Werkzeug-Referenz: TPO-Chart (Time Price Opportunity)
Themenbereich: Profil-Layer (Ebene 1/2) — zeitbasiertes Marktprofil (TPO / Market Profile)
Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (Bookmap/Heatmap, Delta/CVD, DOM, Tape — kein Footprint); Bestätigungs-Layer: VWAP (Daily/Weekly/Monthly/Session), OHLC, Gamma-Level (MenthorQ — ES/NQ und 6E; FDAX nicht)
Instrumente: ES, NQ, 6E, FDAX (Futures); BTC (24/7)
Verwandte KB-Dateien: Werkzeuge_Index-und-Vorlage (Standard-Gliederung) · Werkzeug_Volume-Profile (FERTIG — Schwester-Layer, volumenbasiert; TPO-POC↔VPOC-Divergenz) · AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz (kanonische Begriffe: B1 TPO-Bausteine, A7 Excess/Poor Structure, Teil C Day-Types, D1 Profil-Formen, D2 Value-Relationships) · Methodik_AMT-als-Filter (Drei-Ebenen-Hierarchie; FDAX-Spezifik) · MicroStructure_Warum-und-Wie-Maerkte-sich-bewegen (Konsum/Vakuum — warum Single Prints „rennen”) · Werkzeug_Delta-CVD · Werkzeug_Heatmap-Bookmap · Werkzeug_Time-and-Sales (Orderflow-Trigger am Level, Ebene 3) · Werkzeug_VWAP · Werkzeug_Options-Flow (Konfluenz/Gamma) · <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md (Overshoot/Stop je Instrument, kanonisch) · Methodik_Journal-und-Kalibrierung (schließt die ⟨zu kalibrieren⟩-Punkte)
Geltung: Eigenständige, als Setup nutzbare How-To-Referenz für das zeitbasierte Profil. Schwester zu Werkzeug_Volume-Profile; teilt sich mit ihr den Profil-Layer, trägt aber die Day-Type-/Tagesstruktur-Sprache der Methodik.
Status: FERTIG
1. Kernaussage
TPO (Time Price Opportunity) misst die Auktion über Zeit: ein Buchstabe pro 30-Minuten-Bracket markiert, dass zu dieser Zeit zu diesem Preis gehandelt wurde. Die gestapelten Buchstaben ergeben die Tagesverteilung.
Die eine Frage, die es beantwortet: Wo verbrachte der Markt Zeit — und welche Tagesstruktur (Day Type) entsteht daraus?
Stärke = die Day-Type-Sprache. TPO ist das Werkzeug, das die AMT-Tagestypen (Normal, Trend, Double Distribution, Neutral …) am unmittelbarsten sichtbar macht, weil es die Sequenz der Auktion mitführt (welches Bracket kam wann, in welcher Reihenfolge wuchs die Verteilung). Diese Sequenz ist genau das, was dem Volumenprofil fehlt.
Schwäche = Zeit ≠ Beteiligung. Ein langsamer Drift kann viel Zeit an einem Preis verbringen (viele TPOs → sieht nach Acceptance/Value aus), obwohl kaum Volumen handelte. TPO kann so Fairness vortäuschen, wo das Volumenprofil Dünne zeigt. Genau deshalb hat in der modernen Praxis das Volumenprofil das TPO als Ausführungswerkzeug weitgehend abgelöst (vgl. AMT_Grundlagen… E4) — während die TPO-/Day-Type-Sprache als konzeptioneller Rahmen bleibt.
Rolle im Stack: TPO ist der Struktur-/Tagestyp-Layer (Ebene 1: welche Tagesform, welche Seite) und ein Level-Layer (Ebene 2: POC/VA/Single Prints als Referenzen). Es ist kein Ausführungs-/Trigger-Werkzeug. Der Trigger am Level kommt aus dem Orderflow.
Merksatz (auswendig): TPO sagt, in welchem Bewegungs-Charakter der Tag läuft (fade oder mitgehen). Wo TPO viel Zeit zeigt, aber Volumen dünn ist, gewinnt das Volumen — Zeit ist das schwächere Acceptance-Maß.
2. Mechanik & Datenbasis
Was aggregiert wird
Die Session wird in Zeit-Brackets zerlegt (klassisch 30 Min). Jedes Bracket erhält einen Buchstaben (A, B, C, …). Für jeden Preis, der in einem Bracket gehandelt wurde, wird der Buchstabe dieses Brackets in der zugehörigen Preiszeile eingetragen. Über die Session stapeln sich die Buchstaben zu einer (oft glockenförmigen) horizontalen Häufigkeitsverteilung. Gewicht ist damit Anwesenheit über Zeit, nicht gehandeltes Volumen (das ist der Unterschied zum Volumenprofil, Werkzeug_Volume-Profile).
Datenquelle ist der Preis-/Zeit-Verlauf der Börse (CME/Globex für ES/NQ/6E, Eurex für FDAX, börsenabhängig für BTC). TPO ist damit ein abgeleitetes Produkt derselben einen Auktionsmechanik wie das Volumenprofil — nur mit Zeit statt Beteiligung als Gewicht (vgl. AMT_Grundlagen… A1–A2, B1).
Die Bausteine (Definitionen kanonisch in AMT_Grundlagen… B1 — hier nur verankert)
- TPO — ein Buchstabe = ein Zeit×Preis-Kontakt.
