6E Open-Type Playbook — Dual-Open: EU-Open (09:00 FFM) & London–NY-Overlap (15:30 FFM / 09:30 ET)

Themenbereich: Open-Type-Klassifikation & Ausführung (6E-spezifisch, zwei Opens in einem Dokument) Methodik-Kontext: AMT + Volumen-/Marktprofil + Orderflow (Bookmap/Heatmap, Delta/CVD, DOM, Tape — kein Footprint); Bestätigungs-Layer: VWAP (Daily/Weekly/Monthly/Session), OHLC, Gamma-Level (MenthorQ — im 6E verfügbar; Haltekraft folgt der Session-Qualität, im Overlap am stärksten); 6E-Conviction-Layer statt Equity-Internals: DXY / US-Renditen & Bund-Treasury-Spread / Cross-FX (kein $TICK/Breadth/VIX — das sind Equity-Tools) Instrument: 6E (EUR/USD-Future, CME/Globex), aktiv über die London-Session, Prime-Fenster = London–NY-Overlap Verwandte KB-Dateien: Methodik_AMT-als-Filter (übergeordneter Layer), AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz (Theorie/Vokabular), Sessions_London_ES-NQ-vs-FDAX (Vehikelwahl — löst deren offene Punkte „VWAP-Anker-Konvention je Instrument (6E)” und teilweise „6E–FDAX-Korrelationsverhalten” ein), FDAX_Open-Type-Playbook (Schwester-Playbook, europäisches Session-Geschwister), ES_/NQ_Open-Type-Playbook.md (US-RTH-Schwestern) Geltung: Zwei definierte Opens — Open 1 = EU-/London-Open (≈09:00 FFM / 08:00 London) und Open 2 = London–NY-Overlap bzw. Lauf in 09:30 ET / 15:30 FFM (Haupt-Open). Asien-Phase = Sekundär-Regime (Kontext, keine Ausführung). Status: FERTIG


Kernaussage

6E (EUR/USD-Future) ist kein US-Index und kein DAX — es ist eine Währung, und das prägt jeden Open. Anders als ES/NQ (deren einzige ehrliche Preisfindung die US-RTH ist) und anders als der FDAX (mit einem einzigen Heimat-Open um 09:00) hat 6E zwei qualitativ getrennte, beide handelbare Opens innerhalb eines Tages, weil EUR/USD-Liquidität über die London-Session läuft und im London–NY-Overlap ihren Peak erreicht (vgl. Sessions_London_ES-NQ-vs-FDAX). Beide Opens sind ehrliche Auktionen mit echtem Volumen — qualitativ steht 6E auf der FDAX-Seite, nicht auf der ES/NQ-Overnight-Seite.

  • Open 1 (EU, ≈09:00 FFM): 6E geht parallel zum FDAX in seine aktive Europa-Session. Echte Auktion, aber vor dem Liquiditäts-Peak. Verarbeitet den US-Close + Asien-Carry und reagiert auf EU-Morgendaten (Ifo, PMIs, dt. Daten, ECB-Speak). Baut häufig die EU-Range / das EU-Value, das der Overlap später auflöst.
  • Open 2 (Overlap, 15:30 FFM / 09:30 ET — Haupt-Open): Peak-Liquidität, volle Gamma-Haltekraft, der NY-Option-Cut (10:00 ET / 16:00 FFM) als Pin-Verstärker mitten im Fenster, und die 08:30-ET-US-Daten als ~1 h vorher eingepreister Gap-Former (analog zur ES-08:30-Logik). Cleanste Direktional- und IB-Extension-Moves. Die im EU-Open gebaute Range ist hier das zentrale Referenz-Set.

Die strukturelle Inversion zum FDAX (bewusst halten): Beim FDAX ist die EU-Session primär und der 15:30-US-Open eine Injektion, die die EU-Range bricht/erweitert. Bei 6E ist genau diese 15:30-FFM-Phase der Primär-Open (der Overlap ist 6E’s Heimat-Peak), und der EU-Open davor ist der vollwertige, aber sekundäre Range-/Kontext-Aufbau. Gleicher Uhrzeit-Moment, invertierte Gewichtung.

Vier Typen decken den Raum für jeden der beiden Opens vollständig ab: Open-Drive (OD), Open-Test-Drive (OTD), Open-Rejection-Reverse (ORR), Open-Auction (OA). Alles andere sind Übergänge zwischen ihnen — im Orderflow + Conviction-Layer früh lesbar.

Heuristik: Erst klassifizieren (Open-Type), dann ausführen. Nie ausführen, bevor Typ + Orderflow-Signatur (+ DXY/Cross-Bestätigung) bestätigt sind.

Einordnung (vgl. Methodik_AMT-als-Filter): Der Open-Type ist die Ebene-1-Filterung (welche Seite, welche Level); das Gamma-Regime ist ein zweiter Ebene-1-Bias-Input; Pre-Open-/Gamma-/OHLC-/Big-Figure-Level sind Ebene 2 (wo); Orderflow + DXY/Cross-Conviction sind Ebene 3 (Timing/Conviction). Kein Trade ohne alle drei.


Anker-Konvention für 6E (projektweit festklopfen — löst den offenen Sessions-Punkt ein)

6E läuft als CME-FX-Future nahezu durchgehend (Globex), mit täglichem Sessionstart ≈17:00 ET / 23:00 FFM und der 60-Min-Wartung 16:00–17:00 ET als Tagesgrenze. Die Asien-Phase ist dünner, aber kein reiner Platzhalter (anders als die ES-Globex-Nacht — EUR/USD hat auch in Asien echten, wenn auch leichteren Flow). Daraus folgt eine einfachere Anker-Logik als beim ES: ein einziger CME-FX-Tages-Anker trägt beide Opens.

