FDAX — Session- & Risiko-Delta
Themenbereich: Asset-Delta (dünn) — Session-Rhythmus + Risiko/Overshoot für FDAX; speist beide Engines Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (kein Footprint); Bestätigungs-Layer ohne Gamma (MenthorQ liefert FDAX nicht) → Profil/VWAP/OHLC + Orderflow tragen den Layer allein Verwandte KB-Dateien: Methodik_Intraday-Management (Engine — „Session-Rhythmus” speist §2/§6/§7/§9) · Methodik_Trade-Management (Engine — „Risiko & Overshoot” speist §2/§8/§9.3/§11) · FDAX_Open-Type-Playbook (Open-Frame + Anker-Konvention; verweist für Overshoot hierher) · Checkliste_FDAX-09-Open (Runtime; Level-Set + Anker-Konvention) · Sessions_London_ES-NQ-vs-FDAX (Session-Qualität — FDAX-RTH = EU-Vormittag, zwei Vola-Injektionen) · ES_Session-und-Risiko-Delta (Schwester-Delta, Overshoot-Gegenpol: dort eng, hier weit) · MicroStructure_Warum-und-Wie-Maerkte-sich-bewegen (Konsum/Vakuum, Overshoot/Spoof im dünnen Buch, S5) · AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz (Day-Types C, Excess A7) · Methodik_AMT-als-Filter (Drei-Ebenen) · Werkzeug_Delta-CVD · Werkzeug_Heatmap-Bookmap (Wall-Read = FDAX-Gamma-Ersatz) · Werkzeug_VWAP · Werkzeug_Volume-Profile (VPOC/Naked VPOC = Magnet-Ersatz) · Methodik_Journal-und-Kalibrierung (löst alle ⟨zu kalibrieren⟩-Felder) Geltung: Nur FDAX-Unterschiede. FDAX ist das Overshoot-Instrument der Gruppe → hier liegt der Schwerpunkt. Keine Wiederholung universeller Logik (Phasen-Modell, Stop-/Sizing-Philosophie, Regime-Kipp → Engines) und keiner Open-Mechanik (4 Typen, Signaturen, Übergänge → FDAX_Open-Type-Playbook). Der Delta ergänzt, er dupliziert nicht. Status: FERTIG
Kernaussage (Anker)
FDAX = dünnes-aber-ehrliches Buch + höherer Punktwert = weniger Puffer, mehr Overshoot. Ränder überschießen oft, bevor sie halten → Fades nur mit Absorptions-Bestätigung, nie blind am Level. Einziges Instrument der Gruppe ohne Gamma → Profil/VWAP/OHLC + Orderflow tragen den Bestätigungs-Layer allein und müssen bewusster gewichtet werden. Heimat-RTH = EU-Vormittag → das beste AMT-Vehikel in diesen Stunden (Sessions_London_…).
Session-Gestalt (das FDAX-Distinktive): Anders als der ES mit einem sauberen RTH-Bogen hat der FDAX zwei Vola-Injektionen + eine Schluss-Auktion: 09:00 (EU-Open, echte erste Preisfindung), 15:30 (US-Cash-Open als „zweiter Open”, der die EU-Range bricht/erweitert) und 17:30 (Xetra-Schluss-Auktion/Settlement). Der Future handelt darüber hinaus (≈ 01:10–22:00 CET) — das Close-Konzept (Settlement 17:30) ist deshalb sauber vom Handelsende des Kontrakts zu trennen: die Stunden nach 17:30 sind ein US-getriebenes Sekundär-Regime (dünn, ES/NQ-geführt), kein handelbarer EU-RTH-Bogen mehr.
Zwei Merksätze, die diesen Delta tragen:
- Overshoot ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Das dünne Buch erzeugt mehr Vakuum und mehr Spoof (
MicroStructure…S5/S2-10) → der Rand wird zuerst überschossen, dann verteidigt. Der teuerste FDAX-Fehler ist der blinde Fade am Level (statt Reclaim/Absorption abzuwarten) und der zu enge Stop (den der normale Overshoot als Rauschen abholt). Konsequenz für die Ausführung: Reclaim-Entry (Trade-Mgmt §1.2c) als Default, Scale-in über die Spanne (§4.1), Stop klar hinter die Overshoot-Zone (§2). - Der fehlende Gamma-Layer ist kein Nachteil, sondern eine Verschiebung der Beweislast auf das echte Buch. Wo ES/NQ/6E eine options-abgeleitete Vorhersage der Wände haben (MenthorQ), liest der FDAX die tatsächliche ruhende Liquidität in Echtzeit (Bookmap/Heatmap) — ehrlicher, aber spoof-anfälliger und ohne strukturellen Flip-Pivot. Der Ersatz ist real (Abschnitt „Risiko & Overshoot” §4), verlangt aber mehr Orderflow-Disziplin und lehnt sich stärker an die Value-Migration als robustesten Regime-Read.