- POC (TPO-POC) — Preiszeile mit den meisten TPOs (breiteste Zeile) = fairster Preis, Modus, stärkster Magnet des Profils. Kann vom VPOC abweichen (§6).
- Value Area (VAH/VAL) — Zeilenband um den POC, das ≈70 % aller TPOs enthält (≈ 1 SD).
- Initial Balance (IB) — Range der ersten Stunde (erste zwei Brackets, A+B). Referenz, gegen die Range-Extension gemessen wird.
- Range Extension — Handel über die IB hinaus = OTF/Initiative-Signatur.
- Single Print — Preiszeile mit nur einem TPO = schnell durchlaufene Strecke (konzeptidentisch mit LVN).
- Tail / Excess — langer Single-Print-Schweif am Extrem (Buying Tail unten / Selling Tail oben) = starke Ablehnung, „gutes Ende”.
- Poor High / Poor Low — flaches Extrem ohne Tail = unfertige Auktion.
- Half-Back — 50 % der Session-Range (Mean-Reversion-Referenz).
Bracketing & Settings, die das Ergebnis verändern
| Parameter | Wirkung | Praxis |
|---|---|---|
| Bracket-Größe (Default 30 Min) | feiner (z. B. 15 Min) → mehr Auflösung, aber mehr Rauschen und nicht mehr die Dalton-Standardsprache; gröber → weniger Sequenz-Detail | 30 Min beibehalten für Vergleichbarkeit mit der AMT-Day-Type-Sprache; abweichende Bracketgrößen bewusst und nur für Spezialfragen |
| Session-Definition / Anker | legt fest, welcher Tag klassifiziert wird (RTH-only vs. inkl. Overnight) | Projekt-Konvention: RTH-Profil trägt die Day-Type-Klassifikation (ehrliche Preisfindung des Heimatmarkts); Overnight-Profil separat und nachrangig (Overnight-Value < RTH-Value, AMT_Grundlagen… S2/E1) |
| Split / Merged TPO | Split: jeder Buchstabe einzeln (max. Sequenz-Info); Merged: pro Preiszeile nur ein Block (kompakte Verteilungssicht) | Split lesen, wenn die Reihenfolge zählt (Day-Type-Bildung, Single-Print-Herkunft); Merged für den schnellen Verteilungs-Überblick |
| VA-Prozentsatz (Default 70 %) | definiert VAH/VAL-Weite | 70 % beibehalten (AMT-Konvention, 1 SD) |
| TPO- vs. Volumen-Zählung des POC | manche Tools erlauben, den POC nach TPO-Zahl oder nach Volumen zu setzen | bewusst trennen — der TPO-POC ist die Zeit-Aussage; der VPOC lebt im Volumenprofil (Divergenz = Signal, §6) |
Anker-Konvention (projektweit, vgl. AMT_Grundlagen… B3 / Checklisten)
Für die Day-Type-Klassifikation ist die RTH-Session maßgeblich (ES/NQ 09:30 ET, FDAX 09:00 FFM). Das RTH-Profil zeigt die ehrliche, zweiseitige Preisfindung; das Overnight-/ETH-Profil ist Platzhalter-Auktion mit schwächerer Aussage und wird getrennt gelesen. (Die Anker-Konvention für VWAP/Volumen — Eurex-/Globex-Overnight-Start — betrifft den Bestätigungs-Layer und ist in Werkzeug_Volume-Profile §2 bzw. Werkzeug_VWAP verortet.)
Plattformen
- ATAS — Market-Profile-/TPO-Darstellung mit frei wählbarer Bracket-Größe, Split/Merged, Developing-POC/VA live, IB-Markierung. Primäres Analyse-Werkzeug; TPO und Volumenprofil lassen sich überlagern (POC↔VPOC-Vergleich direkt ablesbar, §6).
- TradingView — „TPO/Time Price Opportunity”-Profil (Session/Fixed Range) als Struktur-/Kontext-Layer; POC/VA/Single Prints ablesbar, Bracket- und Row-Einstellungen steuerbar.
- Bookmap — kein TPO-Tool. Bookmap trägt den Orderflow-/Liquiditäts-Read (Ebene 3), nicht die Zeit-Verteilung. TPO wird in ATAS/TradingView gelesen und mit dem Bookmap-Trigger kombiniert (§6).
3. Was es zeigt / was es NICHT zeigt
Zeigt zuverlässig:
- Tagesstruktur / Day Type — die unmittelbarste Diagnose, in welchem Bewegungs-Charakter der Tag läuft (fade vs. mitgehen). Das ist die eigentliche TPO-Domäne.
- Sequenz der Auktion — wann welcher Bereich entwickelt wurde (welches Bracket, in welcher Reihenfolge). Zeigt, ob ein Bereich früh oder spät entstand — die Information, die dem Volumenprofil fehlt.
- Struktur-Level — POC/VAH/VAL, Single Prints, Tails/Excess als Referenzen (Ebene 2).
- Range-Extension als OTF-Fußabdruck — Verlassen der IB = Initiative tritt ein.