AnkerVerwendungBegründung
Daily-VWAP (geankert an CME-FX-Globex-Tagesstart ≈17:00 ET / 23:00 FFM)Durchgängiger Ausführungs-Anker für beide Opens: OD/OTD-Pullback-Ziel, OA-Fade-Referenz, Bias-SeiteAsien ist dünn-aber-nicht-leer → der Daily-VWAP ist um 09:00 FFM bereits brauchbar (kein ES-Kaltstart) und um 15:30 FFM voll valide (überlappende Echtvolumen-Phase). Mittelposition zwischen FDAX (Overnight = valides Profil) und ES (Overnight = Platzhalter).
Session-/EU-VWAP (optional, geankert ≈08:00 London / 09:00 FFM)Verfeinerung für Open 1: sauberes EU-Session-Mittel für die EU-RangeWer den EU-Open isoliert lesen will, ankert hier zusätzlich; der Daily-VWAP bleibt der durchgehende Bezug.
Daily/Weekly/Monthly-VWAP (Standard)Bias-Filter (Ebene-1-Stütze) + größere Magnete/ZieleWie KB-Standard; Verlässlichkeit folgt Session-Qualität → in EU/Overlap belastbar, in Asien schwächer.

Profil: An denselben CME-FX-Tages-Anker geankert. Das Overlap-Profil ist die ehrlichste Preisfindung des Tages, das EU-Profil ist vollwertig (echtes Volumen), das Asien-Profil ist Referenz, nicht Value.

OHLC-Anker (Ebene 2): pdH/pdL/pClose auf Basis der vorigen CME-FX-Session (Settlement/Close ~16:00 ET als pClose-/Gap-Referenz). ONH/ONL = Asien-/Globex-Overnight-Extreme. Big Figures / runde Zahlen sind eine 6E-eigene OHLC-Klasse (s. u.).

(Anpassbar — vom Nutzer bestätigt: CME-FX-Globex-Tagesstart als Daily-Anker. Settlement-/pClose-Mechanik ggf. an dein ATAS/TV-Setup angleichen. Dies ist die Auflösung des offenen Punkts „VWAP-Anker-Konvention je Instrument (6E)” aus der Sessions-Datei.)


6E-Eigenheiten durchgängig (das, was beide 6E-Opens formt)

Wie „ES = tiefstes Buch / geringer Overshoot” und „FDAX = dünn-ehrlich / Overshoot-Neigung” hat 6E eine eigene Prägung — und sie ist mikrostrukturell anders, weil 6E ein Future auf einen OTC-/Spot-dominierten Markt ist.

  1. Future = Ausschnitt eines viel größeren Spot/OTC-Marktes. Bookmap/Heatmap und DOM zeigen nur die Futures-Schicht — der eigentliche EUR/USD-Flow läuft im Interbanken-Spot. Konsequenz: Liquidität kann auf der Heatmap erscheinen/verschwinden, weil Spot führt; ein großer Spot-Print bewegt den Future, ohne dass vorher Buch sichtbar war. Bookmap bleibt valide (im Overlap echtes Volumen), aber weniger alleiniger Tell als im ES (wo das Buch der Markt ist) → im 6E Delta/CVD + Tape + Struktur (Big Figures/Strikes) höher gewichten, Bookmap als Bestätigung, nicht als Solo-Trigger.
  2. Big Figures & runde Zahlen als eigene Level-Klasse. EUR/USD respektiert Big Figures (z. B. 1.1000, 1.0900) und Mid-Figures (…50) stark — Magnete, Stall- und Reject-Punkte, verstärkt durch Options-Strikes, die sich an runden Zahlen clustern. Diese Level gehören ins Ebene-2-Set wie PDH/PDL. (Im FDAX/ES weit schwächer ausgeprägt.)
  3. NY-Option-Cut (10:00 ET / 16:00 FFM) — mitten im Overlap. Standard-FX-Optionen expiren am NY-Cut; große Expiries pinnen den Preis vor dem Cut an Strikes und lösen danach oft direktional auf. Das ist ein 6E-exklusiver Pin-/Gamma-Verstärker und fällt genau in die IB von Open 2. (London-Cut früher am Tag ist schwächer, aber existent.)
  4. Gamma verfügbar (MenthorQ), Haltekraft session-abhängig. Optionsabgeleitete Wände/Magnete sind im 6E nutzbar (FDAX hat sie nicht). Haltekraft: im EU-Open valide Referenz mit wachsender Haltekraft, im Overlap am stärksten (Dealer-Hedging-Flow + NY-Cut präsent). Bleibt Bestätigung/Konfluenz + Regime-Bias, nie Trigger.
  5. Treiber = Makro, nicht Index-Narrativ. EUR/USD wird von Zinsdifferenz (Bund vs. Treasury), Fed/ECB-Erwartung, relativem Wachstum und Risk-Sentiment getrieben. Das macht Zentralbank- und Datentage zu Sonderfällen (s. Event-Asymmetrie) und den Conviction-Layer zu einem FX-Layer (DXY/Renditen/Cross), nicht zu Equity-Internals.
  6. Overshoot-Profil: Im Overlap respektiert 6E Level sauber (tiefer Echtvolumen-Markt) → Stops können vernünftig eng hinter Struktur sitzen, aber Big-Figure-/Strike-Magnet-Overshoot einkalkulieren (Preis pokt die runde Zahl, bevor er dreht). In früher EU/Asien luftiger → Air-Pockets auf Headlines.
  7. 6E–FDAX-Korrelation instabil. Geteilte EU-Katalysatoren, aber kein fixer Vorzeichen-Zusammenhangnie mechanisch gegenlesen (Details unten im FX-Layer).

