-Sweep (reflexive Kaskade an Liq-Clustern/runden Zahlen/Deribit-Strikes, MicroStructure… C2), nicht dünnes Buch per se (Ausnahme: Wochenend-/Event-Vakuum, C4) → Stop hinter das Sweep-Cluster, nie am Level · Fade nur nach Sweep + Absorption, nie in den Sweep · Stop-Abstand nach Vola-Regime, nicht Uhrzeit · Multibook valide, aber Spot-Perp-CVD-Divergenz ehrlicher · CME-BTC 5 BTC/Kontrakt (großer Punktwert → Größe = Engpass), MBT 0,1 BTC (Fein-Sizing/Scale-in); Perp = Notional/Hebel, kein fixer Multiplikator ⟨gegen CME + Prop/Venue-Spezifikation prüfen⟩ · bei Perp Liquidations-Distanz klar hinter den strukturellen Stop.
Gamma + Conviction (BTC hat beide): Gamma vorhanden (MenthorQ/Deribit, 24/7-Haltekraft session-unabhängig — der KB-Vorteil; Wall/HVL/Flip + Monats-Expiry-Pin als Stop-/Ziel-/Pin-/Regime-Referenz) → kein Ersatz nötig (Ersatz nur FDAX) · Crypto-Conviction-Layer ersetzt Equity-Internals: Spot-Perp-CVD-Divergenz (bester Exhaustion-/ORR-Frühwarner, Pendant zur 6E-DXY-Divergenz), Funding (überfüllt = Reversal), OI (↑ Initiative / ↓ Liquidation), ES/NQ-Korrelation (US-Open maximal, aber nie mechanisch — crypto-native Entkopplung) · alle bleiben Bestätigung, nie Trigger.
Merksätze: Kein Close/kein Reset → Hülle bewusst setzen (Anker 00:00 UTC, Phasen an Makro-Overlaps, „Ende” = Prop-Zeit) · Dual-Open — EU baut, US-Open entscheidet · Overshoot = Liquidations-Sweep, nicht dünnes Buch · Stop hinter das Cluster, nicht an es · Abstand nach Vola-Regime · Spot bestätigt = belastbar, nur Perp = fragil · Gamma vorhanden (Deribit 24/7) → kein Ersatz · Zeiten → dieser Delta, Sweep-Tiefe/Pin-/Gap-Quoten → Journal, Stop-/Sizing-Logik → Trade-Mgmt, Regime-Kipp → Intraday, Open-Mechanik/Typ-Signaturen → Open-Playbook.