Zeigt NICHT (bewusste Grenzen des Werkzeugs):
- Keine Beteiligung / kein Volumen — die zentrale Schwäche. Zeit ≠ Volumen. Ein langsamer Drift druckt viele TPOs (sieht nach Value aus), obwohl dünn gehandelt wurde → Drift kann Fairness vortäuschen. Der ehrliche Acceptance-Test ist das Volumenprofil (Werkzeug_Volume-Profile); TPO und Volumen weichen genau hier auseinander — und die Divergenz ist selbst ein Signal (§6).
- Keine Aggressor-Richtung — TPO kennt keinen Bid/Ask-Split. Wer an einem Preis akzeptierte (Käufer- oder Verkäufer-initiiert), sagt es nicht. → Diese Auflösung liefern Delta/CVD und Tape (aggregiert, kein Footprint).
- Kein Intent / keine Spoofing-/Iceberg-Erkennung — ruhende Liquidität und Täuschung sind DOM-/Heatmap-Domäne (Werkzeug_DOM, Werkzeug_Heatmap-Bookmap).
- Kein Trigger / kein Timing am Level — TPO ist Ebene 1/2, nie Ebene 3. Ein POC oder VAL ist eine Linie im Chart, bis der Orderflow am Level auslöst (§4).
Datenqualitäts-Caveat:
- CME/Eurex-Futures (ES/NQ/6E/FDAX) — saubere Zeitstruktur, klare RTH-Session → belastbare Day-Type-Reads.
- BTC — kein natürlicher RTH/Close (24/7). Die „Session” und damit die IB/Day-Type-Hülle ist eine gesetzte Konvention (§7). Die reine Zeit-Zählung ist gültig, aber die Day-Type-Sprache trägt nur so weit, wie die gewählte Session sinnvoll ist.
4. Einordnung in die 3 Ebenen
Verbindliche Hierarchie: Methodik_AMT-als-Filter.
| Ebene | Beitrag des TPO |
|---|---|
| 1 — Filter (welche Seite/welches Regime) | Day-Type-Klassifikation (Trend vs. Normal/Neutral/Non-Trend → fade oder mitgehen), IB-Breite als Frühindikator, Range-Extension (Initiative/OTF), Value-Lage vs. Vortag (D2). Das ist der Schwerpunkt dieses Werkzeugs. |
| 2 — Wo (welches Level) | TPO-POC/VAH/VAL, Single Prints, Tails/Excess, Poor High/Low, IB-Extreme = konkrete Referenzen, an denen entschieden wird. |
| 3 — Wann (Trigger) | Nichts. TPO ist kein Trigger-Werkzeug. Der Auslöser am Level kommt aus dem Orderflow (Absorption/Exhaustion, CVD, Bookmap, DOM, Tape). |
Merksatz: Profil sagt welche Level und welche Tagesform, VWAP/Gamma werten Level auf, Orderflow sagt wann ein Level hält. Ein TPO-Level ohne Orderflow-Trigger ist eine Linie im Chart — nie ein eigenständiges Entry-Signal (vgl. Methodik_AMT-als-Filter).
5. Signaturen / Lesarten (Kern)
Je Signatur einheitlich: Erkennung → Erwartungshaltung → Bestätigung → Invalidierung. Bestätigung meint durchgängig Konfluenz mit anderem Layer bzw. Orderflow — VWAP/OHLC/Gamma sind dabei Bestätigung, nie Trigger. Begriffs-Definitionen bleiben kanonisch in AMT_Grundlagen… (B1/A7/C/D); hier steht die TPO-Live-Lesart — woran man die Signatur im entstehenden Profil erkennt und wie man sie handelt.
5.1 Initial Balance (IB) — der erste Struktur-Read des Tages
- Erkennung: Range der ersten Stunde (Brackets A+B). Breite der IB relativ zur typischen Tagesrange des Instruments messen.
- Erwartung: Die IB-Breite ist der früheste Day-Type-Filter. Schmale IB → der Day-Timeframe hat den Tag nicht eingerahmt → Raum für OTF/Trend (Range-Extension wahrscheinlicher). Breite IB → der Tag ist früh „gerahmt” → Normal/Neutral wahrscheinlicher, Ränder eher fade-fähig. Konkrete Schwellen sind instrumentspezifisch → ⟨zu kalibrieren: IB-Breiten-Schwellen je Instrument (ES/NQ/FDAX) für Trend-vs-Normal-Frühklassifikation⟩ (vgl. Methodik_Journal-und-Kalibrierung; verzahnt mit den offenen AMT-Punkten).
- Bestätigung: IB-Extreme decken sich mit ONH/ONL, PDH/PDL oder VWAP (schweres Level); die erste Range-Extension ist getragen (Liquidität pullt, CVD trendet) statt zurückgewiesen; Value-Lage (D2) zeigt dieselbe Seite.
- Invalidierung: Schmale IB, aber jede Extension wird sofort absorbiert und zurückgewiesen → kein OTF, eher Non-Trend/Neutral; oder breite IB, die kurz nach dem Fixieren einseitig durchbrochen und akzeptiert wird → der „Rahmen” hielt nicht, Trend-These reaktivieren.
5.2 Day Types — die TPO-Kernsprache
Definitionen kanonisch in AMT_Grundlagen… Teil C — hier die Live-Lesart im entstehenden TPO und die Handels-Konsequenz. Der Day Type ist die Tages-Auflösung derselben Ebene-1-Frage, die der Open-Type für die ersten Minuten beantwortet (ein Open-Drive mündet typischerweise in Trend/Double-Distribution; eine Open-Auction in-range in Normal/Neutral, vgl. <ASSET>_Open-Type-Playbook.md).