Session-Rhythmus (speist die Intraday-Engine)
Kanonische Quelle für die FDAX-Phasen-Uhrzeiten, die Methodik_Intraday-Management §2/§6/§7/§9 referenziert. Die Phasen-Logik selbst (was in jeder Phase zu tun/zu lassen ist, Liquiditäts-Filter über der Regime-Frage) steht dort und wird hier nicht wiederholt — hier nur die FDAX-Zeiten und der FDAX-spezifische Tint. Alle Zeiten in Frankfurt (CET/CEST), der FDAX-Heimatuhr.
- Open: 09:00 FFM (Xetra-/EU-Cash-Open — echte erste Preisfindung, anders als ES-Overnight-Platzhalter). IB: 09:00–10:00 FFM (erste volle Stunde; im FDAX belastbar, definiert die Tages-Rotationsrange sauberer als eine ES-Overnight-Range). Xetra-Cash-Close/Daily-Settlement: 17:30 FFM (Settlement aus dem volumengewichteten Mittel der Minute vor 17:30 ⟨gegen Eurex-Spec prüfen⟩). Kontrakt-Handelszeit: ≈ 01:10–22:00 CET — deutlich länger als der Cash → „Close” ≠ „Handelsende” (s. Kernaussage).
Phasen → FDAX-Uhrzeit (Mapping auf das Engine-Gerüst §2)
| Engine-Phase (§2) | FDAX-Fenster (FFM) | FDAX-spezifischer Tint (nur die Unterschiede) |
|---|---|---|
| 1 — IB-Auflösung | 09:00–10:00 | Echte Preisfindung → belastbare IB (ehrliche zweiseitige Auktion, Sessions_London_…). Aber dünnes Buch → Ränder überschießen, bevor sie halten: Edge-Fades in der IB nur mit Absorption, nie blind (Open-Playbook OA-Spezifika). Survey-Daten fallen in die IB: DE-/EU-Flash-PMIs (~09:30–09:55), ifo 10:00 liegen am IB-Rand und können den Typ in Sekunden kippen (Event überschreibt die Phase, Engine §2-Invalidierung). |
| 2 — Vormittags-Entwicklung | ~10:00–~12:00 | Höchste Beteiligung, OTF am aktivsten → produktivstes Fenster der Gruppe für EU-Vormittag, stärkste Direktionalität; bestes AMT-Vehikel. IB-Extension entscheidet sich hier (trägt vs. fällt → Engine §3). ZEW 11:00 kann Vola injizieren. |
| 3 — Mittags-Lull | ~12:00–~13:30 ⟨zu kalibrieren⟩ | Europäische Mittags-Ausdünnung → Fake-Breaks/LVN-Durchläufe ohne Follow (Engine §6). Im dünnen FDAX-Buch besonders trügerisch (mehr Spoof) → „nicht handeln” ist die Position; nur voll-konfluente A-Setups. Kürzer/flacher als die ES-Lull, weil ab ~14:00 ECB-Tage und die nahende 15:30-US-Eröffnung Vor-Positionierung anziehen. |
| 4 — Nachmittags-Regime / US-Overlap | ~13:30–17:00, Schlüssel 15:30 | Die FDAX-eigene Phase. 15:30 = US-Cash-Open (ES/NQ 09:30 ET) = „zweiter Open” → bricht/erweitert häufig die EU-Range (Engine §5/§7). Kern-Frage: bestätigt der US-Open den EU-Vormittags-Frame (Continuation) oder kippt er ihn (Nachmittags-Reversal)? US-Daten (14:30 FFM = 08:30 ET; 16:00 FFM = 10:00 ET) wirken über den Overlap in den FDAX hinein. |
| 5 — Close / Settlement | ~17:00–17:30, Settlement 17:30 | Schluss-Auktion als eigenes strukturelles Ereignis; Settlement-Magnete ziehen (s. u. „Risiko & Overshoot” §4). Positionierung in den Close nach Prop (Trade-Mgmt §7.3). Nach 17:30: Kontrakt läuft im US-getriebenen Sekundär-Regime (dünn, ES/NQ-geführt) bis ~22:00 — Kontext, kein sauberer EU-RTH-Trade. |
Der Tint ersetzt nicht das Phasen-Modell — er verortet es nur in der FDAX-Uhr. Die Signatur schlägt die Uhr: expandiert der Nachmittag trotz „Lull-Fenster” (oft schon vor 15:30 durch US-Globex-Impuls), gilt die Liquiditäts-Signatur, nicht die Zeit (Engine §2).