Die zwei Opens: Charakter & Gewichtung

DimensionOpen 1 — EU (≈09:00 FFM)Open 2 — Overlap (15:30 FFM / 09:30 ET) — HAUPT-OPEN
RolleVollwertig, aber sekundär: EU-Range-/Value-AufbauPrimär: Peak-Liquidität, Tagesentscheidung
LiquiditätEcht, aber vor dem PeakPeak (London–NY-Overlap)
VerarbeitetUS-Close + Asien-Carry; EU-MorgendatenEU-Range (Open 1) + 08:30-ET-US-Daten (eingepreist); ECB-Nachmittag
Gamma-Haltekraftvalide, wachsendmaximal (+ NY-Option-Cut 10:00 ET in der IB)
IB09:00–10:00 FFM15:30–16:30 FFM (= 09:30–10:30 ET)
Conviction-LayerDXY/Cross (EU-Flow)DXY/US-Renditen/Cross voll (US-Teilnehmer da)
Typische AuflösungRange/OA häufig; Direktional bei EU-DatenschockCleanste OD/Trend- & IB-Extension-Moves; Break/Fade der EU-Range
Beste EignungKontext + frühe PositionAusführung

Lese-Brücke zwischen den Opens: Was Open 1 baut (EU-Range, EU-VPOC/Value, EU-H/L), ist das Pre-Open-Referenzset für Open 2. Die zentrale Open-2-Frage lautet daher oft: „Bricht der Overlap die EU-Range (→ OD/OTD-Continuation) oder fadet er sie zurück ins EU-Value (→ ORR/OA)?” — exakt die FDAX-15:30-Frage, hier aber als Primär-Trade.


Pre-Open-Kontext-Block — Open 1 (vor 09:00 FFM lesen)

1) Übernacht-/Asien-Auflösung & US-Close-Carry

InputWas lesenWarum
Asien-/Overnight-Range & ONH/ONLGlobex-Range seit ~17:00 ET, Overnight-H/LReferenzpunkte, die ein OTD testet / ein ORR ablehnt; über Nacht ohne Bestätigung leicht durchstoßen → am EU-Open neu bewertet
US-Close-Read (Vorabend)Schloss USD stark/schwach? Renditen-Tendenz nach US-CloseEUR/USD trägt den USD-Schluss-Bias in die EU-Session — Momentum-Carry vs. Mean-Reversion
Asien-VPOC / Value-LageWo verdichtete sich der Asien-Flow, relativ zum Vortags-Value?Acceptance- vs. Fade-Lean in den EU-Open

2) EU-Eröffnungslogik

InputWas lesenWarum
Open-Lage vs. Vortags-Value09:00-Open innerhalb / außerhalb Vortags-VA (POC/VAH/VAL)außerhalb → Initiative-Setups erwartbar; innerhalb → Balance/OA wahrscheinlicher
Gap vs. pClose09:00-Lage ggü. voriger CME-FX-SessionAcceptance (Gap-and-go → OD/OTD) vs. Fade (→ ORR)?
Big Figures / Strikes in Reichweitenächste runde Zahl + Options-Strike ober-/unterhalb6E-eigene Magnete/Reject-Level (Ebene 2)

3) Gamma & Conviction

InputWas lesenWarum
Gamma-Regime + Walls/Flip (MenthorQ)GEX positiv (Pin/OA-Bias) vs. negativ (Trend/OD-Bias); Open über/unter Flip; Call-/Put-Wall, HVLRegime-Bias (Ebene 1) + Konfluenzpunkte (Ebene 2); Haltekraft im EU-Open wachsend, nicht maximal
DXY + Bund-Treasury-SpreadDXY-Richtung (invers zu EUR/USD), Spread-Tendenzbestätigt/widerlegt die EUR-Seite; Divergenz = Vorsicht
EU-KalenderIfo, ZEW, EU/dt. Flash-PMIs, dt. CPI, ECB-Speak — Timing relativ 09:00vor Open → eingepreist; kurz nach Open → injiziert Vola in die EU-IB, kann Typ kippen

Pre-Open-Frage Open 1 in einem Satz: „Trägt der USD-Schluss-Bias in die EU-Session, liegt der Open im Initiative- oder Responsive-Territorium zum Vortags-Value, und sagt Gamma/DXY eher Pin (OA) oder Expansion (OD/Trend)?”


Pre-Open-Kontext-Block — Open 2 (vor 15:30 FFM / 09:30 ET lesen) — HAUPT-OPEN

1) EU-Range-Auflösung (das Open-2-Rückgrat)

InputWas lesenWarum
EU-Range & EU-VPOC/Value (aus Open 1)Wo liegt die seit 09:00 gebaute Range, wo das EU-Value? Wandert es oder bleibt es?Bester Acceptance-/Fade-Tell: EU-Value/Range-Rand wird in Overlap-Richtung verlassen = Continuation-Lean (→ OD/OTD); Rückkehr ins EU-Value trotz Spike = Fade-Lean (→ ORR/OA)
EU-H/L (Tageshoch/-tief bis 15:30)die EU-Extreme als Test-/Reject-LevelOTD-Test- / ORR-Reject-Level für den Overlap

2) US-Daten- & Eröffnungslogik

InputWas lesenWarum
08:30-ET-Daten (14:30 FFM, ~1 h VOR Open 2)NFP/CPI/PPI/Retail/Jobless — wie hat 6E reagiert, wird die Reaktion akzeptiert?Wie ES-08:30: prägt die Lage in den Overlap (eingepreist), injiziert nicht live; Acceptance der Datenreaktion → Continuation, Fade → Reversal
DXY / US-Renditen-LageUSD-Komplex zum Overlap-Start; 2y/10y-TendenzEUR/USD ist ~Hälfte des DXY → stärkster Cross-Bestätiger
Lage vs. Vortags- & EU-Valueinnerhalb/außerhalb beiderInitiative vs. Balance für den Overlap

3) Gamma, Option-Cut & ECB

InputWas lesenWarum
Gamma-Regime + Walls/Flip (volle Haltekraft)wie Open 1, aber Haltekraft maximalWalls als Overlap-Fade-Punkte hochwertig; Flip-Bruch = Regimewechsel
NY-Option-Cut (10:00 ET / 16:00 FFM)große Expiry-Strikes nahe Preis?Pin-Magnet vor dem Cut (→ OA/Pin in der IB), häufig direktionale Auflösung danach
ECB-Tag?Entscheid/Presser am frühen Nachmittag (≈14:15/14:45 FFM) läuft in den OverlapAn ECB-Tagen ist Open 2 faktisch Post-ECB → eigener Vola-/Trend-Charakter (Presser kann Typ live kippen). Exakte Uhrzeit je Sitzung prüfen.