Frühklassifikation (die praktische Pointe) — in drei Schritten:
- IB-Breite (§5.1): schmal lädt OTF/Trend ein, breit deckelt (Normal/Neutral).
- Erste Range-Extension: einseitig & getragen → Trend/Normal-Variation; beidseitig → Neutral; keine → Non-Trend.
- Value-Verhalten: wandert Value mit (Trend) oder bleibt es stabil (Balance)?
| Day Type | Erkennung im TPO (live) | Erwartung / Handel |
|---|---|---|
| Normal | sehr breite IB, kaum Extension, breite D-Glocke | IB rahmt den Tag → Ränder faden. In modernen Märkten selten. |
| Normal Variation | mittlere IB, eine einseitige Extension (oft am Mittag), leicht elongiert | Häufigster Tag. Erst Balance, dann eine Extension → mit der Extension gehen, Pullback an POC/VWAP nehmen. |
| Trend | kleine IB, einseitig getragen über den ganzen Tag, dünnes/vertikales Profil, Schluss am Extrem | Value wandert ganztägig → niemals faden; Pullbacks in Trendrichtung kaufen/verkaufen. |
| Double Distribution Trend | ruhiger Open (erste Verteilung), dann Drive in eine zweite Verteilung, Single Prints dazwischen | Mit dem Drive gehen; die Single-Print-Zone/LVN dazwischen ist der Schlüssel-Pivot (§5.6). |
| Neutral | Extension beidseitig (hoch und runter), breit/oft zweigipflig | Unentschiedenheit → vorsichtig. Neutral-Center (Schluss Mitte) = zweiseitig geblieben; Neutral-Extreme (Schluss am Rand) = eine Seite gewinnt spät → dann dieser Seite folgen. |
| Non-Trend | winzige IB, keine Extension, schmal-kompakt | Niedrige Beteiligung, wartet auf Katalysator → klein/gar nicht traden. |
- Bestätigung (typübergreifend): Der Day Type ist erst dann belastbar, wenn der Orderflow die Klassifikation stützt — getragene Extension (Liquidität pullt + CVD trendet) für Trend/Normal-Variation vs. absorbierte, oszillierende Ränder für Normal/Neutral. Konfluenz mit Value-Lage (D2) und VWAP-Bias auf derselben Seite.
- Invalidierung (typübergreifend): Der Bildschirm schlägt die These — druckt der Orderflow gegen den erwarteten Typ (z. B. an einem als „Normal/Balance” gelesenen Tag pullt Liquidität + CVD trendet einseitig durch den IB-Rand), gilt der Übergang: Kontext revidieren, nicht verteidigen (Methodik_AMT-als-Filter, „Filter, nicht Narrativ”). Day-Type-Fehlklassifikation ist eine eigene Fehlerklasse fürs Journal.
5.3 TPO-POC — der fairste Preis über Zeit
- Erkennung: breiteste TPO-Zeile des gewählten Fensters (die meisten Buchstaben); die POC-Linie.
- Erwartung: stärkster Magnet des Profils über Zeit. In Balance rotiert der Tag um den POC → Fade-Ziel von den VA-Rändern zurück zum POC.
- Bestätigung: Deckung mit VPOC (Zeit und Volumen am selben Preis = hart bestätigter fairer Preis), mit Daily VWAP / Half-Back; Ebene-1-Regime = Responsive/Balance; beim Antesten oszillierendes/zweiseitiges Delta + beidseitig refreshende Liquidität (Acceptance-Signatur).
- Invalidierung: Divergenz TPO-POC ↔ VPOC als Warnung — liegt der TPO-POC dort, wo viel Zeit, aber wenig Volumen war (Drift), ist die „Fairness” nur Zeit-Artefakt; der VPOC gewichtet dann die echte Beteiligung → dem VPOC mehr Vertrauen. ⟨zu kalibrieren: Verhältnis TPO-POC ↔ VPOC — wann weichen sie ab, was bedeutet die Abweichung⟩ (gemeinsam mit Werkzeug_Volume-Profile; Auflösung über das Journal). Zusätzlich: Acceptance jenseits des POC (Zeit und Volumen bauen sich auf der Gegenseite auf) → Magnetwirkung erlischt, Regime kippt.
5.4 Value Area (VAH/VAL) & Value-Migration
- Erkennung: oberer/unterer Rand des ≈70-%-TPO-Bands (VAH/VAL). Der Developing-VA (laufende Session) verschiebt sich im Tagesverlauf.
- Erwartung: VAH/VAL sind Drehpunkte — in Balance werden sie gefadet (responsive Erwartung), in Initiative durchbrochen. Wandert die Developing-VA in Trendrichtung mit, ist die Bewegung getragen (Value folgt Preis); bleibt sie stehen oder wandert gegen die Position, ist die Bewegung nur Preis (Reversion-Risiko) — analog zur Developing-VPOC-Logik im Volumenprofil (Werkzeug_Volume-Profile §5.5).