Event-Fenster (FDAX-spezifisch; speist Trade-Mgmt §9.3 & Intraday §2)
Alle Zeiten FFM; exakte Release-Zeiten kalender-abhängig ⟨gegen Wirtschaftskalender prüfen⟩.
| Fenster (FFM) | Ereignisse | Wirkung auf den Open-/Tages-Typ |
|---|---|---|
| ~08:00 (vor Open) | DE-Hartdaten: CPI (flash/final), GDP, Auftragseingänge, Industrieproduktion, Handels-/Leistungsbilanz, Einzelhandel | Pre-Open-Gap-Treiber — im 09:00-Gap bereits eingepreist; prägt die Acceptance-vs-Fade-Frage am Open (→ Open-Playbook Pre-Open-Block). Analog zum ES-08:30-ET-Fenster. |
| ~09:30–09:55 · 10:00 · 11:00 (nach Open) | Flash-PMIs (DE/EU) ~09:30–09:55 · ifo 10:00 · ZEW 11:00 | Injiziert Vola in IB/Vormittag → kann den Typ kippen (sauberer OA kippt zu OD, OD stallt zu ORR). Erste Reaktion vom nachhaltigen Move trennen (Acceptance abwarten). |
| 14:15 / 14:45 (früher Nachmittag) | ECB: Zins-Entscheid 14:15, Pressekonferenz 14:45 (seit 21.07.2022; Statement/Projektionen ~15:00) | Binäres Event → oft Pre-14:15-Kompression, dann Vol-Expansion über die PK. Vor dem Event nach Prop reduzieren/glattstellen (Trade-Mgmt §9.3). (Korrektur ggü. früherer 13:45/14:30-Angabe.) |
| 15:30 (US-Overlap) | US-Cash-Open (ES/NQ 09:30 ET) = „zweiter Open” | Regime-Injektion in den FDAX-Nachmittag — bricht/erweitert die EU-Range oder dreht den Frame. Wie stark der Overlap den Nachmittags-Typ kippt ist ⟨zu kalibrieren⟩ (s. u.). |
| 14:30 · 16:00 (US-Daten via Overlap) | 08:30 ET (CPI/NFP/PCE/PPI/Retail) = 14:30; 10:00 ET (ISM/JOLTS/Cons. Conf.) = 16:00 | Wirken über die enge ES/NQ-Korrelation in den FDAX-Nachmittag; 14:30 kann schon vor dem 15:30-Open Vola in den FDAX tragen. |
| 20:00 (nach Cash-Close) | FOMC 14:00 ET = 20:00 (Presser 20:30) | Fällt in das dünne Post-Close-Future-Regime — Overshoot-Verstärker bei minimaler EU-Beteiligung; nur mit Prop-Deckung halten (Trade-Mgmt §9.3). |
Alle Daten-/Overlap-Fenster sind Overshoot-Verstärker: ein Event-Spike kann den strukturellen Stop als Rauschen durchschlagen. Behandlung des Spikes = Trade-Mgmt §9.3 (Acceptance jenseits abwarten, nicht in den Spike aufstocken), Overshoot-Charakter = Abschnitt „Risiko & Overshoot” unten.
Anker-Konvention (FDAX-spezifisch — kanonisch in Checkliste/Open-Playbook)
Der FDAX ist der bewusste Gegenpol zum ES: Profil und alle VWAPs sind an den Eurex-Overnight-Start geankert — der Overnight ist Teil des laufenden Tagesprofils, weil die Eurex-Nacht (anders als die ES-Platzhalter-Overnight) keine minderwertige Fremd-Session ist.
- Folge: Um 09:00 ist der Daily VWAP bereits ein valides Mittel (kein Kaltstart wie beim ES-RTH-VWAP) und sofort als OD/OTD-Pullback-Ziel/OA-Fade-Referenz nutzbar.
- ONH/ONL sind Strukturpunkte innerhalb des schon entwickelten Profils, nicht einer separaten Session.