Pre-Open-Frage Open 2 in einem Satz: „Bricht der Overlap die EU-Range (mit Acceptance der 08:30-Datenreaktion und DXY-Bestätigung → Continuation) oder fadet er sie zurück ins EU-/Vortags-Value (→ ORR/OA) — und pinnt der NY-Cut, oder löst er auf?”


Die vier Open-Types (6E-angepasst, mit Open-1-vs-Open-2-Unterscheidung)

Jeder Typ in derselben Sub-Struktur: AMT-Logik · 6E-Spezifika (inkl. Open-Unterschied) · Orderflow-Signatur · Trade-Logik · Invalidierung/Übergang. Die AMT-Mechanik ist instrumentübergreifend identisch (vgl. AMT_Grundlagen-und-Schnellreferenz); nur die 6E- und Open-Prägung wird hier ausgeführt.


1) Open-Drive (OD)

AMT-Logik. Eine Seite hat ab Sekunde eins die volle Kontrolle. Markt eröffnet und treibt einseitig, ohne zum Open-Preis zurückzukehren. Höchste Conviction: Initiative/OTF dominiert, Gegenseite etabliert nie responsive Aktivität. Mündet in Trend Day / Double-Distribution-Trend-Day.

6E-Spezifika.

  • Open 2 (typischer Ort): Der saubere 6E-OD läuft fast immer im Overlap — Peak-Liquidität trägt den Drive, die EU-Range bricht mit Acceptance der 08:30-Datenreaktion und bestätigender DXY-Bewegung (USD-Komplex trendet einheitlich). Häufig auf negativem Gamma und/oder nach direktionaler Auflösung des NY-Cuts (Pin löst sich nach 10:00 ET → Drive). Big Figures werden durchlaufen, nicht abgelehnt.
  • Open 1 (seltener, headline-getrieben): Ein EU-OD ist meist EU-Datenschock-getrieben (Ifo/PMI/ECB-Speak-Überraschung) — kürzer, mit höherem Air-Pocket-Risiko, da vor dem Peak. Vorsichtiger traden; oft löst der Overlap erst die echte Richtung auf.
  • Future-Caveat: Bookmap-Pull ist valide, aber Delta/CVD-Persistenz + einheitlicher DXY sind im 6E die ehrlicheren OD-Tells (Spot führt das Buch).

Orderflow-Signatur.

  • Bookmap/Heatmap: Liquidität pullt vor dem Preis (Drive-Seite); Gegen-Walls (inkl. Gamma-Wall) absorbiert + durchlaufen; keine Nachfüllung. Aber: im FX-Future kann Pull spot-getrieben „springen” → nicht allein darauf gehen.
  • Delta/CVD: Persistentes gleichgerichtetes Delta; CVD trendet hart, keine Divergenz; Expansion auf jedem Push.
  • DOM/Tape: Drive-Seite thinnt, Gegenseite stackt; kontinuierliches Lifting/Hitting, große Prints in Trendrichtung.
  • Conviction-Layer (6E): DXY trendet sauber invers (im EUR-Up-Drive fällt DXY, andere USD-Pairs bestätigen Dollar-Schwäche); US-Renditen/Spread stützen die Richtung; Cross-FX einheitlich. Einheitlicher USD-Komplex ist der beste OD-Tell des 6E.

Trade-Logik. Mitgehen, nicht faden. Einstieg auf den ersten flachen Pullback (Daily-VWAP, Opening-Range-Rücklauf, Micro-Flag, Gamma-Flip als Pullback-Support). Verpasst = erste Konsolidierung abwarten, nicht hinterherjagen.

Invalidierung / Übergang. Drive stallt + CVD-Divergenz oder DXY-Divergenz (EUR macht neues Hoch, DXY macht kein neues Tief) → Transition-Risiko. Snap zurück durch den Open → OD gescheitert, kippt oft in ORR der Gegenseite (stärkstes Reversal). In positivem Gamma / nahe großem NY-Cut-Strike → OD unwahrscheinlicher, Pin-Druck beachten.


2) Open-Test-Drive (OTD)

AMT-Logik. Markt eröffnet, testet eine bekannte Referenz, findet keine Folgeaktivität (Ablehnung am Test), treibt dann in die Gegenrichtung. Der initiale Test ist Probe, kein Commitment.

6E-Spezifika.

  • Test-Level je Open: Open 1 testet oft ONH/ONL (Asien-Extreme), Vortags-VAH/VAL oder eine Big Figure. Open 2 testet bevorzugt die EU-Range-Ränder / EU-H/L, Gamma-Walls oder Big Figures/Strikes — und die Gamma-Wall als Test-Level ist im Overlap besonders hochwertig (volle Haltekraft + ggf. NY-Cut-Strike).
  • Big-Figure-OTD: Ein scharfer Poke über eine runde Zahl, der getrappte Breakout-Trader einsammelt und dann zurückdreht, ist eine klassische 6E-Signatur — runde Zahlen ziehen Stops, der Reversal hat Treibstoff.
  • Overshoot: im Overlap kontrollierter Poke (Buch tief), aber Magnet-Overshoot an der Big Figure einkalkulieren (Strike zieht den Test minimal über).