- Bestätigung: Value-Area-Relationship higher/lower (§5.7, D2); VWAP-Bias auf derselben Seite; am Rand beim Fade Absorption + Delta-Divergenz, beim Break durchtrendendes CVD ohne Absorption.
- Invalidierung: VA-Rand wird ohne Verlangsamen durchlaufen und jenseits akzeptiert → aus Drehpunkt wird Durchgang; oder ein erwarteter Break kehrt in die VA zurück (Fakeout) → zurück ins Balance-Regime.
5.5 Excess / Tail vs. Poor High / Low — sauber vs. unfertig beendete Auktion
Definition kanonisch in AMT_Grundlagen… A7 — hier der TPO-Read.
- Erkennung: Excess/Tail = langer Single-Print-Schweif am Extrem (Buying Tail unten / Selling Tail oben), entstanden aus einem Bracket, das scharf zurückgewiesen wurde. Poor High/Low = flaches Extrem, mehrere TPOs auf gleicher Höhe, kein Tail.
- Erwartung: Excess = gutes Ende → verlässlicher Rand/Drehlevel; der Markt hat den Preis als zu billig/zu teuer erkannt und gewaltsam abgelehnt. Poor High/Low = unfinished business → wird mit hoher Wahrscheinlichkeit erneut besucht (ein Poor High über Nacht ist ein klassisches Ziel am Folgetag).
- Bestätigung: Excess = klimaktische Aggression, die absorbiert wird + sofortiger Flush (ORR-artige Signatur; CVD-Divergenz am Extrem, Liquidität hält/refresht) — die Orderflow-Signatur, die das fertige Profil erst später ausdruckt. Poor High/Low = kein absorbierender Flush, der Markt „läuft nur aus” (Aggression versiegt, ohne dass die Gegenseite klimaktisch absorbiert). Excess-Tail deckungsgleich mit Single-Print-Band/LVN = härterer Rand.
- Invalidierung: Ein vermeintlicher Excess-Rand, der beim Re-Test ohne Widerstand durchlaufen wird → war Overshoot, kein echtes Excess. Echtes Excess vs. bloßer Overshoot ist instrumentabhängig → ⟨zu kalibrieren: Excess-/Tail-Längen je Instrument (echtes Excess vs. Overshoot)⟩ (verzahnt mit den Overshoot-Spannen der
<ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md; Log über das Journal). Ein Poor High, das dauerhaft nicht mehr geholt wird, weil neuer Value fernab entsteht, verliert als Ziel an Priorität.
5.6 Single Prints / Range Extension — schnelle Strecken als spätere S/R
- Erkennung: Single Prints = Preiszeilen mit nur einem TPO (schnell durchlaufen; entstehen typisch in Range-Extension/Drive und zwischen den beiden Verteilungen eines Double-Distribution-Tages). Range Extension = Handel über die IB hinaus.
- Erwartung: Single-Print-Strecken sind Rejection-Zonen — konzeptidentisch mit LVN: durch die Lücke fällt der Preis bis zur nächsten Acceptance-Zone (HVN). Zwei Nutzungen: (a) Breakout-Beschleuniger — Acceptance jenseits = echter Break; (b) Stop-/Struktur-Referenz — Stop hinter das Single-Print-Band, nie mitten hinein (dort ist keine Haltekraft). Range Extension = OTF-Fußabdruck: einseitige Extension → Trend/Normal-Variation; beidseitige → Neutral (§5.2). Mechanik-Hintergrund (Vakuum) →
MicroStructure…. - Bestätigung: Single-Print-Band deckungsgleich mit LVN im Volumenprofil = härteste Break-/Stop-Grenze (Zeit- und Volumen-Lücke am selben Preis); beim Durchbruch CVD trendet durch, Liquidität pullt, keine Absorption; die Extension ist getragen statt zurückgewiesen.
- Invalidierung: Preis dreht in der Single-Print-Zone statt durchzulaufen → keine echte Rejection-Zone (die Prints stammten z. B. aus einer illiquiden Overnight-Phase, nicht aus echter Ablehnung); oder Range-Extension ohne Acceptance → Rückfall in die vorige Verteilung (Fakeout, Neutral statt Trend).
5.7 Value-Area-Relationships (TPO-basiert)
Bias-Logik kanonisch in AMT_Grundlagen… D2 (higher/lower/overlapping/unchanged → Tages-Bias) — nicht duplizieren. TPO-spezifische Ausführungsnote: die zeitbasierte VA (VAH/VAL des RTH-Profils) heute vs. gestern. Higher/Lower Value = klare Bias-Seite (mit-Trend); Overlapping/Unchanged = zweiseitig → kleineres Commitment. In ATAS/TradingView je Session ablesbar; als Ebene-1-Input in den Regime-Schnelltest (AMT_Grundlagen… S5) einspeisen. Zusammen mit der Open-Lage (D3) bildet die Value-Lage den Pre-Open-Lean, bevor der Open läuft.
6. Konfluenz
TPO liefert welche Tagesform und welche Level (über Zeit); seine Aussage gewinnt Qualität durch Auflage anderer Layer und wird erst durch den Orderflow handelbar.