Volle Tabelle + Level-Set: Checkliste_FDAX-09-Open („Dein Level-Set” + „Anker-Konvention”) und FDAX_Open-Type-Playbook. Hier nur der Session-relevante Kern — im ES bewusst anders (dort RTH-Session-VWAP als Kaltstart-Ausführungsanker, weil die ES-Overnight kontaminiert ist; ES_Session-und-Risiko-Delta).
Session-Anomalien (FDAX-spezifisch, kalender-abhängig prüfen)
- Verfall (Hexensabbat): 3. Freitag im März/Juni/Sep/Dez. Der fällige Frontmonat stoppt bereits mit Beginn der Xetra-Intraday-Auktion um ~13:00 FFM (nicht 17:30) → Roll-Timing/Liquiditätsverschiebung beachten; erhöhtes Auktionsvolumen und Magnet-Wirkung großer Referenzen. ⟨gegen Eurex-Verfallskalender prüfen⟩
- Sommerzeit-De-Sync (~3 Wochen im März & Okt/Nov): EU/US stellen nicht synchron um → der 15:30-US-Overlap verschiebt sich um 1 h; US-Overlap-Timing prüfen (
Sessions_London_…). - Feiertags-/Brückentage & dünne Randtage: an EU-Feiertagen mit geschlossenem US-Markt (oder umgekehrt) fällt eine der Vola-Injektionen aus → Range bleibt oft schmal, Overshoot-Neigung an dünnen Rändern trotzdem hoch (⟨zu kalibrieren⟩, Journal).
Risiko & Overshoot — kanonische Quelle für FDAX (Open-Playbook & Trade-Management verweisen hierher)
Dieser Abschnitt ist selbsttragend: er definiert den FDAX-Overshoot-Charakter, die daraus folgende Stop-Logik, die Punkt-/Tick-Werte als Sizing-Grundlage und — als FDAX-Kernpunkt — den Ersatz für den fehlenden Gamma-Layer. Die universelle Stop-/Sizing-/Exit-Logik bleibt Methodik_Trade-Management (§2 Stop, §8 Sizing, §9 Fehler-Management) — hier nur die FDAX-Parameter und der FDAX-Tint, im Schema Erkennung/Bedingung → Handlung/Erwartung → Bestätigung → Invalidierung. Er löst den offenen Punkt „Overshoot-Kalibrierung” des FDAX_Open-Type-Playbook und der Checkliste ein (beide verweisen hierher).
1. Overshoot-Charakter — der höchste der Gruppe
Der FDAX hat ein dünnes-aber-ehrliches Buch (kleinerer, schnellerer Markt, größerer Punktwert; mehr Vakuum, spoof-anfälliger als ES — MicroStructure… S5). Mechanische Folge: Ränder werden regelmäßig überschossen, bevor sie halten, Excess ist real, aber breiter und lauter als im ES. Ein Overshoot ist im FDAX ein wilder Spike, kein kontrollierter Poke (ES) — das ist der definierende Gegensatz der Gruppe.
Konsequenzen (der FDAX-Pol; Spiegel zum ES-Delta):
- Fades am Level sind verfrüht — „am Level” (Trade-Mgmt §1.2a) ist im FDAX fast immer zu früh: der Rand überschießt erst. Reclaim-/Acceptance-Entry (§1.2c) ist der Default, nicht die Ausnahme (anders als ES): man lässt den Overshoot auslaufen und steigt in die Absorption/Gegenbewegung ein, nicht in den Spike.
- Scale-in über die Overshoot-Spanne statt All-in am exakten Preis (Trade-Mgmt §4.1): Teil-Entry nach erster Absorption, Aufstockung tiefer in der Zone nach Bestätigung — die gestaffelte Summe bleibt unter dem Risiko-Budget (§8), Scale-in ist kein Vorwand für mehr Risiko.
- Der Break trägt oft weiter als erwartet: dünnes Buch → Drives sind „violent”, Pullbacks flach (Open-Playbook OD-Spezifika). Wer den Open verpasst, jagt nicht in den Vakuum-Move, sondern wartet die erste Konsolidierung ab.
Regel — Rand nicht blind faden (der teuerste FDAX-Fehler; E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Preis läuft in einen Rand (VA-Kante/IB-Grenze/PDH-PDL/ONH-ONL), Fade-Verlockung.
- Handlung/Erwartung: nicht am Level einsteigen; den Overshoot auslaufen lassen und auf Absorptions-Bestätigung warten (Wall hält/refresht + hohes Delta ohne Preis-Follow, dann CVD-Divergenz/-Versiegen — Werkzeug_Delta-CVD §5.1, Werkzeug_Heatmap-Bookmap).