Orderflow-Signatur.

  • Bookmap: große Resting-Liquidity am Test hält (Absorption, oft auf Gamma-Wall/Strike); nach der Wende pullt Liquidität auf der neuen Drive-Seite.
  • Delta/CVD: Delta drückt ins Level, Preis folgt nicht (Absorption-Divergenz); nach Rejection CVD-Flip in Drive-Richtung.
  • DOM/Tape: Gegenseite refresht am Test; Prints „sterben” am Level, dann Flip + Beschleunigung.
  • Conviction-Layer (6E): Am Test oft DXY-Extrem ohne Follow (USD-Aggression läuft leer); nach der Wende DXY-Flip mit der Drive-Richtung.

Trade-Logik. Test + Rejection abwarten, Einstieg auf der Wende in Drive-Richtung. Trigger = Absorption am Test (Bookmap, ideal Gamma-Wall/Big Figure) + CVD-Flip (+ DXY-Flip). Stop knapp hinter das Test-Extrem (Magnet-Overshoot atmen).

Invalidierung / Übergang. Test-Level bricht sauber (keine Absorption, Liquidität pullt, CVD + DXY trenden durch) → kein OTD, sondern OD/Continuation in Test-Richtung. „Kein Follow-through” ist die ganze Prämisse. Bricht eine Gamma-Wall im negativen Gamma sauber → eher Continuation.


3) Open-Rejection-Reverse (ORR)

AMT-Logik. Markt eröffnet, macht einen echten Direktionalversuch (Initiative), wird responsiv abgelehnt, reversed und handelt zurück durch den Open-Preis. Unterschied zum OTD: ernsthafter Versuch (keine Probe), Reversal trägt durch den Open.

6E-Spezifika.

  • Open 2 (typisch): Häufig wenn die 08:30-Datenreaktion gefadet wird oder ein Big-Figure-/Wall-Test im Overlap abprallt: initialer Push scheitert an Gamma-Wall/runder Zahl (volle Haltekraft), responsive Seite dreht durch den Open. Gamma-Wall + NY-Cut-Strike als Reject-Level = eine der saubersten 6E-Reversal-Signaturen.
  • Open 1: EU-ORR oft als Fade eines Asien-/Pre-Open-Spikes zurück ins Value, gespeist von EU-Teilnehmern, die den Übernacht-Move ablehnen.
  • Geringer Overshoot im Overlap: Fade früher/billiger möglich, der Trap ist flacher — aber den Big-Figure-Magnet vor dem Reversal einplanen.
  • Ziel oft: Gap-Fill / Vortags- oder EU-Value / nächste Big Figure / Naked POC.

Orderflow-Signatur.

  • Bookmap: Absorption am Extrem (Resting-/Gamma-Wall hält), dann aggressive Reverse-Liquidität; Extrem wird Heatmap-„Shelf”.
  • Delta/CVD: Divergenz am Extrem (Preis macht Hoch/Tief, Delta nicht — oder Absorption: riesiges Delta, kein neues Extrem); dann CVD reversed durch den Open; Exhaustion an der Wende.
  • DOM/Tape: Gegen-Wall hält, Aggression trocknet aus, Flip; klimaktische Prints absorbiert, dann Flush.
  • Conviction-Layer (6E): DXY-Divergenz am Extrem (EUR neues Hoch, DXY kein neues Tief / USD-Komplex bestätigt nicht) ist ein erstklassiger ORR-Frühwarner; nach der Wende kippt DXY mit dem Reverse.

Trade-Logik. Das Reversal durch den Open ist der Trade. Einstieg auf Wende-Bestätigung (CVD-Flip + Bookmap-Absorption am Extrem + Tape-Flush, ideal an Gamma-Wall/Big Figure, + DXY-Divergenz/Flip). Ziele: Gegenseite des Open, Value, Gap-Fill, Big Figure, Naked POC. Open = Pivot: Acceptance jenseits = ORR bestätigt.

Invalidierung / Übergang. Reclaim des abgelehnten Extrems nach dem Reverse → Reversal gescheitert (zurück zu OD/Continuation). Open hält als Pivot nicht → eher OTD-Charakter / Range.


4) Open-Auction (OA)

AMT-Logik. Zweiseitig, rotierend, balanciert. Keine Seite hat Kontrolle.

  • OA in-range (Open innerhalb Vortags-/EU-VA): Rotation um Value, responsive Trade an beiden Rändern, Mean-Reversion. Mündet meist in Normal/Neutral Day.
  • OA out-of-range (Open außerhalb VA, aber ohne Drive): Markt „entscheidet” → Acceptance (neuer Value, später Drive) oder Rejection (zurück zum Value). Auf Auflösung (oft IB) warten.

6E-Spezifika.

  • Open 1 (sehr häufig): Der EU-Open ist oft Range-/Value-Aufbau vor dem Overlap → OA-in-range ist ein Standard-Open-1-Typ. Die so gebaute Range ist der Input für Open 2.
  • Open 2 (Pin-Sonderfall): OA im Overlap entsteht klassisch durch Gamma-Pin + NY-Option-Cut — Preis klebt an einem großen Strike / HVL bis zum Cut (10:00 ET). Ein Pin nahe großem Cut-Strike ist ein starkes OA-Signal; der Strike ist das Rotationszentrum, die Auflösung kommt oft nach dem Cut.
  • Vorteil tiefer Overlap-Markt: Ränder/Big Figures halten verlässlich, Excess sauber → Edge-Fades hochwertig. 6E-Falle wie ES: Chop/Grind, nicht Overshoot — nur qualifizierte Edges (Absorption + Divergenz + DXY-Oszillation) nehmen.