Mit dem Schwester-Profil (Volumen) — die wichtigste TPO-Konfluenz:
- TPO-POC vs. VPOC: decken sie sich → fairster Preis hart bestätigt (Zeit und Beteiligung). Weichen sie ab → der VPOC gewichtet die Beteiligung, der TPO-POC die Zeit; die Divergenz zeigt an, dass ein Bereich zeit- aber nicht *volumen-*fair war (Drift-Verdacht) → dem VPOC mehr Vertrauen. ⟨zu kalibrieren: Bedeutung der VPOC↔TPO-POC-Abweichung⟩ (gemeinsam mit Werkzeug_Volume-Profile §11).
- Single Print (TPO) + LVN (Volumen) an gleicher Stelle = härteste Break-/Stop-Grenze. HVN (Volumen) im TPO-VA = doppelt bestätigte Acceptance-Zone.
- Arbeitsteilung: TPO trägt die Day-Type-/Sequenz-Sprache, das Volumenprofil das ehrliche Acceptance-Maß. Zusammen sind sie der vollständige Profil-Layer.
Mit dem Bestätigungs-Layer (nie Trigger):
- VWAP — Daily/Weekly/Monthly/Session-VWAP auf POC/VAH/VAL = schweres Level; VWAP-Bias (über/unter) bestätigt Fade- vs. Go-Richtung (Werkzeug_VWAP).
- OHLC — pdH/pdL/pClose/dOpen/ONH/ONL deckungsgleich mit IB-Extrem, VA-Rand oder Single-Print-Band schärfen Break-/Reject-Level; Vorabschluss speist die Gap-Logik gegen ein Poor High/Low als Ziel.
- Gamma (MenthorQ) — Gamma-Wall auf VA-Rand = besonders schwere Fade-Zone; Gamma-Magnet ≈ Poor High/Low oder Naked POC = doppeltes Ziel. Nur ES/NQ/6E, nicht FDAX (Werkzeug_Options-Flow).
Mit dem Orderflow (der eigentliche Trigger, Ebene 3):
- Delta/CVD — am POC/VA-Rand oszillierendes Delta (Acceptance/Fade-Ok) vs. durch Single Prints durchtrendendes CVD (Break-Bestätigung); CVD-Divergenz am Excess-Extrem (Werkzeug_Delta-CVD).
- Heatmap/Bookmap — ruhende Wall auf VA-Rand verstärkt die Fade-These; Liquiditäts-Pullen vor der Range-Extension bestätigt OTF (Werkzeug_Heatmap-Bookmap).
- DOM/Tape — Absorption/Exhaustion exakt am TPO-Level = der Auslöser (Werkzeug_DOM, Werkzeug_Time-and-Sales).
Konfluenz-Regel (projektweit, AMT_Grundlagen… B4): stacken mehrere Referenzen eng (z. B. VAL + Daily VWAP + Gamma-Put-Wall + Single-Print-Band) → schweres Level. Einzelne TPO-Linie ohne Konfluenz → leichtes Level, vorsichtiger.
7. Instrument-Spezifika
Overshoot-/Stop-Spannen bleiben kanonisch in <ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md (Abschnitt „Risiko & Overshoot”) — hier nur die TPO-/Day-Type-relevanten Unterschiede.
- ES — tiefstes, glattestes Buch → sauberste Day-Type-Reads und verlässlichste Excess-/Acceptance-Signaturen; das Profil „atmet” am ehrlichsten. Referenz-Instrument für die IB-Schwellen-Kalibrierung. RTH 09:30–16:00 ET. Gamma verfügbar.
- NQ — strukturell dünner, über Nacht „luftiger” → häufigere Single Prints, mehr Air-Pockets/Overshoot; VA weiter, Ränder werden leichter durchstoßen. Excess vs. Overshoot schwerer zu trennen (Stop mehr atmen lassen). Eng mit ES korreliert (gegenlesen). Gamma verfügbar.
- FDAX — dünnes-aber-ehrliches Buch, höherer Punktwert → RTH-Profil ehrlich, aber Ränder überschießen oft, bevor sie halten → Poor Highs/Lows und „falsche” Excess-Tails häufiger; Fades am VA-Rand nur mit Absorption-Bestätigung, gestaffelter Entry. Kein Gamma → Profil/VWAP/OHLC + Orderflow tragen den Bestätigungs-Layer allein — deshalb zählt das Day-Type-/Profil-Read hier besonders viel (die Overshoot-vs-Acceptance-Frage ist eine AMT-Entscheidung, Methodik_AMT-als-Filter). Heimat-RTH 09:00–17:30 FFM = bestes Day-Type-Vehikel am Vormittag.
- 6E — FX-Future; Liquidität ist London-zentriert und peakt im London–NY-Overlap, nicht an einem fixen Open. Konsequenz für TPO: Die Day-Type-Klassifikation ist im Prime-Fenster (Overlap) am belastbarsten; eine reine „RTH-Open”-IB wie bei den Indizes ist weniger natürlich. Runde Zahlen / Big Figures fallen oft mit VA-Rändern/Single-Print-Bändern zusammen (Konfluenz-Kandidat). Gamma verfügbar (im Overlap mit Haltekraft). VWAP-Anker-Konvention noch festzuklopfen (offene AMT-/6E-Punkte).