- Bestätigung: Wall refresht (echte Verteidigung, kein Spoof), Delta versiegt am Extrem, Reclaim des Levels; Konfluenz mit VWAP-Band/Profil/OHLC jenseits des Spikes.
- Invalidierung: Liquidität pullt statt zu refreshen + CVD trendet durch + Acceptance jenseits → es war kein Rand-Halt, sondern ein Break (Drive im Keim, Engine §3.1/§5.1) → nicht faden, ggf. mitgehen.
2. Stop-Logik relativ zum Buch — weiter als ES, aber punktwert-gedeckelt
Die universelle Stop-Philosophie (Struktur statt Geldbetrag; jenseits der Invalidierung + Overshoot-Puffer; Poke ≠ Acceptance) steht in Methodik_Trade-Management §2. FDAX-Tint:
- Der Overshoot-Puffer ist der größte der Gruppe (in Punkten relativ zum Buch). Der Stop sitzt klar hinter die Overshoot-Zone, nicht knapp hinter das Level — sonst holt ihn der normale Overshoot als Rauschen ab, bevor die These falsch ist. Ein Overshoot innerhalb der kalibrierten Spanne ist keine Invalidierung.
- Platzierung an LVN/Excess/Struktur-Wall — plus Big-Figure-Bewusstsein. Runde 100er-/50er-Marken im DAX (z. B. glatte Tausender) ziehen Stops und wirken als Overshoot-Ziele (getrappte Liquidität,
MicroStructure…Sweep/Trapped-Liquidity) → Stop nicht direkt an die runde Zahl, sondern hinter die typische Overshoot-Spanne dahinter legen. ⟨Big-Figure-Overshoot-Tiefe zu kalibrieren⟩ - Poke vs. Acceptance ist im FDAX die zentrale AMT-Entscheidung (nicht Tape allein): der Spike (Poke) darf den Stop nicht auslösen; erst Acceptance jenseits (Zeit/Volumen dahinter) widerlegt die These. Genau dafür liegt der Stop hinter der Spanne.
Qualitative Stop-Ordnung je Open-Type (konkrete Punkt-Werte ⟨zu kalibrieren⟩, s. §5):
| Open-Type | Stop-Ort (FDAX-weit) | Warum weiter nötig |
|---|---|---|
| OD | hinter den ersten flachen Pullback (Daily VWAP / Opening-Range-Rücklauf) + Overshoot | violenter Drive im dünnen Buch → Pullbacks flach, aber Gegen-Spikes tief |
| OTD | hinter das Test-Extrem (ONH/ONL/PDH/PDL/Vorabschluss) + Overshoot | Test ist oft ein scharfer Poke, der Breakout-Trader trappt → weit atmen lassen |
| ORR | jenseits des abgelehnten Extrems / Open-Pivots + Overshoot | initialer Push überschießt kräftig, bevor er dreht → früher Stop wird abgeholt |
| OA | hinter die Edge-Excess + Overshoot (nie an der Kante) | Ränder überschießen, bevor sie halten → Fade nur nach Reclaim (§1) |
| Neutral | hinter das aufgelöste Extrem (erst ab Auflösung) | reduziertes Commitment bis eine Seite gewinnt (Intraday §4.3) |
Overshoot-/Stop-Richtwerte je Open-/Day-Type in Punkten sind ⟨zu kalibrieren⟩ (unten §5) und speisen direkt die Stop-Distanz von Trade-Mgmt §2 → §8. Dies ist die zentrale Overshoot-Kalibrierung der Gruppe (FDAX = Referenz-Pol „weit”, ES = Referenz-Pol „eng”).
3. Punkt-/Tick-Wert & Sizing-Bezug — hoher Punktwert × weiter Stop = kleine Größe
Grundlage für das Positionssizing (Methodik_Trade-Management §8; Formel dort, nicht hier dupliziert): Kontrakte = Risk-per-Trade ÷ (Stop-Distanz in Ticks × Tick-Wert).
| Kontrakt | Punktwert | Tick-Größe / Tick-Wert | Rolle im Sizing |
|---|---|---|---|
| FDAX (DAX-Future) | 25 € / Punkt | 0,5 Punkt → 12,50 € / Tick ⟨Tickstruktur gegen Eurex-Spec prüfen⟩ | Vollkontrakt — hoher Hebel je Punkt |
| FDXM (Mini-DAX) | 5 € / Punkt | 1/5 des FDAX | Fein-Sizing / Staffelung (Analog zu MES beim ES) |
| FDXS (Micro-DAX) | 1 € / Punkt | 1/25 des FDAX | feinste Justierung, Scale-in über die Overshoot-Spanne |
⟨Gegen Prop-Kontraktspezifikation prüfen⟩: Punktwerte sind Eurex-Standard (FDAX 25 €, FDXM 5 €, FDXS 1 € je Punkt); die Tickgröße hat Eurex mehrfach angepasst und die Angaben divergieren je Quelle/Feed (historisch 0,5 Punkt = 12,50 € im FDAX) — Tick-Größe/-Wert vor dem Sizing gegen die aktuelle Eurex- und die Prop-Kontraktspezifikation verifizieren.