Orderflow-Signatur.

  • Bookmap: Liquidität beidseitig präsent/refreshend; Walls an den Rändern (oft Call-/Put-Wall, Cut-Strike) halten; kein anhaltendes Pullen.
  • Delta/CVD: oszillierend, kein Trend; Divergenzen an beiden Edges.
  • DOM/Tape: beide Seiten stacken; Aggression alterniert; Edge-Prints absorbiert.
  • Conviction-Layer (6E): DXY oszilliert / range-gebunden, US-Renditen ruhig, Cross-FX richtungslos — die Balance-Signatur, bestätigt OA gegen einen verdeckten Drive.

Trade-Logik. Ränder faden (responsive), Ziel Gegenrand / Daily-VWAP / POC / Pin-/Cut-Strike. Out-of-range: nicht sofort faden — auf Acceptance/Rejection (oft IB-Auflösung) warten. Fade nur mit Absorption + DXY-Oszillations-Bestätigung, nie blind am Level. Open 2: vor dem NY-Cut Pin-Rotation handelbar, nach dem Cut auf Auflösung (Break) umschalten.

Invalidierung / Übergang. Sauberer Break + Acceptance jenseits eines Edges (Liquidität pullt, CVD trendet, DXY greift einseitig durch, Pace expandiert) = Transition in Drive/Trend. Gamma-Flip-Bruch mit Acceptance = Regimewechsel. NY-Cut-Auflösung (Pin löst sich) = häufigster produktiver Open-2-Übergang OA → OD.


Gamma-Layer am 6E (verfügbar — Haltekraft folgt der Session, Peak im Overlap)

Einordnung zuerst: Gamma bleibt Bestätigung/Konfluenz (Ebene 2) + Regime-Bias (Ebene-1-Stütze), nie Trigger (vgl. AMT_Grundlagen, B5).

Regime als Typ-Bias (Ebene-1-Input):

  • Positives GEX → Vol-Suppression → Mean-Reversion/Pin → OA-Bias, Walls halten stark, ORR-Fades an Walls hochwertig, OD unwahrscheinlicher.
  • Negatives GEX → Vol-Verstärkung → OD-/Trend-Bias, Walls brechen leichter, Breakouts tragen.

Level als Konfluenz (Ebene-2-Punkte): Call-Wall (oben), Put-Wall (unten), HVL/größter Strike (Pin-Magnet), Gamma-Flip-Level (Pivot zwischen den Regimen; Acceptance jenseits = Regimewechsel = primäres Übergangssignal).

6E-Besonderheit — der NY-Option-Cut als Gamma-Verstärker: Der 10:00-ET-Cut (16:00 FFM) liegt in der Open-2-IB. Große Expiry-Strikes wirken davor als harte Pin-Magnete (verstärken einen OA-Pin), danach fällt der Hedging-Druck weg → häufige direktionale Auflösung. Diesen Mechanismus gibt es im FDAX gar nicht und im ES nur indirekt — er ist eine 6E-eigene Open-2-Signatur.

Haltekraft-Regel: Im EU-Open valide Referenz mit wachsender Haltekraft; im Overlap maximal (Dealer-Hedging-Flow + NY-Cut). Das ist der strukturelle Vorteil ggü. dem gamma-losen FDAX in derselben Session.


FX-Conviction-Layer & Korrelationen am 6E (ersetzt Equity-Internals)

6E ist eine Währung → die ES/NQ-Internals ($TICK/Breadth/VIX) gelten nicht. Der äquivalente Conviction-Layer ist der USD-Komplex. Einordnung: Booster auf dem Orderflow-Trigger (Ebene 3) — ersetzt den Trigger am Level nicht, stackt darauf.

QuelleOD/Trend-LesartOA/Balance-LesartReversal-/Warn-Lesart
DXY (stärkster Tell, ~invers)trendet sauber gegen 6E (USD-Komplex einheitlich)oszilliert / rangeDivergenz: 6E neues Extrem ohne neues DXY-Gegenextrem = Exhaustion (ORR-Frühwarner)
US-Renditen / Bund-Treasury-SpreadSpread bewegt sich richtungskonsistent (Zinsdiff treibt)flachSpread dreht gegen den 6E-Move = nachlassender Treiber
Cross-FX (EUR-Crosses vs. USD-Pairs)EUR-Stärke (EUR/GBP, EUR/JPY mit) oder USD-Schwäche (alle USD-Pairs mit) — beides bestätigtgemischtEUR/USD up, aber EUR-Crosses flat und USD-Pairs flat = unklar, einer lügt

„EUR-Stärke vs. USD-Schwäche”-Unterscheidung (fortgeschrittener 6E-Tell): Steigt EUR/USD, weil EUR stark ist (EUR-Crosses steigen mit), trägt der Move breiter und länger. Steigt es nur, weil USD schwach ist (alle USD-Pairs steigen, EUR-Crosses flach), ist es ein Dollar-Thema → für die Richtung sauberer am DXY ablesbar, für 6E-spezifische Stärke schwächer. Das verfeinert die OD- vs. ORR-Erwartung.

6E–FDAX-Korrelation (Auflösung des offenen Sessions-Punkts, qualitativ): Beide teilen EU-Katalysatoren und können auf EU-Risk-/Datenschocks gemeinsam laufen (Risk-on: EUR↑ + DAX↑). Aber kein fixer Vorzeichen-Zusammenhang: EUR↑ aus reiner USD-Schwäche kann mit DAX-flat/-schwach koexistieren; ein DAX-Move aus reinem Equity-/Sektorflow lässt 6E kalt. Regel: FDAX nur als Kontext/Konfluenz nutzen, wenn beide in dieser Session demonstrabel gleichläufig sind — nie als fixer Hedge oder mechanischer Gegen-Read. Für Open 2 ist der USD-Komplex (DXY/Renditen) der weit verlässlichere Cross-Read als der FDAX. (Empirische Einordnung wann gleich-/gegenläufig bleibt offener Punkt — s. u.)