- BTC — kein natürlicher Session-Reset (24/7): keine klassische IB, kein Opening-Auction → die Day-Type-Hülle ist eine gesetzte Konvention (Daily i. d. R. UTC-Mitternacht; Weekly an Wochen-Open). Die Sequenz-/Excess-Lesart überträgt sich gut (BTC ist stark liquiditäts-/volumengetrieben), aber die Day-Type-Klassifikation trägt nur so weit, wie die gewählte Session sinnvoll ist → Anchored-/Fixed-Range-TPO ab Wochen-Open/Event oft aussagekräftiger als ein „Daily-TPO”. Liquidations-Sweeps erzeugen Excess-artige Single-Print-Flushes, die oft zurückkehren → Excess erst nach Sweep + Absorption werten, nicht in den Sweep hinein (Overshoot kanonisch: BTC_Session-und-Risiko-Delta). Für die ehrliche Volumen-Prüfung ist ohnehin die Volumenquelle entscheidend (Werkzeug_Volume-Profile §7).
8. Praxis-Setups
Konkrete Kombinationen, in denen das TPO die tragende Rolle spielt (Ebene 1 = Tagesform, Ebene 2 = Level). Trigger stets aus dem Orderflow (Ebene 3); AMT-Kontext (Ebene 1) muss passen.
- Day-Type-Frame als Tagesfilter. IB-Breite + erste Range-Extension klassifizieren früh (§5.1/5.2) → entscheidet, ob der Tag ein Fade-Tag (Normal/Neutral: Ränder faden) oder Go-Tag (Trend/Normal-Variation: Pullbacks nehmen) ist. Dieser Frame steuert alle übrigen Setups des Tages, statt selbst ein Einzel-Entry zu sein.
- VA-Rand-Fade in Balance (POC als Ziel). Ebene 1: Normal/Neutral, overlapping Value, breite IB. Level: VAH/VAL. Trigger: Absorption + Delta-Divergenz am Rand → Fade zurück zum POC. Bestätigung: VWAP/Gamma auf dem Rand. Invalidierung: Acceptance außerhalb der VA (§5.4).
- Range-Extension-Continuation (Normal-Variation/Trend). Ebene 1: schmale IB, getragene einseitige Extension. Level: IB-Extrem / Single-Print-Grenze. Trigger: CVD trendet durch + Liquidität pullt, keine Absorption. Pullback an POC/VWAP in Trendrichtung nehmen. Bestätigung: Value wandert mit (§5.4/5.6).
- Double-Distribution-Single-Print als S/R. Zwei Verteilungen mit Single-Print-Zone dazwischen erkannt → diese Zone ist der Schlüssel-Pivot: darüber bullisch, darunter bärisch; Retest mit Orderflow-Trigger handeln. Konfluenz mit LVN (Volumen) = härter (§5.6).
- Poor-High/Low-Ziel-Trade. Ebene 1: Bias-Richtung + unfertiges Extrem aus Vortag/Overnight. Level: Poor High/Low als Ziel; Entry an nächstgelegenem POC/VWAP in Bias-Richtung. Am Ziel Orderflow lesen: klimaktisch getaggt (Excess/Flush → raus) vs. akzeptiert (Value bildet sich, weiterlaufen) (§5.5).
- Excess-Rand-Fade. Sauberer Tail/Excess mit Orderflow-Signatur (Absorption + Flush, CVD-Divergenz) → Fade gegen das Extrem, Stop hinter den Tail. Nur bei echtem Excess, nicht bei Overshoot (§5.5; instrumentabhängig ⟨zu kalibrieren⟩).
9. Fehlerquellen & Disziplin
- TPO als Trigger missbrauchen. Es ist Ebene 1/2, nie Ebene 3. „Long bei VAL” ohne Orderflow-Trigger = Linie im Chart (Methodik_AMT-als-Filter).
- Zeit als Beteiligung lesen (der Kernfehler). Viele TPOs bei dünnem Volumen = Drift, kein Value. Vor der Acceptance-Aussage immer gegen das Volumenprofil spiegeln (TPO-POC↔VPOC, §6). Wer allein aus der TPO-Zahl auf Fairness schließt, sitzt der Zeit-Illusion auf.
- Day-Type zu früh fixieren. Die Klassifikation ist eine Erwartung, keine Vorhersage — sie wird durch den Orderflow bestätigt oder revidiert. „Heute Trend-Tag, also nie faden” ist Narrativ-Drift; druckt der Bildschirm dagegen, gilt der Übergang (Methodik_AMT-als-Filter).
- Overshoot als Excess lesen (v. a. FDAX/NQ/BTC). Ein langer Tail ist erst dann Excess, wenn Absorption + Flush ihn bestätigen; sonst war es nur Überschießen → Absorption abwarten, Stop hinter den Tail atmen lassen (Overshoot je Instrument: Delta-Dateien).
- Poor High/Low überschätzen. Nicht jedes flache Extrem wird sofort geholt; wandert neuer Value dauerhaft fernab, verfällt die Ziel-Zugkraft.
- Falsche Session-Definition. Day-Type-Klassifikation gehört ins RTH-Profil. Ein aus Overnight verwaschenes Profil erzeugt Fehltypen (Overnight-Value < RTH-Value).
- Bracket-Größe verstellen und Vergleichbarkeit verlieren. Abweichen von 30 Min ändert die Day-Type-Sprache — nur bewusst und für Spezialfragen.