FDAX-Sizing-Konsequenz (der Spiegel zum ES — doppelter Druck auf die Größe):
- Der FDAX vereint hohen Punktwert (25 €) und die weitesten Overshoot-bedingten Stop-Distanzen der Gruppe → beide Faktoren drücken die Kontraktzahl. Für ein gegebenes Risk-per-Trade erlaubt der FDAX die kleinste Voll-Kontraktzahl — genau umgekehrt zum size-freundlichen ES.
- Mini-/Micro-DAX (FDXM/FDXS) sind daher nicht optional, sondern das Standard-Werkzeug für ein risiko-konformes Sizing bei weiten Stops und für die Staffelung (Scale-in) über die Overshoot-Spanne (Trade-Mgmt §4.1/§8). Wer nur den Vollkontrakt fährt, wird entweder zu groß (Risiko-Budget gesprengt) oder muss den Stop verengen (am Overshoot ausgestoppt) — beides falsch.
- Prop-Deckelung bindet zusätzlich: die aus der Formel folgende Größe wird durch Max-Kontrakt-Limit, Rest-Daily-Loss und Trailing-Drawdown-Puffer gekappt — bindend ist die kleinste Grenze (Trade-Mgmt §7/§8). Der genaue Daily-Loss ÷ Stop-Distanz → Kontraktzahl ist ⟨zu kalibrieren: Prop-Sizing-Tabelle je Instrument → Methodik_Journal-und-Kalibrierung⟩.
Nie den Stop verengen, um die Größe zu rechtfertigen (Trade-Mgmt Kernkopplung): Struktur setzt den Stop-Ort (§2), Prop/Punktwert setzen die Größe (§8) — im FDAX über die kleineren Kontrakte, nicht über eine zu enge Stop-Distanz.
4. Ersatz für den fehlenden Gamma-Layer (nur FDAX)
Der FDAX ist das einzige Instrument der Gruppe ohne Gamma (MenthorQ liefert FDAX nicht — Sessions_London_…). Damit fehlt der Layer, der in ES/NQ/6E drei Funktionen erfüllt: (a) Wall (options-abgeleiteter Support/Widerstand mit Dealer-Hedging-Haltekraft), (b) Magnet/Pin (HVL als Rotationszentrum/Settlement-Ziel), (c) struktureller Regime-Pivot (Gamma-Flip: Pin↔Trend, das sauberste strukturelle Regime-Signal). Diese drei Funktionen müssen im FDAX anders getragen werden — nicht ersatzlos gestrichen:
| Gamma-Funktion (ES/NQ/6E) | FDAX-Ersatz | Lesart / Vorbehalt |
|---|---|---|
| (a) Wall (Support/Widerstand mit Haltekraft) | Reales Buch — Bookmap/Heatmap Resting-Walls (Werkzeug_Heatmap-Bookmap) + Profil-Struktur (HVN/VA-Kanten/LVN als Break-Grenze) | Die Heatmap zeigt die tatsächliche Liquidität statt einer options-Vorhersage → ehrlicher, aber spoof-anfälliger (dünnes Buch). Halt gilt nur, wenn die Wall hält/refresht (nicht pullt) — Absorption-Read ist Pflicht, DOM-Verlässlichkeit ⟨zu kalibrieren⟩. |
| (b) Magnet / Pin (HVL, Settlement-Ziel) | VPOC / Naked VPOC / HVN (Werkzeug_Volume-Profile) + Session-VWAP + OHLC (pClose/Vorabschluss, dOpen, IB-Mitte) + 17:30-Settlement selbst | Profil-Magnete übernehmen die Pin-Funktion; das 17:30-Settlement (VWAP-der-Minute) ist ein mechanischer Close-Magnet. Zugkraft des Naked VPOC verfällt mit Alter/Distanz (⟨zu kalibrieren⟩, Volume-Profile §5.4). |
| (c) Regime-Pivot (Gamma-Flip, Pin↔Trend) | Value-Migration (D2) als robustester Regime-Read + Developing VPOC + VWAP-Slope (Intraday §8) — plus der 15:30-US-Overlap als terminierte Regime-Injektion | Es gibt keinen strukturellen Options-Pivot → der Regime-Kipp wird rein über die Verlaufs-Konfluenz gelesen (Delta→Bookmap→Preis). Der FDAX lehnt sich deshalb stärker an die Value-Migration (langsamster, aber robustester Read) und nutzt 15:30 als geplanten Inflektionspunkt. |
Zusätzlicher externer Kontext (kein FDAX-Level, nie Trigger): Weil der FDAX eng mit ES/NQ-Globex korreliert (Sessions_London_…, Praktische Konsequenzen), lassen sich ES/NQ-Gamma-Level als Regime-Kontext mitlesen — nicht als FDAX-Marken (anderes Instrument/andere Skala), sondern als Read auf das breite Risk-Regime: liegt der ES z. B. in Positiv-Gamma-Vol-Suppression (Pin/OA-Bias), ist der EU-Vormittag eher balance-anfällig. Korrelationsbasiert, instabil, nur Kontext — die 6E-Gamma dagegen nicht mechanisch gegen den FDAX lesen (instabile Korrelation, Sessions_London_…).