Lese-Reihenfolge am Level: Orderflow-Trigger zuerst (Delta/CVD → Bookmap → DOM/Tape), dann DXY/Cross als Conviction-Check. Der Cross-Layer allein triggert keinen Trade.


Event-Asymmetrie der beiden Opens (6E-eigener Read)

Weil 6E datengetrieben ist, treffen die beiden Opens unterschiedliche Event-Klassen — das prägt, welcher Typ wahrscheinlich ist.

FensterEventsWirkung auf den Open
Open 1 (09:00 FFM) exponiertIfo (10:00 FFM), ZEW, EU/dt. Flash-PMIs (~09:30–10:00 FFM), dt. CPI, ECB-SpeakDaten landen während/kurz nach der EU-IB → können den Open-1-Typ live kippen; PMI/Ifo-Schock = EU-OD/-Direktional statt OA
~1 h VOR Open 2 (14:30 FFM = 08:30 ET)NFP, CPI, PPI, Retail Sales, Jobless ClaimsEingepreist (wie ES-08:30): prägt die Lage/Gap in den Overlap; Acceptance der Reaktion → Continuation, Fade → ORR
IN Open 2 (16:00 FFM = 10:00 ET)ISM, JOLTS, Consumer Confidence + NY-Option-CutLandet in der Open-2-IB → injiziert Vola live, kann Typ kippen; fällt mit dem Cut zusammen (Pin → Auflösung)
In/vor Open 2 (≈14:15/14:45 FFM)ECB-Entscheid + PresserPresser läuft in den Overlap → an ECB-Tagen ist Open 2 Post-ECB, eigener Vola-/Trend-Charakter; Presser kippt Typen live
Nach beiden Opens (20:00 FFM = 14:00 ET)FOMC-EntscheidLiegt nach beiden 6E-Opens → Nachmittag oft Pre-FOMC-Kompression/Drift

Merksatz: Open 1 wird live von EU-Daten gekippt; Open 2 ist von den 08:30-US-Daten vorgeprägt und kann von 10:00-US-Daten/NY-Cut/ECB-Presser live gekippt werden. Erste Reaktion ≠ nachhaltiger Move — auf Acceptance warten.


Übergänge zwischen den Typen (eigene Lese-Ebene)

ÜbergangAuslöser im Orderflow / Conviction-LayerKonsequenz
OD → ORR (Failed Drive)Drive stallt, CVD-Divergenz + DXY-Divergenz am Extrem, Snap zurück durch OpenStärkstes Reversal-Setup; Initiative-Seite gefangen
OTD → OD (Test bricht)Test-Level/Gamma-Wall/Big Figure bricht sauber, Absorption fehlt, CVD + DXY trenden durchKein Fade — Continuation in Test-Richtung
ORR ↔ OTD (Abgrenzung)OTD = Probe ohne Open-Durchbruch; ORR = echter Versuch durch OpenPivot-Frage: Trägt das Reversal durch den Open-Preis?
OA out-of-range → ODEdge/Big Figure bricht mit Acceptance, Liquidität pullt, DXY greift einseitig durchBalance-Annahme fällt; auf Drive umschalten
OA-Pin → Trend (NY-Cut-Auflösung)NY-Option-Cut passiert (10:00 ET), Pin-Hedging fällt weg, Preis löst aus dem StrikeOpen-2-spezifisch: Pin → Direktional; häufigster produktiver Overlap-Übergang
Pin → Trend (Regimewechsel)Gamma-Flip-Level bricht mit AcceptancePositiv-Gamma-Pin-Annahme fällt; Vol-Expansion
EU-Range → Overlap-Break (Open-1→Open-2-Brücke)Overlap bricht EU-Range mit Acceptance + DXY-BestätigungEU-OA/Range löst sich in Overlap-OD/-Trend auf

Merksatz: Der Übergang ist zuerst im Delta/CVD + DXY am ersten Extrem sichtbar (Divergenz vs. Bestätigung), dann in der Bookmap am Liquiditätsverhalten — und erst danach im Preis. Der NY-Cut und der Gamma-Flip-Bruch sind die saubersten Regime-Übergangssignale, die 6E (anders als der FDAX) liefert.


Orderflow-Signatur-Matrix (Typ × Tool) — Schnellreferenz

Bookmap/HeatmapDelta/CVDDOMTapeConviction (DXY/Cross)
ODLiquidität pullt vor Preis (Drive-Seite); keine Nachfüllung (spot-getrieben, nicht Solo-Tell)Persistentes gleichgerichtetes Delta; CVD trendet, keine DivergenzDrive-Seite thinnt, Gegenseite stackt; Pace schnellKontinuierliches Lifting/Hitting; große Prints in TrendrichtungDXY trendet sauber invers; USD-Komplex einheitlich; Spread konsistent
OTDResting-/Gamma-Wall/Big Figure am Test hält (Absorption); danach Pull auf Drive-SeiteDelta ins Level, Preis folgt nicht → Flip nach RejectionGegenseite refresht am Test; danach Pace-ShiftPrints sterben am Level; dann Flip + BeschleunigungDXY-Extrem ohne Follow am Test → DXY-Flip nach Wende
ORRAbsorption am Extrem (oft Gamma-Wall/Cut-Strike); Reverse-Liquidität; Extrem wird ShelfDivergenz am Extrem; CVD reversed durch OpenGegen-Wall hält, Aggression trocknet aus, FlipKlimaktische Prints absorbiert; dann FlushDXY-Divergenz am Extrem; DXY kippt mit dem Reverse
OABeidseitig präsent/refreshend; Edges/Walls/Cut-Strike halten; kein PullenOszillierend; Divergenz an beiden Edges; mean-revertBeide Seiten stacken; Pace moderatZweiseitig, Aggression alterniert; Edges absorbiertDXY oszilliert/range; Renditen ruhig; Cross richtungslos

Lese-Reihenfolge im Live-Trade: Delta/CVD → Bookmap → DOM/Tape → DXY/Cross als Conviction-Check. (6E: Delta/CVD + Tape vor Bookmap gewichten — Spot führt das Buch.)