- BTC: Day-Type mechanisch erzwingen. Ohne echten Session-Reset trägt die Klassifikation nur mit sinnvoll gesetztem Anker; Anchored-Range statt erzwungenem Daily-TPO.
- Narrativ-Drift. „Heute rotiert es um den POC” ist eine Vorhersage, kein Filter. Migriert Value / trendet CVD durch → Kontext revidieren, nicht verteidigen.
10. Schnellreferenz
Merksatz: TPO misst Zeit → Stärke = Day-Type-Sprache & Sequenz, Schwäche = Zeit ≠ Beteiligung (Drift täuscht Fairness vor). Bei POC-Fairness immer gegen den VPOC spiegeln. Excess = gutes Ende (verlässlich) · Poor High/Low = unfertig (wird geholt) · Single Print = Preis rennt (Break/Stop-Grenze).
| Signatur | Erkennung (TPO) | Erwartung | Bestätigung | Invalidierung |
|---|---|---|---|---|
| IB | Range Bracket A+B | schmal→OTF/Trend · breit→Normal/Neutral | Extension getragen · ONH/ONL/VWAP-Konfluenz | Rahmen bricht/hält gegen These ⟨IB-Schwellen zu kalib.⟩ |
| Day Type | IB + 1. Extension + Value-Verhalten | fade (Normal/Neutral) vs. mitgehen (Trend/NV) | Orderflow stützt Typ · Value-Lage · VWAP-Bias | Bildschirm druckt Gegen-Typ → Übergang |
| TPO-POC | breiteste Zeile | Magnet, Rotation in Balance | Deckung mit VPOC/VWAP/Half-Back · oszill. Delta | POC≠VPOC (Drift) · Acceptance jenseits |
| VA (VAH/VAL) | 70-%-TPO-Band | Drehpunkt (fade/break) | Value-Rel. D2 · VWAP · Absorption/CVD | Durchlauf + Acceptance jenseits · Fakeout-Rückkehr |
| Excess/Tail | Single-Print-Schweif am Extrem | gutes Ende, verlässlicher Rand | Absorption+Flush · CVD-Divergenz · LVN-Deckung | Re-Test läuft durch → war Overshoot ⟨Länge zu kalib.⟩ |
| Poor High/Low | flaches Extrem, kein Tail | unfinished → wird erneut geholt | Bias-Richtung · Gap-Ziel · kein Flush am Extrem | neuer Value fernab, ohne Hol |
| Single Print / RE | Ein-TPO-Zeilen / Handel jenseits IB | rennt bis nächste HVN; Break/Stop-Level; OTF-Fußabdruck | CVD trendet durch, Liq. pullt · LVN-Deckung | dreht in der Lücke · Break ohne Acceptance |
Ebenen-Merksatz: Profil = welche Level & welche Tagesform · VWAP/Gamma = werten auf · Orderflow = wann es hält. Kein Trade ohne alle drei.
Frühklassifikation (< 1 Min): IB-Breite → 1. Range-Extension (einseitig/beidseitig/keine) → Value wandert? → Day-Type-Erwartung.
11. Offene Punkte / empirisch zu kalibrieren
Auflösung durchgängig über Methodik_Journal-und-Kalibrierung (Log-Feld → Aggregation → Rückschreiben in die kanonische Quelle). Kein erfundener Wert.
- ⟨zu kalibrieren: IB-Breiten-Schwellen je Instrument (ES/NQ/FDAX)⟩ für die Trend-vs-Normal/Neutral-Frühklassifikation (Log: IB-Breite absolut/relativ zur Tagesrange, resultierender Day-Type, Ausgang). Verzahnt mit dem offenen AMT-Punkt „Day-Type-Frühklassifikation aus IB-Breite”.
- ⟨zu kalibrieren: Bedeutung der TPO-POC ↔ VPOC-Abweichung⟩ — ab welcher Distanz und in welchem Kontext die Divergenz aussagekräftig ist und was sie über Drift vs. echte Acceptance sagt (gemeinsam mit Werkzeug_Volume-Profile).
- ⟨zu kalibrieren: Excess-/Tail-Längen je Instrument⟩ — typische Single-Print-/Tail-Länge, ab der ein Tail echtes Excess statt bloßer Overshoot ist (punktwert-bewusst; verzahnt mit den Overshoot-Spannen der
<ASSET>_Session-und-Risiko-Delta.md). - ⟨zu kalibrieren: Poor-High/Low-Trefferquote je Markt⟩ inkl. Distanz-/Zeit-Verfall (wie zuverlässig ein unfertiges Extrem nachgeholt wird).
- ⟨zu kalibrieren: BTC-Day-Type-Anker⟩ — welche Session-Konvention (UTC-Daily vs. regionales Fenster vs. Anchored-Range) die belastbarste Day-Type-Klassifikation liefert (verzahnt mit BTC_Session-und-Risiko-Delta und der offenen BTC-Anker-Frage).
Querverweise
Alle verwandten KB-Dateien sind FERTIG und verdrahtet (Schluss-Runde abgeschlossen 2026-07-05). Kanonische Quellen und Nachbar-Werkzeuge stehen im Kopf unter Verwandte KB-Dateien. Die Kalibrier-Punkte dieses Dokuments laufen über seine Offene-Punkte-Sektion und Methodik_Journal-und-Kalibrierung (§10-Zuordnung; geteilte Punkte §5.2).