Regel — Heatmap-Wall als FDAX-Gamma-Ersatz (E→H→B→I):
- Erkennung/Bedingung: Preis läuft eine sichtbare Resting-Wall/ein Profil-Level an (die Stelle, an der ES eine Gamma-Wall hätte).
- Handlung/Erwartung: Level als Kandidat werten (Stop-/Ziel-Referenz), aber erst nach Orderflow-Bestätigung handeln — nie „an der Wall auf gut Glück”.
- Bestätigung: Wall hält und refresht (echte Verteidigung → Fade/Support trägt) bzw. pullt (Durchbruch → mitgehen); Konfluenz mit VPOC/VWAP-Band/OHLC wertet das Level auf (schweres Level → größer sizen/Ziel weiter, Trade-Mgmt §10).
- Invalidierung: Die Wall verdampft beim Anlauf (Spoof) oder wird absorbiert und durchlaufen ohne Nachfüllung → Level abwerten, Bildschirm schlägt die These. Das dünne FDAX-Buch macht Spoof häufiger als im ES → Intent (Heatmap) ist ein Versprechen, Ausführung (Tape/Delta) ein Faktum (
MicroStructure…S2-9).
Konvention (durchgängig): VPOC/Naked VPOC, VWAP und OHLC sind — wie Gamma in den anderen Instrumenten — Bestätigung/Konfluenz, nie Trigger. Sie werten Stop-/Ziel-/Trail-Level auf; der Trigger bleibt der Orderflow am Level (Ebene 3). Der FDAX-Ersatz ersetzt den Gamma-Layer, nicht die Trigger-Hierarchie.
5. Offene Punkte / empirisch zu kalibrieren
Auflösung durchgängig über Methodik_Journal-und-Kalibrierung (Log-Feld → Aggregation → Rückschreiben hierher). Kein erfundener Wert.
- ⟨zu kalibrieren: FDAX-Overshoot-Spanne in Punkten je Open-/Day-Type⟩ — die zentrale Kalibrierung der Gruppe (FDAX = weiter Pol, Gegenstück zur engen ES-Spanne). Speist Trade-Mgmt §2 (Stop-Distanz). Log: Open-/Day-Type, Overshoot-Punkte am Entry/Extrem, Stop-Distanz, Ausgang. (Journal-Zeile „Overshoot-/Stop-Richtwerte je Open-/Day-Type” — reziprok zu Trade-Mgmt §13.)
- ⟨zu kalibrieren: Big-Figure-Overshoot-Tiefe⟩ — wie weit der FDAX über runde 50er-/100er-Marken hinausschießt, bevor er dreht (Stop-Platzierung dahinter, §2).