Entscheidungsbaum / Quick-Reference (beide Opens)

PRE-OPEN 1 (vor 09:00 FFM):
  US-Close-Bias + Asien-Auflösung (Value wandert vs. bleibt am Vortags-Value)
  + Open innerhalb/außerhalb Vortags-VA?  + Big Figures in Reichweite?
  + Gamma-Regime (Haltekraft noch wachsend) + DXY-Lean?  + EU-Kalender-Timing?
  → grenzt 2–3 Typen aus. EU-OA/Range häufig.

PRE-OPEN 2 (vor 15:30 FFM / 09:30 ET) — HAUPT-OPEN:
  EU-Range/Value: bricht oder fadet der Overlap sie?
  + 08:30-ET-Datenreaktion akzeptiert (Continuation) oder gefadet (Reversal)?
  + DXY/Renditen-Lage?  + Gamma (volle Haltekraft) + NY-Cut-Strike nah?  + ECB-Tag?
  → grenzt 2–3 Typen aus.

AM JEWEILIGEN OPEN:
  Treibt es einseitig ohne Rückkehr zum Open?
    JA  → Bookmap pullt + CVD trendet ohne Divergenz + DXY trendet invers?
            JA  → OPEN-DRIVE → mitgehen, ersten Pullback (Daily-VWAP/Gamma-Flip) nehmen
            NEIN (CVD/DXY divergiert / Liquidität refresht) → Drive-Verdacht, Übergang beobachten
    NEIN → Testet es zuerst eine Referenz (ONH/ONL, EU-H/L, PDH/PDL, Big Figure, Gamma-Wall)?
             Test hält (Absorption, kein Follow-through) → dann Drive Gegenrichtung?
               JA → OPEN-TEST-DRIVE → Wende handeln (Absorption + CVD-/DXY-Flip)
               (Test bricht sauber → kein OTD, Continuation = OD in Testrichtung)
             Echter Direktionalversuch, dann Rejection + Reverse DURCH Open?
               JA → OPEN-REJECTION-REVERSE → Reversal handeln, Open = Pivot
                    (Reject-Level oft Gamma-Wall/Big Figure; DXY-Divergenz als Frühwarner)
             Zweiseitig, rotierend, Edges/Walls/Cut-Strike halten, DXY oszilliert?
               JA → OPEN-AUCTION
                      in-range  → Edges/Pin-/Cut-Strike faden (responsive, mit Absorption)
                      out-of-range → auf IB-Auflösung warten
                      [Open 2: vor NY-Cut Pin handelbar, nach Cut auf Auflösung umschalten]

Offene Punkte / später vertiefen

  • 6E–FDAX-Korrelation empirisch: wann gleich-, wann gegenläufig (Risk-Regime vs. reine USD-/Equity-Themen) — die qualitative Einordnung hier mit Beobachtungsdaten unterfüttern (verbleibender Sessions-Punkt).
  • NY-Cut-Statistik: Trefferquote „Pin vor 10:00 ET → direktionale Auflösung danach”; typische Strike-Distanz, ab der der Cut pinnt. (→ kanonisch: Werkzeug_Options-Flow §5.4 + 6E_Session-und-Risiko-Delta §5; Journal §10.D)
  • EU-Range → Overlap-Auflösung: Break- vs. Fade-Quote der EU-Range am 15:30-FFM-Open (Pendant zum FDAX-„EU-Range am US-Open”-Setup, hier als Primär-Trade). (→ kanonisch: 6E_Session-und-Risiko-Delta §5 + Methodik_Intraday-Management §7; Journal §10.L)
  • Big-Figure-Verhalten: Reject- vs. Durchlauf-Quote an runden Zahlen je Gamma-Regime; Mid-Figure (…50) vs. Big Figure (…00). (→ kanonisch: 6E_Session-und-Risiko-Delta §5 „Risiko & Overshoot“; Journal §10.A)
  • ECB-/NFP-/CPI-Opens: eigenes Open-2-Verhalten an Zentralbank-/Top-Daten-Tagen (Presser-Mechanik, Post-08:30-Gap, Vola-Profil) als Sonderfall.
  • DXY-Divergenz-Schwellen: ab welcher 6E-vs-DXY-Divergenz „Exhaustion” (ORR) sauber vom „normalen Rauschen” trennt; „EUR-Stärke vs. USD-Schwäche”-Check operationalisieren. (→ kanonisch: 6E_Session-und-Risiko-Delta §4b; Journal §10.G)
  • VWAP-Kaltstart-Check: validieren, ab welcher Uhrzeit der CME-FX-Daily-VWAP für Open 1 belastbar ist (Asien-Volumen-abhängig). (→ kanonisch: Werkzeug_VWAP §11 + 6E_Session-und-Risiko-Delta; Journal §10.J)
  • Overshoot-/Stop-Kalibrierung 6E: konkrete Stop-Richtwerte je Typ und Open (Magnet-Overshoot an Big Figures vs. sauberes Overlap-Buch). (→ kanonisch: 6E_Session-und-Risiko-Delta §5 „Risiko & Overshoot“; Journal §10.A)
  • Operative Checkliste: umgesetzt in Checkliste_6E-Dual-Open (Phasen 0–4 je Open, Disziplin-Gate, Handelsrichtung je Typ).