- ⟨zu kalibrieren: Spoofing-/Pull-Charakter des dünnen Buchs (DOM-Verlässlichkeit)⟩ — wie zuverlässig „Wall refresht = Halt” im FDAX gilt (Fehlsignal-/Spoof-Rate), Grundlage für den Gamma-Ersatz §4. Verzahnt mit
MicroStructure…(Spoof-/Iceberg-Häufigkeit je Markt), Werkzeug_Heatmap-Bookmap, Werkzeug_DOM. - ⟨zu kalibrieren: 15:30-US-Overlap-Kipp-Quote⟩ — wie oft der US-Cash-Open den EU-Vormittags-Frame dreht (Nachmittags-Reversal) vs. durchträgt (Continuation). Verzahnt mit Intraday §7 (Nachmittags-Reversal- vs. Power-Hour-Quote) und dem offenen Punkt „Verhalten der EU-Range am 15:30-US-Open” (
Sessions_London_…). - ⟨zu kalibrieren: IB-Extension-Trefferquote FDAX⟩ (09:00–10:00-Break trägt vs. fällt zurück) — deckt den offenen Punkt „IB-Auflösungs-Playbook/RTH-IB-Extension” des Open-Playbooks ab; kanonisch kalibriert in Intraday §3/§12.
- ⟨zu kalibrieren: Mittags-Lull-Fenster FDAX exakt⟩ (~12:00–~13:30 FFM als Startannahme) — wann das Signal-Rausch-Verhältnis kippt; kürzer/flacher als ES vermutet. Verzahnt mit Intraday §6/§12 („Lull-Fenster je Instrument”).
- ⟨zu kalibrieren: Prop-Sizing-Tabelle FDAX⟩ (Daily-Loss ÷ Stop-Distanz → Kontraktzahlen, FDAX/FDXM/FDXS). Verzahnt mit Punkt-/Tick-Wert §3 und Trade-Mgmt §8/§13.
- ⟨zu kalibrieren: Naked-VPOC-Zugkraft im FDAX⟩ als Magnet-Ersatz (§4b) — Trefferquote „Preis kehrt zum unfinished-business-VPOC zurück” je Alter/Distanz.
Schnellreferenz (FDAX-Delta)
Session (FFM): Open 09:00 · IB 09:00–10:00 (belastbar) · Vormittag ~10:00–~12:00 (stärkste Direktionalität, bestes EU-Vehikel) · Lull ~12:00–~13:30 ⟨zu kalibrieren⟩ · Nachmittag/US-Overlap ~13:30–17:00, Schlüssel 15:30 („zweiter Open”) · Schluss/Settlement 17:30 · Future bis ~22:00 (Post-Close = US-Sekundär-Regime). Events: DE-Hartdaten ~08:00 (Gap) · PMIs/ifo/ZEW ~09:30–11:00 (Typ-Kipp in IB/Vormittag) · ECB 14:15/14:45 · US-Overlap 15:30 · US-Daten 14:30/16:00 · FOMC 20:00 (post-close).
Anker: Profil und alle VWAPs Overnight-geankert → Daily VWAP um 09:00 bereits valide (kein Kaltstart, Gegenpol zu ES). ONH/ONL innerhalb des laufenden Profils. (Kanonisch in Checkliste/Open-Playbook.)
Risiko: höchster Overshoot der Gruppe (dünn-aber-ehrlich, spoof-anfällig) → Reclaim-Entry als Default, Scale-in über die Spanne, Stop klar hinter die Overshoot-Zone (Poke ≠ Acceptance) · Ränder überschießen, bevor sie halten → Fade nur mit Absorption · Big-Figure-Overshoot einplanen · 25 €/Punkt (12,50 €/Tick ⟨Spec prüfen⟩), FDXM 5 €/Pt, FDXS 1 €/Pt → hoher Punktwert × weiter Stop = kleinste Voll-Kontraktzahl, Mini/Micro = Standard-Sizing-Werkzeug · Prop-Deckel bindet.
Gamma-Ersatz (kein Gamma im FDAX): Wall → reale Heatmap-Walls + Profil (spoof-geprüft) · Magnet/Pin → VPOC/Naked VPOC/VWAP/OHLC + 17:30-Settlement · Regime-Pivot → Value-Migration + Dev-VPOC + VWAP-Slope + 15:30-Overlap (kein struktureller Flip) · ES/NQ-Gamma nur als externer Kontext, 6E nicht mechanisch gegenlesen. Alle bleiben Bestätigung, nie Trigger.
Merksätze: Overshoot ist Normalfall, nicht Ausnahme · Rand erst überschießen lassen, dann Absorption faden · Stop atmet, aber Größe (Mini/Micro) trägt das Risiko — nie den Stop verengen · fehlendes Gamma = mehr Orderflow-Disziplin + Value-Migration als Regime-Anker · Zeiten → dieser Delta, Overshoot-Punkte → Journal, Stop-/Sizing-Logik → Trade-Mgmt, Regime-Kipp → Intraday, Open-Mechanik → Open-Playbook.